Fünf bis zehn Prozent Trinkgeld haben sich in Deutschland im Restaurant eingebürgert.
Fünf bis zehn Prozent Trinkgeld haben sich in Deutschland im Restaurant eingebürgert. dpa/Sonja Marzoner

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Großzügigkeit und kleinen Geschenke. Und nicht wenige Menschen wollen sich zum Ende des Jahres auch bei Postboten, Müllabfuhr und Co mit einer Kleinigkeit bedanken. Aber gibt man da wirklich das klassische Trinkgeld? Und wie ist das eigentlich im Restaurant? Irgendwie stellt man sich doch immer wieder die gleichen Fragen: Wie viel Trinkgeld soll ich geben? Sind zwei Euro zu wenig? Und wenn ich mit der Leistung nicht zufrieden war – was mache ich dann? Wir klären auf!

Lesen Sie auch: Es ist so einfach! So senken Männer ihr Krebsrisiko um 22 Prozent >>

Restaurant: Bei klassischen Dienstleistern, zu denen die Kellner im Restaurant gehören – man könnte auch von „trinkgeldtypischen Unternehmen“ sprechen –, hätten sich fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld eingebürgert, sagt Linda Kaiser, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Knigge-Gesellschaft. Kaiser betont aber auch, dass das Trinkgeld stark vom persönlichen Verhältnis zum Dienstleister abhängt.

Lesen Sie auch: Horoskop für heute: Mittwoch, der 30. November 2022! So wird der Tag – laut Ihrem Sternzeichen >>

Für Dienstleistungen sind fünf bis zehn Prozent Trinkgeld üblich

Lieferdienst: Üblich ist ein kleiner Festbetrag – etwa ein oder zwei Euro. „Trinkgeld hat immer etwas mit Respekt vor guter Arbeit zu tun“, sagt Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern. Musste der Fahrer etwa 20 Minuten im strömenden Regen mit dem Rad zu Ihrer Wohnung fahren oder sich bis in den fünften Stock schleppen, können Sie mit gutem Gewissen ein höheres Trinkgeld geben.

Lesen Sie auch: Mann (39) tötet zwei Polizisten – weil er 22 tote Rehe im Auto versteckte >>

Friseur: Auch Friseure gehören zu den klassischen Dienstleistern – fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrages sind hier üblich.

Lesen Sie auch: Schämt euch, ihr Langfinger! Einbrecher wüten im Berliner Tierheim – und bringen die Tierschützer in Not >>

Masseure und Kosmetikerinnen: Hier gilt wie im Restaurant oder bei Friseuren die Fünf- bis Zehn-Prozent-Regel. Übrigens gilt generell: Wer zwar mit der Leistung an sich zufrieden ist, aber am Service etwas auszusetzen hatte, sollte nach Einschätzung der Deutschen Knigge-Gesellschaft nicht direkt auf das Trinkgeld verzichten. Besser sei es, so Kaiser, dem Personal eine zweite Chance zu geben. Denn nicht immer tragen die Mitarbeiter die Schuld an schlechtem Service.

Lesen Sie auch: Wundermittel gegen Erkältungen? Warnung vor Meditonsin wegen falscher Gesundheitsversprechen >>

Trinkgeld sollte man nach eigenem Ermessen geben – und nicht in jeder Branche muss es wirklich Geld sein.
Trinkgeld sollte man nach eigenem Ermessen geben – und nicht in jeder Branche muss es wirklich Geld sein. imago images/blickwinkel

Lesen Sie auch: 40-Tonner rammt Autos und Linienbus, dann kippt er auf die Seite – fünf Verletzte! >>

Handwerker: Bei handwerklichen Leistungen ist Trinkgeld laut der Deutschen Knigge-Gesellschaft eher unüblich. Kaiser betont aber, dass an die Stelle von reinem Bargeld kleine Aufmerksamkeiten wie Brotzeit, Mittagessen oder Kaffee treten können. Die Knigge-Gesellschaft empfiehlt, sich vor Arbeitsbeginn kurz nach den persönlichen Wünschen zu erkundigen. So stellen Verbraucherinnen und Verbraucher sicher, dem Dienstleister tatsächlich einen Mehrwert zu bieten. Klar ist aber auch, dass es hier – wie so oft beim Trinkgeld – keine pauschale Verhaltensregel gibt.

Lesen Sie auch: Zinsen steigen: Wie SIE Ihr Geld jetzt richtig anlegen – und was es Ihnen am Ende bringt >>

Statt Trinkgeld: Wertgrenzen bei Dankeschön beachten

Concierge: Im Hotel, etwa bei Inanspruchnahme des Concierge, haben sich für das Trinkgeld eher pauschale Sätze etabliert. Linda Kaiser zufolge sind beispielsweise beim Room Service ein bis zwei Euro pro Lieferung üblich. Sind Sie als Gast hingegen besonders zufrieden oder überzeugt das Hotel durch überdurchschnittlich guten Service, kann es auch mehr sein.

Lesen Sie auch: Grusel-Verbrechen schockt Baden-Baden: Vater tötet Mädchen (6) und vergeht sich an seiner Leiche >>

Brief- und Paketzusteller: Auch Brief- und Paketzusteller freuen sich über eine kleine Aufmerksamkeit, allerdings dürfen zumindest Mitarbeiter der Deutschen Post das klassische Trinkgeld eigentlich nicht annehmen. Üblich ist hier laut Linda Kaiser eine Gabe zum Jahresende, etwa um Weihnachten. Wichtig: Verbraucher sollten sich bei öffentlichen Unternehmen immer über die individuellen Wertgrenzen erkundigen. Private Dienstleister wie DPD und Hermes kennen in der Regel keine Beschränkungen für die Annahme von Geschenken, so Verbraucherschützerin Bueb.

Mitarbeiter der Müllabfuhr: Mitarbeiter der Müllabfuhr gehören zu den Berufsgruppen, die gar kein Trinkgeld annehmen dürfen. Kleine Sachgeschenke sind im Rahmen bestimmter Wertgrenzen aber okay. Wie wäre es mit ein paar selbstgebackenen Plätzchen oder leckerem Likör?

Woher kommt der Begriff Trinkgeld überhaupt?

Trinkgeld ist laut der Gesellschaft für deutsche Sprache im Deutschen schon seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Ursprünglich stand demnach der Wunsch des Spenders im Hintergrund, der hilfreiche Geist (Kellner, Postbote oder Helfer) möge auf sein Wohl etwas trinken. Das Geld war also ursprünglich tatsächlich zum Vertrinken gedacht.