Sauberkeit ist die wichtigste Regel beim Umgang mit Alltags-, OP- und FFP2-Masken. Foto: AP/Ronald Zak

Schön warm und feucht – wie im Gewächshaus: Viren, Bakterien und auch der eine oder andere Pilz können herrlich unter den Masken auf unseren Gesichtern gedeihen. Hautärzte bekommen täglich Besuch von Patienten, die unter Rötungen, Ausschlägen oder Knötchen leiden, manchmal begleitet von Juckreiz und Brennen.

Dr. Christian Kors (48), Hautarzt in Weißensee und Mitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, sieht mit seinen beiden Praxiskollegen täglich mehrere solcher Fälle, und die Zahlen steigen: „Wir beobachten, dass sich unter den Masken bestehende Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis verschlechtern können. Außerdem sehen wir neu auftretende Entzündungen beispielsweise durch Viren, Bakterien oder Pilze.“ Dazu kämen Allergien gegen Inhaltsstoffe der Masken.

Eine Antwort auf die Frage, ob FFP2-Masken besondere Folgen für die Haut haben, gebe es noch nicht, weil sie noch nicht sehr lange in Bussen, Bahnen und Geschäften Pflicht sind und es noch keine großen Erfahrungen mit ihnen gibt.

Dr. Christian Kors ist Hautarzt in Weißensee. Foto: Hautzentrum Weißensee

In der Regel ergibt sich die Lösung des Problems bereits aus der Antwort des Patienten auf die Frage, wie lange er eine Maske trägt und wie oft er sie wäscht oder ersetzt. Dr. Kors: „Häufig wird die immer gleiche Maske zu lange getragen und nicht gewaschen.“

Über das Wechseln und Reinigen der Maske hinaus formuliert der Arzt einige Ratschläge, was man zur Vorbeugung und Heilung selber tun kann und was man auf keinen Fall tun sollte: „Zweimal täglich sollte man sich das Gesicht waschen und Pflegeprodukte je nach Hauttyp einsetzen. Bei milden Formen von Unannehmlichkeiten rund um den Mund muss man nicht gleich zum Arzt, sondern kann sich in der Apotheke beraten lassen. Wird es dann mit den empfohlenen Produkten nicht besser, sollte man zum Arzt gehen oder eine Video-Sprechstunde nutzen.“

Lesen Sie auch: Selbst die Augen können unter der Maske leiden >>

Das gelte auch, wenn sich eine Vorerkrankung verschlechtert: „Dann sollte man über eine Optimierung der bisherigen Behandlung sprechen.“

Der Hautarzt rät dringend davon ab, sich bei Präparaten zu bedienen, die von Partnern, Verwandten oder Freunden empfohlen werden, weil „die Salbe mir super geholfen“ habe. Insbesondere und überhaupt niemals dann, wenn sie Cortison enthält. Hier bestehe die akute Gefahr einer Überdosierung.