Ein Einkauf liegt in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. Wir verraten, wie Sie einfach 235 Euro beim Lebensmittel-Einkauf sparen können. Fabian Sommer/dpa

Pro Kopf und Jahr landen in Deutschland ca. 75 Kilogramm Essen im Müll! Allein in der Bundesrepublik werden jedes Jahr rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel insgesamt verschwendet. Und das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch richtig teuer. Etwa 235 Euro gibt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr für Lebensmittel aus, die am Ende im Abfall landen. Wie verraten, was unnötig weggeworfen wird und wie Sie sich diese Kohle sparen.

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1,7 Millionen Tonnen Backwaren landen jährlich in der Tonne

Brot kann zwei Dinge tun, wenn es seine besten Jahre hinter sich hat: altbacken oder schimmelig werden. Altbackenes Brot eignet sich hervorragend für die Zubereitung vieler köstlicher Rezepte. Wie wäre es mal wieder mit einem Strammen Maxen? Reiben Sie altbackenes Brot (einschließlich Krusten) für Semmelbrösel. Bewahren Sie einen Beutel im Gefrierschrank auf, um sie für Bouletten, Füllungen oder Kartoffelkroketten zu verwenden. Rösten Sie altbackenes Brot, beträufelt mit Öl, im Ofen, um schmackhafte Croûtons für Suppen oder Salate zuzubereiten. Sollte das Brot allerdings schon schimmeln, ist es auch dafür zu spät. Dann gehört es wirklich in den Müll.

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Fast neun Litern Milch pro Haushalt landen im Abfluss

Wenn Milch sauer riecht, trinken Sie sie nicht. Mit Milch ist das so eine Sache: Manchmal ist sie nach Ablauf des Verfallsdatums trinkbar, kann aber auch vorzeitig verderben, wenn es nicht richtig gelagert wird. Aber: Unsere Uromas hätten saure Milch weiterverarbeitet. Wenn sie sauer geworden ist, können Sie sie aber zum Beispiel noch zum Backen verwenden, da die Hitze des Ofens potenzielle Krankheitserreger abtötet. Ein Ersatz für Buttermilch ist das künstliche „Säuern“ von Milch durch Zugabe von Essig oder Zitronensaft. Nicht nötig, wenn Sie etwas Milch haben, die ihre besten Tage hinter sich hat: Verwenden Sie sie zum Backen.

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29 % des von Haushalten gekauften Frischobsts und -gemüses weggeworfen

Kartoffeln: Kartoffeln sind das am häufigsten weggeworfene Lebensmittel. Wenn sie weich, matschig, faltig, rissig, grün oder schimmelig geworden sind, essen Sie sie nicht. Aber wenn sie gerade angefangen haben, kleine Triebe zu sprießen, keine Sorge, schneiden Sie sie einfach ab und verwenden Sie sie in einem unserer köstlichen Kartoffelrezepte.

Kühlschrank Gemüse: Wenn Sie eine Kühlschrankschublade voller altem Gemüse haben, fürchten Sie sich nicht. Brokkoli, Paprika und Pilze stehen ganz oben auf der Liste der Gemüseverschwendung, aber es gibt viele Möglichkeiten, Kleinkram in leckeren Pfannengerichten aufzubrauchen. Probieren Sie auch mal eine selbstgemachte Gemüsebrühe. Aber: Verwenden Sie kein Gemüse, wenn es schleimig oder schimmelig wird.

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Bananen: Ein Blick zu unseren Nachbarn verrät: Britische Familien werfen jedes Jahr Bananen im Wert von 80 Millionen Pfund weg. Bewahren Sie Bananen lieber bei Zimmertemperatur als im Kühlschrank auf. Wenn Ihre Bananen ein wenig weich und braun sind, kann man prima Bananenbrot daraus machen oder Pancakes oder Smoothies.

