In Deutschland gibt es jetzt zwei Impfstoffe - von Biontech/Pfizer und von Moderna.  Foto: imago images / Eibner

Kaum haben wir einen zweiten Impfstoff gegen Covid-19 auf dem Markt, wird diskutiert, ob sich jeder aussuchen können sollte, welches Mittel er bekommt. Berlins brachte die Idee ins Spiel. Gesundheitsminister Jens Spahn hat den Vorschlag verworfen. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint diese Debatte völlig absurd. Sie verwirrt nur.

Beides sind RNA-Impfstoffe

Auch ohne diese Idee zögert schon ein Großteil der Pflegerinnen und Pfleger, sich überhaupt impfen zu lassen, wie Umfragen ergaben. Das ist erschreckend. Hier fehlt es an Aufklärung und an Informationsmaterial.

Zum Hintergrund: Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna ähneln sich gerade in Hinsicht auf ihre Wirkung sehr. Das hat die Ständige Impfkommission in ihrer aktuellen Impfempfehlung nochmals bestätigt. Beides sind RNA-Impfstoffe. Sie haben eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. Auch mögliche Nebenwirkungen sind ähnlich.

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Wenn selbst Pflegekräfte unsicher sind, wie sollen dann Nicht-Mediziner und Nicht-Wissenschaftler die Präparate beurteilen oder sich gar für eines entscheiden können? Letztlich führt es doch eher dazu, dass sich weniger Menschen impfen lassen. Und das wäre fatal. Denn die Pandemie ist noch in vollem Gange.

Zu wenig Impfstoff

Die wesentlich ansteckendere Variante des Coronavirus B.1.1.7 verbreitet sich auch hierzulande munter weiter. Die Fallzahlen steigen und es sterben jeden Tag Hunderte Menschen.

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Wir haben in Deutschland noch immer die Situation, dass es zu wenig Impfstoff gibt. Daran wird auch die Lieferung von Moderna erstmal nichts ändern. Oberstes Ziel muss es sein, in kurzer Zeit so viele Menschen wie möglich gegen Covid-19 zu impfen. Und die Verteilung der Impf-Dosen und die Termin-Vergabe nicht noch mehr zu verkomplizieren. Sich den Impfstoff aussuchen zu können, ist eine Luxusdebatte, die wir uns im Moment nicht leisten können.