Die Tradition lehrt: Nach dem Aufstehen wird das Bett gemacht. Aber ist das auch richtig? dpa

Generationen haben es so gelernt: Gleich nach dem Aufstehen wird das Bett ordentlich gemacht, das Laken nachgespannt, die Bettdecke adrett hergerichtet: So sieht es einfach besser aus. Doch eine Matratzen-Expertin hat einen überraschenden Rat: Trinken Sie erstmal in aller Ruhe Kaffee! Und dafür nennt sie Gründe.

Mit dem Bettenmachen ist das so eine Sache. Viele von uns haben von klein auf gelernt: Wenn man aufsteht, wird das Bettzeug ordentlich auf der Matratze zusammengelegt. Viele halten im Erwachsenenleben an dieser Gewohnheit fest und gelten als ordentlich. Oder sie lassen sich gehen: Die Decke bleibt morgens einfach zerwühlt auf dem Bett liegen, weil man ohnehin immer wieder auch tagsüber gerne hinein kriecht. Manche halten Bettenmachen ohnehin für überbewertet und spießig.

Wer von diesen Fraktionen hat recht: Die Ordnungsliebenden oder die Betten-Anarchos? Claudia Wieland vom Fachverband Matratzen-Industrie hat für keine dieser Bett-Philosophien viel übrig, und sie nennt Gründe, warum man sich von alten Gewohnheiten trennen sollte.

Frage: Sollte man direkt nach dem Aufstehen das Bett machen?

Claudia Wieland: Besser nicht. Am besten schlägt man erst mal die Bettdecke zurück. So kann Feuchtigkeit von der Nacht aus der Matratze und aus dem Bettzeug gut an die Raumluft übergehen. Das ist hauptsächlich Schweiß, den wir beim Schlafen abgeben. Danach sollte man gut stoßlüften - die Feuchtigkeit gelangt darüber aus dem Schlafzimmer.

Dann, wenn man es unbedingt so mag, kann man sein Bett machen. Aber wir empfehlen, zum Beispiel die dicken Tagesdecken - wie man sie früher gerne über dem Bett ausgebreitet hat - nicht zu nutzen. Damit immerzu Luft an die Matratze gelangt und sie gut auslüften kann.

Frage: Wie macht man denn dann das Bett am besten?

Wieland: Ich persönlich schüttele die Bettdecke auf und schlage sie einmal um, so dass nicht die ganze Matratze mit ihr zugedeckt ist. Das kommt natürlich auch ein bisschen auf die Bettdecke an, etwa ob man eine luftig-leichte Decke hat oder eine schwere. Je fester und schwerer die Bettdecke ist, umso mehr deckt sie dann natürlich von der Matratze ab.

Je nach Füllung empfehle ich außerdem, die Kissen vorsichtig aufzuschütteln, damit der Inhalt nicht verklumpt. Bei ergonomisch geformten Kopfkissen aus einem Schaumteil sollte man das aber nicht tun. Das könnte sie im schlimmsten Fall beschädigen.

Frage: Viele mögen es, wenn die Matratze ordentlich mit der Decke abgedeckt ist. Was würden Sie diesen Menschen empfehlen: Wie lange sollten sie vor dem Bettenmachen die Matratze ausdünsten lassen?

Wieland: Ein paar Minuten lang. Vielleicht also erst duschen gehen oder den Kaffee aufsetzen, dann die Fenster öffnen und das Bett machen.