Das vermeintliche Superschnäppchen beim Onlineshopping erweist sich als Betrug? Sie müssen Ihr Geld nicht gleich verloren geben. Foto: imago images / Panthermedia

Der Online-Handel boomt. Nicht erst seit der Corona-Krise. Aber durch sie ganz besonders. Kein Wunder, dass sich neben überwiegend seriösen Händlern auch immer mehr schwarze Scharfe im Internet tummeln. Auf welche Maschen Sie nicht hereinfallen sollten und was Sie tun können, um ihr Geld wiederzubekommen – der KURIER klärt die wichtigsten Fragen.

Was ist Online-Vorkassenbetrug?

Die Masche ist eigentlich immer dieselbe: Es werden Waren zu sehr günstigen Preisen angeboten. Der Käufer kann sie nur per Vorkasse bezahlen. Die Ware selbst kommt dann aber nie an. Gut zu wissen: Ausreden wie „Ist beim Versand verloren gegangen“ zählen nicht. Händler sind hier immer in der Bringe-Pflicht. „Unversicherten Versand“, den manche Händler anbieten und damit das vermeintliche Risiko auf den Kunden übertragen wollen, sind unzulässig.

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Wo gilt besondere Vorsicht?

Unseriöse Angebote lauern nicht nur in fragwürdigen Onlineshops, sondern auch auf Verkaufsplattformen wie Ebay oder Amazon Marketplace und auf Kleinanzeigenportalen, warnt die Verbraucherzentrale. Gerade bei sehr günstigen Angeboten und bei Anbietern, die Zahlungen ins Ausland verlangen, ist größte Vorsicht geboten.

Woran kann man Betrug erkennen?

Auf Facebook zeigt die personalisierte Werbung immer wieder diese eine tolle Jacke zum Schnäppchenpreis. Doch die Seite, die sich dahinter verbirgt, kennen Sie nicht. Hier ist Vorsicht geboten. Gerade bei bislang unbekannten Onlinehändlern sollten Sie misstrauisch sein, wenn Vorkasse geleistet werden soll.

Wie kann ich die Seriosität des Anbieters prüfen?

Anbieter und ihre Seriosität können Sie durch Eingabe des Firmennamens in einer Suchmaschine prüfen. Oft erscheinen dann schon Warnhinweise von Kunden mit schlechten Erfahrungen. Achten Sie außerdem darauf, ob Sie sich auf der echten Internetseite eines Anbieter befinden oder auf einer gefälschten Kopie. Checken Sie das Impressum – das ist eine Pflichtangabe. Fehlt es, sind Sie auf einer unseriösen Seite unterwegs.

Wie hole ich mein Geld zurück?

Sollten Sie trotz aller Vorsicht dennoch auf Betrüger hereingefallen sein, können Sie versuchen, Ihr Geld zurückzuholen. Allerdings hängt der Erfolg hier stark von der Bezahlmethode ab. Eine Überweisung, die Sie selbst getätigt haben, kann meist nicht mehr rückgängig gemacht werden. Nur wenige Banken bieten eine „Stopp-Funktion“ – für wenige Minuten nach dem Abschicken – im Online-Banking-Zugang. Eine Überweisung ist also immer die schlechteste Option.

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Eine Lastschrift können Sie hingegen zurückzuholen – laut Verbraucherzentrale innerhalb von acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Abbuchung. Liegt eindeutig Betrug vor, verlängert sich die Frist sogar auf bis zu 13 Monate nachträglich. Auch Kreditkartenzahlungen können rückgängig gemacht werden. Im sogenannten Charge-Back-Verfahren können Zahlungen storniert werden. Dies kostet in aller Regel eine Bearbeitungsgebühr.

Was bringt ein Käuferschutz?

Bei vielen Internet-Bezahldiensten wie z. B. Paypal springt der Käuferschutz ein, wenn Sie einem Betrüger auf den Leim gegangen sind. Aber nicht immer ist das der Fall. So darf man das Geld zum Beispiel nicht über die Freunde-Option geschickt haben (das fordern Betrüger deshalb auch zumeist) und es muss sich um einen Warenkauf handeln.