Hilft es dem Körper bei der Regeneration, am Wochenende so richtig auszuschlafen? Wissenschaftler sagen nein. Imago/Shotshop

Unter der Woche bekommen wir oftmals zu wenig Schlaf. Wir arbeiten, kümmern uns um den Haushalt und treffen vielleicht auch noch Freunde zum Spazieren oder zum gemeinschaftlichen kochen. Und ehe wir einschlafen, müssen wir dann auch noch die Geschehnisse des Tags verarbeiten, so dass am Ende gar nicht viel Zeit für den Schlaf übrig bleibt. Das Defizit versuchen wir dann oftmals am Wochenende auszugleichen, doch gesund ist das nicht!

Schlafmangel am Wochenende aufholen? Das sagen Wissenschaftler

Die Folgen von anhaltendem Schlafmangel sind nicht zu unterschätzen. Konzentrationsschwächen, eine abnehmende Hirnleistung oder auch Übergewicht können eine Folge von zu wenig Schlaf sein. Doch wer nun glaubt, unter der Woche so wenig schlafen zu können wie man will, wenn man sich am Wochenende nur richtig ausschläft, liegt völlig falsch. Denn das bringt den Schlafrhythmus nur noch weiter durcheinander und das ist nicht gerade hilfreich für unsere Gesundheit.

Nach einer stressigen Woche mit wenig Schlaf neigen wir dazu, ausschlafen zu wollen. Doch das ist eigentlich nicht hilfreich. Imago/Imaginechina-tuchong

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Christopher Depner von der Universität von Colorado hat das in einer Studie mit 36 jungen, gesunden Versuchspersonen untersucht. Zwei Wochen lang hat er diese ins Schlaflabor geschickt. Eine Gruppe bekam in dieser Zeit täglich neun Stunden Schlaf, eine zweite nur fünf Stunden. Eine dritte Gruppe bekam den typischen Wochenrhythmus verpasst: Montags bis freitags nur fünf Stunden, dann zwei Tage lang beliebig langes Ausschlafen, ehe es wieder auf fünf Stunden pro Nacht heruntergeht.

Schlaf am Wochenende aufholen? So lief die Studie ab

Bei allen Testpersonen wurde vor und nach den zwei Wochen Körpergewicht, Kalorienzufuhr, Essensmenge, Insulinsensibilität verschiedener Gewebe und der Spiegel des Schlafhormons Melatonin gemessen. Das Ergebnis überraschte: Denn der zusätzliche Wochenendschlaf brachte keine Vorteile.

Denn in der Woche wurde laut den Studien-Autoren ein Schlafdefizit von mehr als 12 Stunden aufgebaut, davon konnten die Probanden nur 1,1 Stunden abknabbern. „Dadurch wurden Schlafschulden noch bis in die zweite Woche mitgeschleppt“, erklären die Forscher. 

Wer am Wochenende ausschläft, tut sich nicht zwingend etwas Gutes

Zudem zeigten sich bei der Gruppe, die am Wochenende ausschlafen konnte, die gleichen negativen Veränderungen wie bei den Dauerkurzschläfern: Sie nahmen 1,3 Kilogramm zu, weil sie mehr Kalorien zu sich nahmen und der Peak des Schlafhormons Melatonin schob sich nach hinten. Ein klares Zeichen für eine Verschiebung der inneren Uhr.

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Die Wissenschaftler raten zu gleichmäßigen Schlafzeiten. Imago/Westend61

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Doch es ist nicht nur so, dass sich das Ausschlafen am Wochenende nicht lohnt, es scheint in Bezug auf den Zuckerstoffwechsel sogar noch schlimmer zu sein, als gleichmäßig nur fünf Stunden pro Nacht zu schlafen. Denn bei den Dauerkurzschläfern sank die Insulinsensibilität von Muskeln und anderen Geweben im Schnitt um 13 Prozent – bei den Wochenend-Ausschläfern waren es hingegen 27 Prozent!

Schlaf am Wochenende aufholen bringt nichts

Ein Wert, der auch die Studien-Autoren überraschte. „Das hatten wir so nicht erwartet“, wird Depner in einer Pressemitteilung zitiert. Das Resultat zeige, dass das Nachholen von Schlaf für den Stoffwechsel viel weniger bringe als gedacht.

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Den Grund dafür sehen die Forscher in der Veränderung des normalen Rhythmus. „Es ist wie ein Jojo-Effekt: Am Wochenende verändern wir unsere Essenszeiten und unsere innere Uhr und kehren dann montags zum alten Schlafmangel-Rhythmus zurück – das ist extrem disruptiv“, so Depners Co-Autor Kenneth Wright. Wechselnde Schlafdauer könnte demnach unseren Körper mehr stressen als Schlafmangel allein. Besser wäre es also, gleichmäßig zu schlafen.