Genau hinschauen lohnt sich: Braucht es diese oder jene Versicherung wirklich? Wenn nicht: Weg damit! dpa/Christin Klose

Am Ende des Geldes ist immer so viel Monat übrig. Kennen Sie das auch? Dass das Gehalt bei den aktuell explodierenden Kosten nicht mehr die Ausgaben deckt? Es ist Zeit für einen ehrlichen Check: Wo kann ich Geld sparen? Vor allem da, wo die Ausgaben regelmäßig vom Konto abgehen. Bei den Versicherungen zum Beispiel. KURIER hat sieben Tipps zusammengestellt, mit denen Sie mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

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Jährliche Zahlweise bei Versicherungen spart bis zu 27 Prozent

Schon mit einem einfachen Schritt lässt sich bei Versicherungen sparen. „Beispielsweise ist es bei der Kfz-Versicherung meist günstiger, wenn man seinen Beitrag einmal im Jahr bezahlt statt monatlich“, sagt Julia Alice Böhne von der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten mit Sitz in Hamburg. Gleiches gilt in der Regel auch für alle anderen Versicherungen. Versicherer erheben rund fünf bis zehn Prozent „Ratenzahlungszuschlag“ auf die Jahresprämie, wenn z. B. monatlich gezahlt wird. Der Spitzenwert liegt sogar bei 27 Prozent Zuschlag.

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Der Hintergrund: Weniger Zahlungstermine bedeuten für die Anbieter einen geringeren Verwaltungs- und Personalaufwand. „Diese Ersparnis geben sie dann in Rabattform an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter“, so Böhne.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, was sie bei jährlicher Zahlweise kostet. Teilen Sie den Betrag durch zwölf und legen Sie jeden Monat die Summe auf ein Tagesgeldkonto. Dann können Sie im Folgejahr schmerzlos jährlich zahlen und bares Geld sparen.

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Regelmäßiger Tarifvergleich spart Geld für Versicherungen

Böhne empfiehlt, die eigenen Versicherungen regelmäßig genau unter die Lupe zu nehmen: „So mancher Versicherungsschutz ist in die Jahre gekommen und längst günstiger und zu besseren Konditionen zu bekommen.“ Hin und wieder macht ein Wechsel zu einem anderen Anbieter durchaus Sinn.

Tipp: Im Internet gibt es zahlreiche Vergleichs-Rechner. Achten Sie beim Vergleichen aber unbedingt auf die Leistungen. Wie hoch ist beispielsweise die Selbstbeteiligung? Welche Summe und was genau ist versichert? Im Schadensfall sei schließlich entscheidend, dass der Versicherungsvertrag eine ausreichende Absicherung bietet – „und nicht, dass er am günstigsten ist“, so Böhne.

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Geänderte Lebenssituation, geänderte Leistung: Nur 50 Prozent Kosten

Die Kinder sind aus dem Haus, aber Sie zahlen immer noch für eine Familienversicherung bei der privaten Haftpflichtversicherung? Hier lässt sich Geld sparen, wenn Sie den Tarif auf Ihre neue Lebenssituation umstellen lassen.

Ein anderes Beispiel: Sie sind mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zusammengezogen: Jetzt reicht es, nur noch eine statt zwei Hausratsversicherungen zu haben. Die andere kann gekündigt werden und man hat gleich viel mehr Geld in der Tasche, weil man die Hälfte spart. Auch bei der Privathaftpflichtversicherung genügt ein gemeinsamer Vertrag.

Überflüssige Versicherungen kündigen, spart 100 Prozent Kosten

Es ist der vielleicht logischste aller Spartipps zum Thema Versicherungen: Schließen Sie keine unnötigen Versicherungen ab oder kündigen Sie sie schnellstmöglich. Handy-, Brillen- und Reisegepäck­ver­si­che­rungen sind fast immer überflüssig. „Sie haben meist einen schlechten Leistungsumfang, sind aber vergleichsweise teuer“, erklärt Böhne.

Tipp: Hinterfragen Sie, welche Kosten im Versicherungsfall auf Sie zukämen. Könnten Sie die Kosten aus Ersparnissen zahlen, brauchen Sie keine Versicherung. Ein Beispiel: Geht das geliebte Handy kaputt, ist das ärgerlich. In existenzielle Nöte bringt Sie der Kauf eines neuen Smartphones aber nicht. Eine Handyversicherung ist deshalb überflüssig. Anders sieht es aus, wenn Ihr Haus abbrennt. Ohne eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung stehen Sie in einem solchen Fall vor dem finanziellen Ruin.

Wer Geld sparen will (oder muss), sollte seine Versicherungen kritisch prüfen. dpa/Patrick Pleul

Selbstbehalt senkt Versicherungsbeiträge

Der Versicherungsbeitrag lässt sich teilweise auch senken, indem man einen Selbstbehalt vereinbart. Das ist etwa in der Privathaftpflicht- oder Kfz-Kaskoversicherung möglich. Was für einen Selbstbehalt spricht? „Er schützt davor, dass der Versicherer in einem Bagatellfall den Versicherungsvertrag kündigt, da die Versicherung ja nur bei wirklich existenziellen Schäden in Anspruch genommen wird“, so Böhne.

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Alle Versicherungen bei einem Anbieter? Rabatte kritisch prüfen

Es ist der beliebteste Trick der Versicherungen, um Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen: Sie bieten Rabatte, wenn man mehrere Versicherungen bei ihnen abschließt. Klingt verlockend, hat aber mindestens zwei Haken: Zum einen läuft man Gefahr, eine Versicherung abzuschließen, die man gar nicht braucht (schließlich gibt es ja einen großzügigen Rabatt). Zum anderen bietet ein Versicherer selten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in allen Bereichen.

Tipp: Wer sich dennoch auf einen Berater verlassen will, schaut sich am besten nach einem unabhängigen Versicherungsmakler um, der nicht an eine Gesellschaft gebunden ist. Noch besser: Holen Sie im Internet selbst die besten Angebote ein, so sparen Sie auch noch das Geld für die Provision des Beraters (versteckte Kosten, die automatisch auf die Verträge umgelegt werden).

Premium-Tarife sind teuer und nicht immer besser

Schließen Sie keine sogenannten Premium-Tarife ohne genaue Prüfung ab: „Eventuell übersteigen die eingeschlossenen Leistungen den tatsächlichen Bedarf, und ein bedarfsgerechter Versicherungsschutz lässt sich auch günstiger abschließen“, so Böhne.