Die Vergleichsplattform Check24 vergleicht allerlei Produkte, verdient am Abschluss von Verträgen. imago/Christoph Hardt

Günstige Versicherungen zu finden, ist heute leichter als je zuvor: Vergleichsportale stellen die unterschiedlichen Angebote nebeneinander, locken obendrein mit Abschluss-Rabatten. Wer will da widerstehen? Doch es kann sein, dass das günstigste oder bestgeeignete Angebot überhaupt nicht im Vergleich enthalten ist.

Das geht aus einem Urteil des Landgerichtes Frankfurt hervor, das am Donnerstag bekannt wurde. Angeklagt waren die Betreiber des Internet-Vergleichsportals Check24. Im konkreten Fall geht es um einen Vergleich von Privathaftpflichtversicherungen. Im Prozess stellte sich heraus, dass der Vergleich nicht einmal die Hälfte des Marktes abgedeckt hatte, zahlreiche womöglich günstigere Anbieter also nicht enthalten waren.

Vergleichsportale sind Versicherungsmakler und verdienen an Provisionen

Aus diesem Grund verurteilte das Landgericht Frankfurt das Portal unter Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro, künftig seine Nutzer ausdrücklich auf die Grundlagen des Vergleichs hinzuweisen und die eigene Rolle als Versicherungsmakler klarer zu machen. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die das bereits rechtskräftige Urteil am Donnerstag vorstellte.

Nach Feststellung des Gerichts hatte Check24 nur die Tarife von 38 der 89 infrage kommenden Versicherungen geprüft. Es handelte sich laut Verbraucherzentrale ausschließlich um Unternehmen, die für einen Vertragsabschluss Provision zahlen würden. Große Anbieter wie die Huk-Coburg, CosmosDirekt oder Continentale fehlten ebenso wie der offensichtliche Hinweis auf die eingeschränkte Marktauswahl. Die entsprechenden Informationen hatte Check24 lediglich auf einer nur schwer auffindbaren Neben-Website bereitgehalten.

Das günstigste Angebot ist möglicherweise in dem Vergleich überhaupt nicht enthalten

„Das vermeintliche Topangebot muss längst nicht das günstigste am Markt sein, wenn die Mehrzahl der Versicherer gar nicht in den Vergleich einbezogen sind,“ sagte vzbv-Rechtsreferent David Bode in einer Mitteilung. „Verbraucher würden ein Vergleichsportal sicher anders bewerten, wenn klar ersichtlich ist, dass ihnen nur eine beschränkte Auswahl von Anbietern präsentiert wird.“

Check24 verwies darauf, die angegriffene Darstellung bereits seit 2019 nicht mehr zu verwenden und seitdem die geforderten Kundeninformationen deutlicher darzustellen. In vielen anderen Bereichen wie Energie, Telekommunikation oder KfZ-Versicherungen bilde man den Markt „weit über 90 bis 95 Prozent“ ab, wie eine Sprecherin erklärte. Das Portal verwies zudem auf die Rechtsauffassung, dass man nicht gezwungen werden könne, solche Versicherungen in die Vergleiche aufzunehmen, die für Vermittlungen keine Provision zahlten.

Das Oberlandesgericht Frankfurt bestätigte der dpa, dass die Berufung gegen das Urteil der ersten Instanz zurückgenommen wurde. Die Entscheidung ist damit rechtskräftig.