Die Corona-Warn-App kann dabei helfen, alle Kontakte einer infizierten Person schnell zu informieren.
Foto: Corona-Warn-App/Github

Am Freitagabend wurde auf dem Open-Source-Plattform Github mehrere Bilder veröffentlicht. Zuvor hatten die Entwickler die Demo-Version Verbandsvertretern, Organisationen und Ministerien vorgestellt. Die App soll mithilfe der Bluetooth-Technologie aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe anderer aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet haben. Infiziert sich jemand mit dem neuartigen Coronavirus, können anonym diejenigen informiert werden, die sich durch die Nähe zu dem Infizierten angesteckt haben könnten. Sie sollen sich dann in Quarantäne begeben.

Die App soll zunächst auf Deutsch und Englisch verfügbar sein. Anders als etwa in Indien sollen die Menschen in Deutschland selbst entscheiden, ob sie die App installieren möchten. Ebenso steht es Nutzern frei, ob sie im Fall einer Infektion diese Information über die App weitergeben möchten. Neben dem Status der Risikoermittlung enthält die Anwendung auch Verhaltenstipps. „Diese App kann nicht viel – aber was sie kann, ist umso wichtiger. Unser Ziel ist es, mit minimal wenigen Daten Infektionsketten zu durchbrechen“, sagte der Sprecher von T-Systems der Nachrichtenagentur Reuters.

Neben dem Status der Risikoermittlung enthält die Corona-Warn-App auch Verhaltenstipps. Foto: Corona-Warn-App/Github

Die Deutsche-Telekom-Tochter arbeitet seit Ende April gemeinsam mit SAP an der App zur Kontaktverfolgung von Covid-19-Infizierten. Mitte Juni und damit vor Beginn der Sommerferien in Deutschland soll die App dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Die Bundesregierung will die Einführung der geplanten Corona-Warn-App des Bundes nicht durch ein spezielles Gesetz begleiten. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, über die der „Spiegel“ berichtete. Sie erachte ein solches Gesetz für „nicht notwendig“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. „Da es sich um eine freiwillige App handelt, die Menschen warnen kann und so dabei hilft, dass sich Bürgerinnen und Bürger frühzeitig testen lassen, wird in Grundrechte gerade nicht eingegriffen.“