Wer in Quarantäne muss, darf auch keinen Besuch empfangen. Winken am Fenster ist aber erlaubt. Foto: imago images

Wir sind mitten drin in der zweiten Welle: Corona ist wieder auf dem Vormarsch und scheint zahlenmäßig noch heftiger zuzuschlagen als im Frühjahr. Das hat zur Folge, dass auch noch mehr Menschen in Quarantäne geschickt werden. Und wer das nicht bereits einmal hinter sich hat, dem stellen sich spätestens jetzt viele Fragen: Wer zahlt mein Gehalt? Wer geht mit meinem Hund Gassi? Und warum darf ich mir mit meinem Partner nicht das Zimmer teilen? Der KURIER gibt Antworten.

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Wer ordnet Quarantäne an und warum?

Zuständig für die Anordnung der Quarantäne ist das Gesundheitsamt. Es gibt verschiedene Gründe, aus denen man in Quarantäne geschickt werden kann. Zum Beispiel ist das der Fall, wenn man mindestens 15 Minuten mit einem Infizierten gesprochen hat, angehustet oder angeniest worden ist oder ähnlich engen Kontakt hatte. Auch wer aus einem Corona-Risikogebiet zurückkommt, wird in Quarantäne geschickt. Die Quarantänezeit beträgt in der Regel 14 Tage, kann aber verlängert oder verkürzt werden.

Achtung: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Quarantäne nicht automatisch endet, sondern erst, wenn sie durch die zuständige Behörde wieder aufgehoben wird.

Was darf ich tun, wenn ich in Quarantäne bin?

Wer in Quarantäne ist, muss den Kopf nicht in den Sand stecken. Innerhalb seiner eigenen vier Wänden gibt es einige Möglichkeiten, die Zeit rumzukriegen. Wichtig ist nur, dass man keinen persönlichen Kontakt zu Menschen außerhalb des eigenen Haushalts hat. Sie dürfen also auch keinen Besuch von Personen empfangen, die nicht bei Ihnen wohnen.

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Ansonsten heißt es: Tun Sie, was Ihnen guttut. Haben Sie keine Krankheitssymptome, können Sie ein wenig Sport treiben (z.B. Fitnesstraining mit Eigengewicht). Probieren Sie auch Meditations- oder Entspannungsübungen aus. Vielleicht ist es auch Zeit für eine neues Hobby: Lesen, Kochen, Spiele spielen oder Handarbeit?

Wer bringt mir Essen?

Im besten Fall haben Sie liebe Nachbarn, Freunde oder Familie, die in der Nähe wohnen und Ihnen helfen können. Ist das alles nicht der Fall,  gibt es in vielen Regionen Nachbarschaftsinitiativen oder andere ehrenamtliche Helfer. Fragen Sie auch bei kirchlichen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden nach, rät die Verbraucherzentrale. Wenn Ihnen keiner helfen kann, sprechen Sie darüber mit dem Gesundheitsamt.

Was muss meine Familie beachten, mit der ich zusammenlebe?

Wenn Sie unter Quarantäne stehen, sollten Sie vorübergehend vom Ehebett auf die Couch ziehen. Es empfiehlt sich, sich in einen Raum der Wohnung zurückzuziehen, um die mögliche Ansteckungsgefahr zu verringern. Essen Sie nicht gemeinsam an einem Tisch. Teilen Sie Haushaltsgegenstände wie beispielsweise Geschirr, Wäsche und Handtücher nicht miteinander. Türklinken, Tische und Ablageflächen sollten regelmäßig desinfiziert werden.

Wer geht mit meinem Hund Gassi?

Wer sich in Quarantäne befindet, kann seinen Hund nicht mehr ausführen. Man muss Freunde oder Verwandte bitten, das Gassigehen zu übernehmen. Im Optimalfall und um unnötigen Kontakt zu vermeiden, kann das Tier sogar vorübergehend umziehen. Wichtig für die Person, die das Gassigehen übernimmt, ist, einen entsprechenden Abstand (mindestens 1,5 Meter) zum Besitzer bei der Übergabe einzuhalten und sich gründlich die Hände zu desinfizieren, betont Berlins Tierschutzbeauftragte.

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Wer zahlt mein Gehalt, wenn ich nicht im Homeoffice arbeiten kann?

Wer unter Quarantäne steht, ohne tatsächlich krank zu sein, kann seiner Arbeit im Homeoffice nachgehen. Trifft die Quarantäne Arbeitnehmer, die ihren Job nicht zu Hause ausüben können – Altenpfleger oder Handwerker beispielsweise – müssen die Betroffenen trotzdem nicht auf ihr Gehalt verzichten. Wird man nach § 30 Infektionsschutzgesetz (IfSG) von der zuständigen Behörde unter Quarantäne gestellt, bekommt man für die ersten sechs Wochen der Quarantäne sein Nettogehalt vom Arbeitgeber weitergezahlt (§ 56 IfSG). Der Arbeitgeber kann sich das Geld auf Antrag von der anordnenden Behörde erstatten lassen. Sollte die Quarantäne länger dauern, besteht für den Arbeitnehmer ein Anspruch auf Entschädigung in Höhe des Krankengeldes.

Auch Selbstständige können gegen die zuständige Behörde ihren Verdienstausfall bei einer Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz geltend machen. Den Antrag auf Entschädigung stellen Sie beim zuständigen Gesundheitsamt, dort erhalten Sie auch Auskunft bei speziellen Fragen zur Antragstellung.

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Was passiert, wenn ich gegen die Quarantäne-Regeln verstoße?

Verstößt man gegen die Quarantäne, z.B. durch Verlassen der Wohnung, kann das mit Geld- oder, in schweren Fällen, auch mit Freiheitsstrafe geahndet werden, erklärt die Verbraucherzentrale.

Kann ich die Quarantäne verlassen, wenn ich ein negatives Testergebnis habe?

Das entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Unter Umständen bleibt die Pflicht zur Quarantäne bestehen. Denn auch ein negativer Befund ist nur eine Moment-Aufnahme. Der Test besagt möglicherweise lediglich, dass Sie zum Zeitpunkt des Tests nicht krank waren oder erst ganz am Anfang der Infektion standen, sodass ein Nachweis noch nicht möglich war, so die Verbraucherzentrale.