Wer Post von einer Inkassofirma bekommt, sollte die Forderung und die Kosten prüfen.  dpa/Christin Klose

Rechnung nicht oder zu spät bezahlt? Wer in finanziellen Nöten ist oder schlicht versäumt hat, einen überfälligen Betrag zu bezahlen, bekommt leicht Post von einem Inkassobüro. Dabei bleibt es aber selten bei einer freundlichen Zahlungserinnerung: Oft werden dabei hohe Zusatzkosten berechnet, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Mitunter übersteigen die Mahnkosten dabei den eigentlich fälligen Betrag. Das Inkassowesen ist inzwischen zu einer ganz eigenen Form der Abzocke geworden.

Doch das wird sich jetzt ändern: Denn ab dem 1. Oktober gilt ein neues Inkassorecht. Die Kosten werden dabei zum Teil gedeckelt. Eine überfällige Regelung, so Verbraucherschützer.

Inkasso-Zusatzgebühren belasten Verbraucher in Zahlungsschwierigkeiten

So lief es bisher: Inkassofirmen haben - orientiert an den Gebühren von Rechtsanwälten - selbst bei Kleinforderungen bis 50 Euro in der Regel 76,44 Euro berechnet, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Wer ohnehin in finanzieller Bedrängnis ist, den bringen die zusätzlichen Gebühren in zusätzliche Schwierigkeiten.

So läuft es zukünftig; Nun dürfen es maximal 32,40 Euro sein. Auch bei Forderungen über 50 Euro zieht der Gesetzgeber einen Kostendeckel ein. So werden zum Beispiel bei einer Forderung von 500 Euro künftig in der Regel noch knapp 53 Euro an Inkassokosten fällig. Wer ein Schreiben bekommt, sollte die Kosten prüfen. Lassen Sie sich nicht von Drohungen und unerfüllbaren Fristen beeindrucken: Verbraucherzentralen bieten Beratungsangebote, um auf möglicherweise unseriöse Inkassofirmen angemessen zu reagieren.