Das Virus breitet sich weiterhin aus. Doch einfache Atemmasken sind nicht der beste Schutz. Foto: dpa/Fabian Strauch

Die Sorge um das Coronavirus rückt näher: Italien, als das Land mit den bisher meisten erfassten Fällen in Europa, hat drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Sars-CoV-2-Virus und der Krankheit Covid-19 umgesetzt. Auch in Deutschland wird über Maßnahmen diskutiert. Was kann und sollte jeder Einzelne nun unternehmen?

Die empfohlenen Schutzmaßnahmen sind im Grunde die gleichen wie in jeder Grippesaison. Konkret: Husten und Niesen sollte man in die Armbeuge und nicht in die Faust oder Handfläche. Hustet oder niest jemand anderes, hält man am besten einen bis zwei Meter Abstand.

Im Alltag müssen die Menschen ihre Hände zwar nicht ständig mit einem Desinfektionsmittel einreiben, sie sollten sie aber regelmäßig und gründlich mit Seife waschen. Und auch wenn es erstmal banal klingt: Man sollte sich so wenig wie möglich ins Gesicht fassen.

Einen Impfstoff gibt es noch nicht und wird es auch vor Jahresende nicht geben, sagt der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Wer sich gegen die Grippe impfen lässt, hilft aber dabei, das Gesundheitswesen zu entlasten. Und ältere Menschen können sich gegen Pneumokokken impfen lassen.

Eignen sich Atemmasken als Schutz?

Dass einfache Atemmasken einen guten Schutz vor dem Virus bieten, wird von Experten angezweifelt. Im Zuge der Sars-Epidemie 2002/2003 hätten einige Studien für sogenannte FFP3-Masken einen schützenden Effekt nahelegen wollen, sagte Virusforscher Christian Drosten von der Charité in Berlin. „Das waren aber keine normalen Masken, wie man sie in Asien auf der Straße sieht oder bei uns im OP, sondern spezielle Feinpartikelmasken.“ Mit solchen Masken könne man im Alltag nicht lange herumlaufen. „Wogegen die normalen Masken schützen, ist vielleicht der häufige Griff an Mund und Nase – also die Schmierinfektion.“

Wissenschaftlichen Daten dazu lägen aber nicht vor. Von der WHO hieß es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Leute, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten.

Der Film enthält Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus.

Video: YouTube/Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Wo gibt es aktuelle Infos zum Coronavirus?

Das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben Webseiten eingerichtet. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es Tipps auf Englisch. Für Fragen hat auch die Krankenkasse Barmer eine kostenlose Hotline (0800/84 84 111) eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland?

Das Robert-Koch-Institut erfasst ständig die Lage und schätzt das Risiko für die Bevölkerung ein. Nach Aussage des Instituts gibt es zurzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Viren anhaltend im Umlauf sind. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Montag jedoch in Berlin, man müsse damit rechnen, dass sich die Krankheit auch in Deutschland ausbreiten könne.

Touristen in Italien tragen Mundschutz und rollen ihre Gepäck Foto: dpa/XinHua/Daniele Mascolo

Bisher sind in Deutschland nur wenige bestätigte Infektionsfälle aufgetreten. Sie betrafen eine Firma in Bayern oder Menschen, die Anfang Februar 2020 aus Wuhan in China ausgeflogen worden waren, wo es die meisten Fälle von Covid-19 weltweit gibt. Fast alle diese Patienten sind bereits gesund aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. „Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gibt es eher nicht“, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Vermutet wird, dass das Virus sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der es von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die bisherigen Daten und die Erfahrungen mit anderen auf Coronaviren zurückgehenden Erkrankungen lassen Experten zufolge eine Inkubationszeit - also einen Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen - von im Mittel etwa einer Woche annehmen. „Inkubationszeiten bei Atemwegserkrankungen bewegen sich zwischen 2 und 14 Tagen - und die Extremwerte sind dabei wirklich selten“, sagte der Virusforscher Christian Drosten von der Charité in Berlin.