Gewerblichen Anbietern kommen die Steuerbehörden mit einer Software auf die Schliche.
Gewerblichen Anbietern kommen die Steuerbehörden mit einer Software auf die Schliche. imago/Weber

Ein neues Steuergesetz sorgt gerade für massive Verwirrung bei Nutzerinnen und Nutzern beliebter Handelsplattformen, zu denen sowohl die Auktionsseite Ebay als auch Ferienzimmer- und Wohnungsvermittler Airbnb gehören. Während ganz Deutschland über Silvester-Chaoten diskutierte, war die EU-Richtlinie unbemerkt am 1. Januar in Kraft getreten, die den unaussprechlichen Titel Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) trägt. Nicht nur der sperrige Name, sondern auch der Inhalt des Gesetzes stiftet Verunsicherung.

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Verwirrung um 30 Transaktionen oder 2000 Euro Ebay-Einnahmen: Tatsächlich sind bereits 600 Euro steuerpflichtig!

Wer gewerblich auf diesen Plattformen anbietet, musste auch bisher Steuern für Verkäufe und Einnahmen abführen. Doch nun trifft es auch Privatanbieter. 30 verkaufte Artikel pro Jahr oder Einnahmen von mehr als 2000 Euro genügen dafür, dass die Plattform die Umsätze an die Finanzbehörden übermittelt, so steht es im Gesetz.

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Anders als bei Ebay-Kleinanzeigen, Facebook Marketplace und vergleichbaren Internet-Seiten haben Etsy, Ebay und Airbnb standardisierte Zahlungssysteme, über die sie Gebühren kassieren und Anbietern wie Käufern eine sichere Transaktion versprechen. Auch Ebay-Kleinanzeigen bietet ein eigenes Zahlungssystem zum Schutz vor Online-Betrug an, das allerdings nicht verpflichtend ist. Die plattformeigenen Zahlungssysteme geben den Betreibern einen genauen Überblick über Anzahl und Umsatz der Transaktionen, können also automatisiert an Behörden weitergereicht werden.

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Die im PStTG erwähnten minimal 30 Transaktionen oder 2000 Euro werden von Ebay- oder Airbnb-Anbieterinnen und -Anbietern jedoch leicht missverstanden: Nicht dies ist die Grenze, ab der Steuern fällig werden. Vielmehr liegt der Freibetrag bei 600 Euro. Liegen die Einnahmen darüber, müssen Sie diese versteuern, also auf jeden Fall eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Wer dies versäumt, dem droht unangenehme Post mit Fristsetzung, dies nachzuholen.

Gewerbliche Anbieter auf Ebay erkennen die Steuerbehörden mit der Software Xpider

Besonders unangenehm kann es für Privatanbieter werden, wenn das Finanzamt aufgrund der Zahl und Art der Transaktionen zu dem Schluss kommt, Sie seien ein gewerblicher Anbieter. Um solche Anbieter zu identifizieren, setzt das Bundeszentralamt für Steuern eine eigene Software namens Xpider ein. Selbst wenn Sie gar nicht unter ihrem Klarnamen, sondern beispielsweise als mausi123 auf Ebay anbieten, kommt Ihnen das Finanzamt auf die Schliche: Denn die Plattformbetreiber müssen auf behördliche Nachfrage die Kontaktinformationen herausgeben.

Die Schwelle, als gewerblicher Anbieter eingestuft zu werden, ist fließend und Steuerfachleuten zufolge eher hoch. Dennoch kann das Finanzamt beispielsweise aggressive Bewerbungen oder regelmäßiges Anbieten derselben Produkte als Merkmale für gewerbliches Handeln erkennen. Andererseits gerät beispielsweise eine Familie nicht automatisch ins Visier der Steuerermittler, wenn sie die Schwelle von 30 Transaktionen überschreiten.

Steuerfalle Spekulationsgewinn: So können Ebay-Anbieter sie umgehen

Eine Steuerfalle, die kaum ein Privatanbieter im Blick hat: Der Wiederverkauf von Wertgegenständen – darunter fällt ein neues iPhone ebenso wie Schmuck oder wertvolle Antiquitäten – innerhalb eines Jahres ist generell steuerpflichtig, daraus erzielte Einnahmen gelten als Spekulationsgewinn und müssen in der Steuererklärung (Anlage SO) vermerkt werden.

Steuern werden allerdings nur dann fällig, wenn wiederum ein Freibetrag von 600 Euro überschritten wird. Um dies zu vermeiden, bleiben Anbietern zwei Möglichkeiten: Entweder die Verkaufsgewinne bleiben unter diesem Betrag oder sie warten ein Jahr nach der Anschaffung ab, um den Gegenstand zu verkaufen.