TV-Zuschauer müssen für TV-Dienste tiefer in die Tasche greifen.
TV-Zuschauer müssen für TV-Dienste tiefer in die Tasche greifen. dpa/Reinhardt

Kaum ein Preis, der in der letzten Zeit nicht angestiegen ist. Bei einigen Anbietern ist die Preiserhöhung aber erst auf dem zweiten Blick erkennbar, nachdem bisher eingeschlossene Dienstleistungen und Angebote nicht mehr im Paket vorhanden sind und teuer zugekauft werden müssen. Film- und Serienfans kommen um den Streaming-Anbieter Netflix kaum herum, Fußball-Fans setzen unter anderem auf den Abo-TV-Sender Dazn. Diese Details sind inzwischen über die neuen Preisstrukturen der TV-Anbieter bekannt!

Netflix hatte die kommende Änderung bereits angekündigt: Zukünftig wird es nicht mehr so einfach sein, einen Account über den Zugang von mehreren Haushalten zu nutzen. Auf diese Weise haben sich Studenten und andere Geringverdiener den Zugang zu dem beliebten Streamingdienst kostengünstig ermöglicht, doch der will dieses künftig erschweren. Völlig unterbunden wird das Account-Sharing nicht, was viele Netflix-Teilnutzer befürchtet hatten, aber der Streamingriese hält dafür künftig die Hand auf.

Netflix: Account-Sharing wird nicht verboten, sondern kostenpflichtig

Wie viel das Account-Sharing in Deutschland künftig kosten wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch in anderen Ländern wurde bereits eine neue Preispolitik eingeführt. So hatte Netflix in mehreren lateinamerikanischen Ländern für jeden Extra-Zugang eine Zusatzgebühr von 2,99 Dollar in Rechnung gestellt. In Costa Rica beispielsweise kosten Netflix-Accounts monatlich zwischen 9,99 und 19,99 Dollar, ähnliche Preismodelle gibt es auch in Chile und Peru. Nun soll dieser Aufschlag auch in weiteren Ländern Lateinamerikas eingeführt werden. Kontrollieren wird dies Netflix mit einer Steuerung, wer die Accounts benutzen darf.

Gleichzeitig will es Netflix erleichtern, einen bestehenden Shared-Account in einen eigenen umzuwandeln. So können sie eine eigene Watchlist anlegen und einen vergünstigten Tarif mit Werbeeinblendungen und eingeschränkten Inhalten buchen. In Deutschland soll die Neuerung nach bisherigen Informationen ab Frühjahr eingeführt werden.

Dazn: Neue Preismodelle und saftige Preiserhöhung für Bestandskunden

Anders läuft es beim Abo-TV-Sender Dazn für Neukunden: Diese können künftig unter drei Abo-Modellen wählen. Das günstigste kostet gerade einmal 9,99 Euro. Der Haken: Dies schließt so ziemlich alles aus, wofür Fußball-Fans Geld ausgeben würden, nämlich Bundesliga und Champions League. Eingeschlossen sind diese Spiele aber im zweitteuersten Paket namens Dazn Standard, das allerdings gleich dreimal so teuer ist, nämlich 29,99 bei monatlichem Kündigungsrecht, oder 24,99 als Jahresabo.

Damit könnten Fußball-Fans dann auch spanische und italienische Liga sowie NFF, Boxen und die NBA verfolgen. Das weitaus günstigere Standard-Paket beinhaltet nur ausgewählte internationale Pokalspiele, aber immerhin die Frauen-Champions-League, die auch in den teureren Paketen eingeschlossen sind.

Das teuerste Angebot Dazn Unlimited ermöglicht darüber hinaus, statt drei sechs Geräte anzuschließen und zwei Streams gleichzeitig anzuschauen. Das hat einen stolzen Preis von 29,99 Euro im Jahresabo und monatlich kündbar für 39,99 Euro. 

Bestandskunden können ihre vorhandenen Abos weiternutzen, allerdings waren ihnen bereits saftige Preiserhöhungen ins Haus geflattert, gegen die gerade die Verbraucherzentralen mit einer Sammelklage vorgehen wollen.