Lernen in der Winterjacke: Alle zwanzig Minuten soll in Schulklassen gelüftet werden, falls der Unterricht wieder aufgenommen wird. Nicht lustig, wenn es länger kalt bleibt. Foto: imago images/Eibner

Der Druck, die Schülerschaft wieder in die Schulen zu schicken, wird größer: Lernrückstände, Vereinsamung und ständiges Familien-Miteinander zerren an den Nerven. Deshalb hat das Bundesbildungsministerium von Anja Karliczek (CDU)  40 internationale Studien herangezogen, um im Verein mit medizinischen Fachgesellschaften, Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern sowie Robert Koch-Institut und Gesundheitsämtern eine Corona-Leitlinie zur möglichen Öffnung von Schulen zu stricken. 

Die Leitlinie sieht vor, dass bei mäßig hohen Ansteckungszahlen Klassen und Jahrgänge innerhalb der Schulgebäude voneinander abgeschottet werden. Bei hohen Ansteckungszahlen in einer Gegend sollen die Schüler zu verschiedenen Zeiten in die Schulen kommen, damit es nicht zu Gedränge an den Eingängen und dicht gepackten Bussen und Bahnen kommt. 

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Gibt es sehr viele Infektionen, wird laut der Leitlinie, über die die FAZ zuerst berichtet hatte, jede Grundschul-Klasse für  Wechselunterricht halbiert. Oberschüler sollen weiter zu Hause bleiben und online lernen. Außerdem wird auf das Tragen von OP-Masken auf dem Schulweg gedrungen.  

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) 
Foto: imago images/Future Image

Sport sollte draußen betrieben werden, in der Halle nur in kleinen Gruppen. Musikunterricht dagegen dürfte im Schulgebäude stattfinden, wenn nicht gesungen wird oder Blasinstrumente bedient werden.  

Ist es kalt, sollen alle Fenster (und die Tür) einer Klasse für drei bis fünf Minuten zum Querlüften weit aufgemacht werden, im Sommer alle zehn bis zwanzig Minuten, und grundsätzlich während jeder Pause.  

Für den Fall, dass ein Schüler beispielsweise Fieber hat oder sein Geschmacks- und Geruchssinn eingeschränkt ist, muss er zu Hause bleiben, bis er 48 Stunden lang symptomfrei ist. Schnupfen zählt nicht zu den Kriterien, die zu schulfrei führen.

Schüler, die außerhalb der Schule engen Kontakt zu einem Infizierten hatten, sollen zwei Wochen in häusliche Quarantäne - ein Test kann die Frist verkürzen. Das gleiche gilt für die Lehrer und die Schüler, die in der Klasse dicht neben einem infizierten Schüler gesessen haben.

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Wann das alles kommt, ist ungewiss: Am Mittwoch kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder, die bei der Bildung die Hoheit haben, wieder zu ihrer Corona-Videokonferenz zusammen. An Warnungen, dabei die Lockdown-Maßnahmen zu schnell zu lockern, mangelt es trotz sinkender Infektionszahlen nicht, unter anderem wegen der sich ausbreitenden, aggressiveren Corona-Viren.