Sparen und der Umgang mit Geld wollen gelernt sein. Am Freitag (29.10.) ist Weltspartag.
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Am Ende des Geldes ist immer so viel Monat übrig? Dann geht es Ihnen wie vielen: 2020 galt jeder zehnte Deutsche als überschuldet. Das sind mehr als 6,8 Millionen Menschen. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass jeder Zweite, der 2020 eine Schuldnerberatung aufsuchte, zwischen 25 und 44 Jahren alt war. Aber auch wer auf ein gewisses Ziel hin sparen will, sollte jetzt dringend weiterlesen: Am Freitag (29.10.) ist Weltspartag – deshalb gibt der KURIER zehn Tipps, wie es mit dem Sparen klappt.

Gerade junge Menschen haben Probleme mit dem richtigen Umgang mit Geld. Fast ein Drittel (29,3 Prozent) der 20- bis 25-Jährigen und ein gutes Fünftel der 25- bis 30-Jährigen (21,3 Prozent) gaben eine unwirtschaftliche Haushaltsführung als Hauptauslöser für Überschuldung an – also einen wiederholt übermäßigen und überflüssigen Konsum.

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„Fehlende finanzielle Bildung sowie der durch die Familie und Gewohnheiten geprägte Umgang mit dem eigenen Geld hat gravierende Auswirkungen auf unser finanzielles Verhalten”, erklärt Susanne Krehl, Mitgründerin der App Fabit. „Dazu kommt, dass Rechnungskauf, günstige Kredite und ‚Buy now, pay later‘-Lösungen Impulskäufe befeuern. Da den Überblick über die Ausgaben und monatlichen Zahlungsverpflichtungen zu behalten, ist verdammt schwer. Vor allem dann, wenn man nie gelernt hat, worauf man bei der eigenen Budgetplanung achten muss.“

Geld sparen können setzt voraus, dass der Umgang mit dem verfügbaren Geld täglich gelingt und selbstbewusste Entscheidungen möglich sind, wofür Geld ausgegeben oder gespart wird.

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Spar-Tipp 1: Ausgaben aufschreiben

Es klingt altmodisch, aber: Finden Sie heraus, was Sie wann wofür ausgeben. Nutzen Sie dafür ein Haushaltsbuch. Nur rund ein Drittel der Deutschen führt privat ein Haushaltsbuch, um die täglichen Einnahmen und Ausgaben zu erfassen. Dabei ist das Haushaltsbuch die wichtigste Grundlage für die finanzielle Zukunft. Versuchen Sie deshalb mindestens einen Monat lang alle variablen Ausgaben festzuhalten.

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Spar-Tipp 2: Die Kontoauszugs-Ampel

Das Haushaltsbuch ist ein guter Anfang, um Ausgaben und Einnahmen festzuhalten. Ein weiterer Weg, das eigene Ausgabeverhalten besser kennenzulernen, ist die „Kontoauszugs-Ampel“.  Prüfen Sie Kontoauszüge regelmäßig nach dem Ampelprinzip. Nehmen Sie drei Textmarker und unterteilen Sie Ausgaben in „Muss“ (grün), „Okay“ (gelb) und „Hätte nicht sein müssen“ (rot). Dadurch sieht man schnell, an welchen Stellen man Geld einsparen kann.

Spar-Tipp 3: Einkaufsliste schreiben

Neben den Fixkosten für die Wohnung sind Lebensmittel oft der größte Kostenpunkt. Um die Ausgaben zu reduzieren, schreiben Sie am besten einen Einkaufszettel. Beim nächsten Einkauf verzichtet man dann auf Extras. Übrigens: Wenn die Produktauswahl zu groß ist, vergleichen Sie die Preise pro Mengenangabe. Die Läden sind gesetzlich dazu verpflichtet, den sogenannten Grundpreis anzugeben. Das sind im Supermarkt in der Regel 1 kg, 100 g, 1 l oder 100 ml. Das kann pro Einkauf eine ganze Menge Geld sparen.

Spar-Tipp 4: Beim Einkaufen Angebote nutzen

Das Lieblingsshampoo ist im Angebot? Dann kaufen Sie gleich zwei. Apropos Angebote: Mit Cashback-Karten oder Apps kann man pro Einkauf Punkte oder Prozente sammeln, die man später gegen Geld oder Prämien eintauschen kann.

Spar-Tipp 5: Impulskäufen widerstehen

Ob online oder beim Einkaufen: Impulskäufe reißen schnell ein Loch ins Budget. Deshalb sollte man ihnen widerstehen. Lassen Sie beispielsweise ein bisschen Zeit verstreichen, indem Sie beim Schaufensterbummel noch mal um den Block gehen. Der Trick funktioniert auch bei Online-Käufen: Legen Sie das Objekt der Begierde in den Einkaufswagen und lassen Sie es mindestens 24 Stunden drin. Bei besonders teuren Sachen sollte man sich für die Entscheidung 30 Tage Zeit lassen.

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Gerade junge Menschen haben Probleme mit dem richtigen Umgang mit Geld. imago images/Panthermedia

Spar-Tipp 6: Teure Verträge und Abos kündigen

Hand aufs Herz: Haben Sie einen Überblick darüber, welche Abos und Verträge Sie haben und welche davon Sie auch wirklich nutzen? Stellen Sie sich eine Übersicht zusammen und kündigen Sie alles, was Sie nicht wirklich brauchen oder nutzen. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich mal schauen, ob Strom, Autoversicherung und Co. im günstigsten Tarif sind.

Spar-Tipp 7: Sparrate am Anfang des Monats aufs Tagesgeldkonto überweisen

An der Binsenweisheit „Was man nicht hat, kann man auch nicht ausgeben“ ist sehr viel Wahres dran. Deshalb empfiehlt es sich, die Sparrate bereits am Monatsanfang auf einem separaten Konto, zum Beispiel einem Tagesgeldkonto, beiseitezulegen. So kommt man nicht in Versuchung, das Geld auszugeben, aber notfalls dran, wenn es doch nötig ist.

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Spar-Tipp 8: Sharing is caring – teilen und leihen

Man muss nicht alles selbst besitzen. Egal ob Bücher, Werkzeug oder Hobby-Ausrüstung – bei vielen Dingen lohnt es sich zu überlegen, ob eine gemeinsame Anschaffung mit Familienmitgliedern, Bekannten oder Nachbarn nicht mehr Sinn ergeben würde. Das gilt übrigens auch für Netflix und Co. Bei vielen Streaming-Accounts können mehrere Nutzer angemeldet werden.

Spar-Tipp 9: Gebraucht kaufen

Es gibt Situationen, da muss man einfach eine Anschaffung machen. Aber muss es immer ein fabrikneues Handy oder neue Kleidung sein? Secondhand ist gut für die Umwelt und liegt derzeit super im Trend. Außerdem lässt sich so auch richtig viel Geld sparen. Gerade bei Technik merkt man auch keinen Unterschied zu neuen Geräten. Oftmals werden auch neue Geräte mit kleinen Fehlern um ein Vielfaches günstiger verkauft.

Spar-Tipp 10: Mit Apps sparen

Auch Apps wie Fabit, Money Manager, Daily Budget Original oder Wallet helfen beim Sparen und beim verantwortungsbewussten Umgang mit Geld. Sie helfen Nutzern spielerisch und motivierend, Kosten und eventuelle Schulden zu reduzieren und dabei trotzdem eine hohe Lebensqualität zu haben. Im besten Fall verbessert eine App Ihre finanziellen Gewohnheiten langfristig.