„Sagen Sie mal Aahhh!“ Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) unterzieht sich vor dem Besuch eines Pflegeheims in Hannover einem Schnelltest.
Foto: imago images/Future Image

Der Einsatz von Corona-Schnelltests soll ab 1. März weiter ausgedehnt werden. Mittlerweile seien deutlich mehr Tests am Markt verfügbar, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können“, erklärte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Demnach sollen Kommunen Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen. Das käme gerade recht, weil Virus-Varianten um sich greifen.

Lesen Sie auch: Apotheken dürfen bereits Schnelltests durchführen >>

Die Pläne sollen auch den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine  Zulassung geprüft werden. Im Gespräch ist, sie gegen einen Euro abzugeben.„ Sie können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas“, sagte Spahn.  

 Corona-Schnelltests können bereits in Pflegeheimen, Kliniken und – nach Infektionsfällen – auch in Schulen verwendet werden,  vorerst mit geschultem Personal. Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie  PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden.

Unterdessen wachsen die Sorgen vor einer dritten Infektionswelle: Vor allem die Virus-Mutation B.1.1.7, deutlich ansteckender, greift schnell um sich. Daten aus Ländern wie Dänemark und Italien lassen befürchten, dass ihr Anteil auch in Deutschland rasch und deutlich steigen wird. Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig erklärte, B.1.1.7 breite sich exponentiell aus - „und die aktuellen Maßnahmen reichen nicht, um diese Entwicklung auszubremsen.“

Zwar liegt der bundesweite R-Wert bei 0,8 bis 0,9 - zehn Infizierte stecken also binnen einer Woche weniger als zehn weitere Menschen an. Doch in dem Wert steckten inzwischen mindestens zwei nebeneinander laufende Pandemien: B 1.1.7. expandiere mit einer Reproduktionszahl über 1. „Über kurz oder lang wird B.1.1.7 dominieren.“