Ein sanierungsbedürftiger Altbau in Prenzlauer Berg. imago/Imo (Archivfoto)

Schimmel an der Decke, Wasserhahn kaputt oder Fenster undicht: Solche Mängel müssen Mieterinnen und Mieter nicht hinnehmen, Vermieter müssen diese beheben lassen. Doch zunächst müssen Mieter Mängel in der Wohnung anzeigen. Denn nur dann haben Vermieterinnen und Vermieter auch die Möglichkeit, den Mangel zu beseitigen.

Was aber passiert, wenn ein Defekt nicht gemeldet wird und Folgekosten entstehen? Dann können diese deshalb nicht automatisch dem Vermieter angelastet werden. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Hanau (Az.: 2 S 123/19), auf die die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV) hinweist.

Wohnungsmangel nicht angezeigt: Defekter Spülkasten erhöhte Wasserverbrauch

In dem verhandelten Fall ging es um erhebliche Nebenkostennachzahlungen. Ein defekter Spülkasten in der Wohnung hatte einen deutlich erhöhten Wasserverbrauch verursacht, der durch den Versorger abgerechnet wurde. Der Vermieter hatte diese Kosten in der Jahresabrechnung auf den Mieter umgelegt. Diese Abrechnung hatte das Amtsgericht in erster Instanz bestätigt, der Mieter legte jedoch Berufung ein und gab an, dass der vermehrte Wasserverbrauch für ihn weder sichtbar noch hörbar gewesen wäre. Somit hätte er den Vermieter gar nicht früher informieren können.

Das Urteil: Das Landgericht bestätigte die erstinstanzliche Entscheidung. Es sei schlicht kaum vorstellbar, dass ein so massiver durch einen defekten Spülkasten verursachter Wasserverlust bei einem Mindestmaß an Aufmerksamkeit über mehrere Monate hinweg unerkannt bleibt. Denn auch ein häufig ortsabwesender Mieter muss seine Wohnung regelmäßig kontrollieren.