Icon der offiziellen Corona-Warn-App Foto: Kay Nietfeld/dpa

Im Google-Store ist es nicht so leicht, die neue Corona-App zu finden. Wer nur den Suchbegriff „Corona-App“ eingibt, erhält nur eine Standard-Information und wird an sechs Apps verwiesen, die aber nichts mit der deutschen Lösung zu tun haben. Wer die App finden will, muss daher corona-warn-app pepp-pt eingeben. Im Apple-Store ist die App dagegen problemlos zu finden.

„Ich habe erstmal zahllose andere Apps angezeigt bekommen“, sagte auch Manuel Höferlin, Vorsitzender des Bundestagsausschusses Digitale Agenda am frühen Morgen im Deutschlandfunk. Die Bundesregierung habe Fehler in der Vermarktung begangen, vermutete Höferlin und äußerte den Wunsch: „Das wir hoffentlich korrigiert, die Menschen müssen die App auch finden können.“

Am Vormittag wird die App von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht (SPD) offiziell vorgestellt. Die App soll Smartphone-Nutzer warnen, wenn sie bedenklichen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten.

Mit Hilfe der Bluetooth-Technologie soll die Anwendung aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der auf seinem Gerät ebenfalls die App aktiviert hat. Wird jemand positiv auf das Coronavirus getestet oder hatte er bedenklichen Kontakt zu einen Infizierten, kann er über die App anonym die Nutzer warnen, mit denen er Kontakt hatte. Die Daten sollen anonymisiert und dezentral verarbeitet werden.

Die App wurde im Auftrag der Bundesregierung entwickelt. Die Nutzung ist freiwillig, allerdings setzt die Regierung auf eine breite Nutzung. Sie wirbt daher intensiv dafür, die Anwendung herunterzuladen und auch zu aktivieren.

Lambrecht rief die Bürger allerdings auch zu Sorgfalt bei der Nutzung der App auf. Wichtig sei, dass die Nutzer die Anwendung ausschließlich aus den offiziellen App-Stores von Apple und Google herunterladen, sagte die Justiz- und Verbraucherschutzministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bürger müssten aufpassen, dass sie nicht versehentlich falsche Apps installieren, die ihre Daten abgreifen wollten.

Lambrecht empfiehlt die App auch für Kinder. Menschen ab 16 Jahren könnten die Anwendung von sich aus nutzen, im Alter darunter sei die Einwilligung eines Elternteils erforderlich, sagte die Ministerin den Funke-Zeitungen.

Besorgt zeigte sich Lambrecht darüber, dass sich gesellschaftliche Nachteile für Bürger ergeben könnten, welche die App nicht nutzen wollen. Der Zugang etwa zu Geschäften und Restaurants dürfe unter keinen Umständen von der Nutzung der App abhängig gemacht werden. Die Verbrauchschutzministerin kündigte an, die Bundesregierung werde „genau hinschauen“, ob es zu derartigen Praktiken komme. (mit AFP)