Äpfel: Essen Sie niemals einen verschimmelten Apfel, aber ein faltiger Apfel macht immer noch einen köstlichen Apfelstreusel oder Apfelkuchen. Apfelkompott ist köstlich zum Frühstück mit Joghurt oder Porridge.

Frische Kräuter und Gewürze: Gehackte Kräuter halten nicht lange und wenn Sie vergessen, sie zu verwenden, werden sie schleimig, gelb und unbrauchbar. Sie können Kräuter, Chilischoten und Ingwer einfrieren und sie dann direkt aus dem Gefrierfach in Ihre Küche reiben, hacken oder zerbröseln.

Diese Gemüsebrühe eignet sich perfekt für Saucen. IMAGO/agefotostock

Fleisch: 346 Millionen Kilogramm landen jährlich im Müll

346 Millionen Kilogramm Fleisch landen in Deutschland jährlich im Müll. Dafür mussten umgerechnet 45 Millionen Hühner, vier Millionen Schweine und 200.000 Rinder sterben. Hühnchen, Speck und Schinken sind die beliebtesten Fleischsorten und sie werden auch am meisten verschwendet. Hier können Sie bei diesen teuren Produkten wirklich Geld sparen, indem Sie sie optimal nutzen. Wenn Sie keinen bestimmten Tag haben, an dem Sie das gekaufte Fleisch verbrauchen wollen, legen Sie es in den Gefrierschrank. Dann hält es länger

Alternativ können Sie diese Packung Fleisch sofort braten und das übrig gebliebene gebratene  Fleisch in den nächsten drei Tagen zum Mittagessen verwenden. Schneiden Sie gekochtes Hähnchen in dünne Streifen, um es schnell für Hähnchen-Fajitas, Suppen oder Curryreste griffbereit zu haben – achten Sie nur darauf, es vollständig durchgegart ist.

Bewahren Sie gegartes Fleisch drei bis vier Tage lang in verschlossenen Kartons im Kühlschrank auf, aber stellen Sie sicher, dass Sie es sofort kühlen und fern von rohem Fleisch aufbewahren, um eine Kreuzkontamination zu vermeiden.

Vorzukochen ist ’ne gute Sache: Das wusste schon Oma. Heute heißt es Meal Prep und sorgt für gesunde Mahlzeiten in hektischen Zeiten. IMAGO/agefotostock

Unsere Top-Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Planen Sie Ihre Mahlzeiten: Der wichtigste Weg, um Abfall zu reduzieren, besteht darin, vor dem Kauf zu wissen, was Sie brauchen (und was nicht). Das Erstellen einer Liste mit Rezepten, die Sie jeden Tag kochen werden, erspart Ihrem müden Gehirn am Ende des Tages zudem eine lästige weitere Aufgabe. Es lohnt sich also doppelt.

Vermeiden Sie Impulskäufe: Gehen Sie niemals mit leerem Magen einkaufen – dann kaufen Sie sicher zu viel. Und: Mehrfachkäufe oder Käufe in Großpackungen sind so verlockend, wenn Sie an die Einsparungen denken. Aber es ist keine Ersparnis, wenn Sie das Gekaufte später wegwerfen. Halten Sie sich an den Plan.

Kochen Sie der Einfachheit halber vor: Gekochte Lebensmittel, fertig zum Verzehr aus dem Kühlschrank, sind bequemer und einfacher zu verwenden als rohe. Das Garen von Fleisch und Gemüse im Stapelbetrieb ist wie ein Geschenk an Sie. Würfeln Sie das vorgekochte Essen dann einfach zu leckeren Rezepten zusammen und erwärmen Sie es kurz.

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Haben Sie das schon? Überprüfen Sie Ihren Kühlschrank und Ihre Schränke, während Sie eine Einkaufsliste erstellen. Machen Sie auch ein schnelles Foto Ihres Kühlschranks zum Mitnehmen. Wenn Sie bereits eine Zutat (oder die Bestandteile) haben, müssen Sie keine weiteren kaufen.