Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder warnt junge Leute vor einer Schuldenfalle Schufa

Trotz Sorgen um die Finanzen in Zeiten steigender Inflation haben die Menschen in Deutschland 2021 erstmals seit vier Jahren wieder mehr Ratenkredite aufgenommen. Größere Anschaffungen wurden (und werden) hingegen verschoben, wie aus dem „Risiko- und Kreditkompass“ der Auskunftei Schufa hervorgeht. Gefragt waren vor allem kleinere Summen, insbesondere von jungen Leuten, die  bei Bezahldiensten Kauf-jetzt-zahl-später-Möglichkeiten nutzen. Deshalb gibt es eine Warnung der Schufa, nicht den Überblick zu verlieren.

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Nachfrage-Boom nach Krediten bis 1000 Euro

2021 zählte die Schufa  6,9 Millionen neu abgeschlossene Ratenkredite,  4,5 Prozent mehr als 2020.  Die Nachfrage nach Krediten unter 1000 Euro nahm von 19,9 auf 29,5 Prozent zu. Ratenkredite über höhere Summen waren rückläufig.

Die große Nachfrage nach kleinen Krediten bei jungen Leuten hat einen Grund. „Das lässt sich offensichtlich auf sogenannte Buy-Now-Pay-Later-Angebote zurückführen“, sagte Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder.

Dabei handelt es sich um den Kauf auf Pump über Online-Bezahldienste. Bei manchen können Verbraucher im Nachhinein das Zahlungsziel auf später verschieben oder den offenen Betrag in Ratenzahlung  umwandeln.

Kredite über Bezahldienste: Vermeintlich praktisch, aber gefährlich für junge Leute

Bei anderen Bezahldiensten werden Rechnungen, die ein Kunde bei einem Händler hat,  zusammengefasst und später fällig gestellt. „Diese vermeintlich praktischen Bezahllösungen können sich für junge Menschen schnell als Schuldenfalle entpuppen“, warnte Schröder. Auch die Finanzaufsicht Bafin hatte eine entsprechende Warnung veröffentlicht.

Wie 2019 und 2020 wurden 2021 laut Schufa 97,9 Prozent aller Ratenkredite vertragsgemäß bedient. Die Pandemie habe erneut keine negativen Auswirkungen auf Ver- und Überschuldung gehabt.

Inzwischen hat sich die Inflation verstärkt, der Krieg in der Ukraine sorgt für Unsicherheit, und das hat Folgen. „Die Deutschen stellen größere Anschaffungen zurück. Dies spiegelt auch die Stimmung in unseren Verbraucherbefragungen wieder“, erläuterte  Schröder. Im Mai hätten 57 Prozent der Menschen angegeben, dass sie größere Investitionen aufschieben.