Astrazeneca-Chef Pascal Soriot hat keine entspannte Zeit.   Foto: 
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Neuer Wirbel um den Impfstoff von Astrazeneca: In den USA äußerte die Gesundheitsbehörde Zweifel, wie aussagekräftig Daten zur Wirksamkeit des Vakzins seien. Ein Daten-Überwachungsausschuss hatte sich besorgt gezeigt, dass das Unternehmen in eine neuere Untersuchung möglicherweise veraltete und unvollständige Daten aus einer vorhergehenden Studie einbezogen haben könnte.

Das Unternehmen, dessen Produkt in den USA noch nicht zugelassen ist, müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden.

Kurz vorher hatte Astrazeneca mitgeteilt, dass sich bei rund 32.500 Teilnehmern einer Studie in den USA, Chile und Peru eine hohe Schutzwirkung von 79 Prozent gezeigt habe, also 79 Prozent weniger Geimpfte erkrankten als Ungeimpfte. Bei der Vermeidung schwerer Covid-19-Fälle liege der Schutz sogar bei 100 Prozent.

Astrazeneca erklärte nach dem Rüffel, die veröffentlichten Zahlen basierten auf einer Zwischenanalyse mit dem Datenstichtag 17. Februar. Die Ergebnisse einer zusätzlichen Auswertung stimmten mit dieser Zwischenanalyse überein. Das britisch-schwedische Unternehmen kündigte an, sich umgehend mit dem Überwachungsausschuss in Verbindung zu setzen und die aktuellsten Wirksamkeitsdaten vorzulegen. Diese Ergebnisse würden innerhalb von 48 Stunden veröffentlicht.

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Zwar haben verschiedene andere Studien dem Vakzin eine gute Wirkung bescheinigt, Astrazeneca hatte sich aber schon 2020 mit chaotisch durchgeführten Untersuchungen blamiert. Nur aus Versehen kam heraus, dass der Stoff wirksamer sei, wenn die erste Spritze nur die halbe Wirkstoffmenge enthält.  

In Deutschland wurde das Vakzin zunächst nur für unter 65-Jährige empfohlen, weil die Datenbasis für ältere Impflinge unzureichend war. Diese Beschränkung und der Impfstopp wegen möglicher Nebenwirkungen sind inzwischen aufgehoben.