Der Impfstoff von Janssen, einem Teil des US-Mischkonzerns Johnson & Johnson Foto: Cheryl Gerber/Johnson & Johnson/dpa

Der belgische Pharmaunternehmen Janssen, Teil des US-Konzerns Johnson & Johnson, hat bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam die Zulassung für seinen Corona-Impfstoff beantragt.

Die EMA teilte mit, sie werde bis Mitte März eine Stellungnahme zu dem Vakzin abgeben können. Weil Janssen bereits Daten geliefert hat, könne die Bewertung relativ schnell gehen. Bei einer Empfehlung müssen die EU-Kommission und in Deutschland noch das Paul-Ehrlich-Institut einem Einsatz zustimmen. Das war bei den bereits zugelassenen Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca aber jeweils nur eine Formalie.

Der Janssen-Impfstoff enthält harmlose Adeno-Viren, denen ein Gen eingepflanzt wurde, das für die Produktion eines Eiweißes von Corona-Viren nötig ist. Mit diesem „Spike-Protein“ gelingt es dem Corona-Virus, in menschliche Zellen einzudringen.

Durch die Adeno-Viren mit dem Gen beginnen Zellen im Körper, das Spike-Protein herzustellen. Das Immunsystem erkennt sie als feindlich und produziert Antikörper. Die Adeno-Viren aus dem Impfstoff verschwinden, weil sie sich nicht vermehren können.

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Wenn dann echte Corona-Viren in den Körper gelangen, treffen sie auf die Antikörper und werden bekämpft.

Der Impfstoff hat Vor- und Nachteile, wie bislang bekannt ist. Gut ist, dass er nicht wie andere Vakzine nicht tiefgekühlt werden muss, und dass offenbar eine Injektion für den vollen Impfschutz reicht. Bei den drei anderen Impfstoffen sind zwei Pikse nötig.

Dagegen ist die Wirksamkeit mit rund 70 Prozent niedriger als bei Biontech/Pfizer und Moderna, liegt etwa auf dem Niveau von Astrazeneca.

Deutschland hat gut 37 Millionen Impfdosen bei Johnson & Johnson bestellt.

Ein Antrag, den russischen Impfstoff Sputnik V in der EU zuzulassen, liegt übrigens noch nicht vor, gab die EMA bekannt.