Ein paar Scheine mehr in der Geldbörse wären toll? Dann machen Sie doch eine Steuererklärung.
Ein paar Scheine mehr in der Geldbörse wären toll? Dann machen Sie doch eine Steuererklärung. Monika Skolimowska/dpa

1000 Euro mehr auf dem Konto – einfach so. Wie klingt das für Sie? Verlockend? Dann verraten wir Ihnen jetzt, wie Sie an das Geld kommen – nämlich mit der Abgabe einer Steuererklärung. Die ist für viele Menschen in Deutschland verpflichtend. Für einige aber auch freiwillig. Trotzdem sollte sie jeder machen. Warum? „Laut dem Statistischem Bundesamt sind das im Schnitt pro Person 1051 Euro“, sagt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Steuern, die zuvor zu viel entrichtet wurden. DAS müssen Sie über die Steuererklärung wissen.

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Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Aber längst nicht jede oder jeder muss zwingend eine Steuererklärung abgeben. Wer verpflichtet ist, das für das Jahr 2021 zu tun, hat dafür bis einschließlich 31. Juli 2022 Zeit. Weil der Tag auf einen Sonntag fällt, sogar bis zum 1. August.

Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die verpflichtet sind, eine Steuererklärung zu erstellen, und merken, dass sie den Abgabetermin 31. Juli beziehungsweise 1. August nicht einhalten können, sollten beim Finanzamt rechtzeitig einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Ansonsten droht ein Verspätungszuschlag, falls man die Steuererklärung unentschuldigt verspätet abgibt.

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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Eine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung besteht etwa, wenn neben dem Arbeitslohn weitere Einkünfte von mehr als 410 Euro im Jahr erzielt wurden. „Hierbei geht es beispielsweise um Einkünfte durch eine Nebentätigkeit oder um Mieteinnahmen“, so Bauer.

Wer Lohnersatzleistungen wie etwa Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro erhalten hat, steht ebenfalls in der Pflicht, eine Steuererklärung abzugeben. Das gilt auch, wenn eine Frau oder ein Mann mehrere Arbeitgeber nebeneinander hatte, oder wenn ein Freibetrag beantragt wurde und der Arbeitslohn im Jahr 12.250 Euro – bei zusammenveranlagten Ehegatten 23.350 Euro – überstieg.

Haben beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen und ist einer der beiden in Steuerklasse V oder VI eingestuft, oder hatte sich das Paar für das sogenannte Faktorverfahren (Steuerklasse IV/Faktor) entschieden, ist ebenfalls eine Steuererklärung fällig. „Das ist auch der Fall, wenn beispielsweise eine Ehe durch Tod oder Scheidung endet oder wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin von einem Arbeitgeber eine Abfindung erhalten hat“, so Bauer.

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Steuererklärung fällig? Viel mehr als einen PC braucht es für die Erstellung und das Versenden heute nicht mehr.
Steuererklärung fällig? Viel mehr als einen PC braucht es für die Erstellung und das Versenden heute nicht mehr. Christin Klose/dpa

In welcher Form kann man die Steuererklärung übermitteln?

Formulare für die Steuererklärung liegen beim Finanzamt aus. Alternativ kann man sie sich aus dem Internet herunterladen. Möglich ist aber auch, die Erklärung papierlos ans Finanzamt zu schicken. Das geht etwa über das elektronische Finanzamt Elster. Inzwischen helfen auch im Handel erhältliche Softwareprogramme, Onlinetools oder Apps dabei, eine Steuererklärung zu erstellen.

„Die Steuerformulare 2021 unterscheiden sich für Arbeitnehmer nicht groß von denen des Jahres 2020“, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen mindestens den Mantelbogen – hier gehören unter anderem Name, Geburtsdatum und Adresse rein – ausfüllen. Außerdem die Anlage N für die Arbeitseinkünfte und die Anlage Vorsorgeaufwand für die Versicherungen. Eine vereinfachte Steuererklärung für Arbeitnehmer gehört seit dem Steuerjahr 2020 der Vergangenheit an.

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Was muss man bei der Steuererklärung sonst beachten?

„Belege oder Aufstellungen sind der Steuererklärung nicht mehr beizufügen“, sagt Bauer. Erst auf konkrete Nachfrage sind sie dem Finanzamt nachzureichen. Belege oder Spendenquittungen also besser nicht einfach entsorgen. Ab der Steuerfestsetzung, also ab dem Datum des Steuerbescheids, sind Spendenquittungen ein Jahr lang aufzubewahren“, so Daniela Karbe-Geßler.

Eine Ausnahme gibt es in Sachen Belege beifügen: Wer 2021 eine energetische Sanierung seines Wohnhauses hat vornehmen lassen, muss das in der neuen Anlage „Energetische Maßnahmen“ eintragen. „Außerdem ist die Bescheinigung des Fachbetriebs und des Energieberaters der Erklärung beizufügen“, erklärt Karbe-Geßler.