Wer den Kühlschrank ein Grad wärmer stellt, spart 5 Euro pro Jahr. Imago/Weber

Die Strompreise schnellen in die Höhe, viele fragen sich bange, wie sie die steigenden Rechnungen bezahlen sollen. Auf den Preis haben wir keinen Einfluss, aber auf den Verbrauch. Viele haben bislang darauf wenig geachtet, aber Experten rechnen vor, dass man den Verbrauch und damit die Kosten um bis zu 250 Euro und mehr drücken kann, wenn man zu Hause aufs Stromsparen achtet. Mit diesen Stromspar-Tipps von Verbraucherzentrale und dem Bundesministerium für Klimaschutz  für Küche, Bad und Wohnbereich dämpfen sie den Preis-Schock.

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So sparen Sie in der Küche Strom

1. Kühlschrank:  Temperatur richtig einstellen. 7 °C im oberen Fach reichen vollkommen aus. Wenn Sie die Temperatur um nur 1 °C niedriger stellen, steigt Ihr Stromverbrauch bereits um etwa sechs Prozent. Ein Grad mehr im Kühlschrank bringt 5 Euro pro Jahr. Und: Lassen Sie Speisen erst komplett abkühlen, bevor Sie sie hinein stellen.

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2. Gefrierschrank: Minus 18 °C sind optimal. Halten Sie die Türen von Kühl- und Gefrierschrank nicht zu lange offen. Wenn sich im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe Eis angesammelt hat, lohnt sich das Abtauen. Denn eine 1 Zentimeter dicke Eisschicht verdoppelt den Stromverbrauch des Gefrierfachs, spart 9 Euro pro Jahr.

3. Spülmaschine: Räumen Sie das Gerät möglichst voll. In eine Standard-Spülmaschine passen etwa 80 Teile. Nutzen Sie das Eco-Programm oder niedrige Temperaturen von 45 °C bis 55 °C. Die Programme dauern zwar etwas länger, sparen aber Wasser und Energie. Lieber nicht nutzen: Kurzprogramme brauchen mehr Wasser und Strom, weil hier bei weniger Zeit höhere Temperaturen benötigt werden. Ein Vorspülen ist nicht notwendig. Grobe Speisereste können Sie mit dem Besteck im Restmüll entfernen.

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4. Herd: Auf das Kochen entfallen rund 11 Prozent der jährlichen Stromkosten in einem durchschnittlichen 3-Personenhaushalt. Kochen und braten Sie immer mit Deckel – das spart 60 Prozent der Stromkosten (bringt 27 Euro pro Jahr). Und Zeit natürlich. Garen Sie Eier und Gemüse mit nur 2 Zentimeter Wasser im Topf, anstatt sie komplett mit Wasser bedeckt zu kochen (spart 10 Euro pro Jahr, bei dreimal Kochen pro Woche)).  Auch wichtig: die Topfgröße sollte zum Kochfeld passen. Außerdem gilt: kleineres Gerät, kleinerer Verbrauch. Kleingeräte wie Mikrowellen sparen Strom. Gerade für kleinere Portionen zahlt sich das aus. Schalten Sie Herdplatten und Backrohr bereits 10 Minuten früher aus. Die Restwärme ist für die Endzubereitung oft ausreichend.

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5. Wasserkocher: Füllen Sie diesen nur mit der Menge, die Sie auch tatsächlich benötigen. Das spart 14 Euro pro Jahr, wenn sie ihn täglich nutzen. Den Wasserkocher können Sie auch nutzen, wenn Sie zum Beispiel Wasser zum Kochen brauchen: Das Erhitzen im Wasserkocher geht viel schneller und damit enegieeffizienter!

6. Backofen: Backen mit Umluft spart etwa 15 Prozent Energie im Vergleich zu Ober- und Unterhitze. Das spart 18 Euro pro Jahr (einmal Backen pro Woche). Bei den meisten Speisen wie Auflauf, Pizza oder Kuchen können Sie aufs Vorheizen verzichten und zudem den Backofen einige Minuten früher ausmachen.

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So sparen Sie im Badezimmer Strom

7. Waschmaschine und Waschtrockner: Achten Sie darauf, das Gerät wirklich voll zu packen (spart 25 Euro pro Jahr, zweimal Waschen pro Woche). Waschen Sie mit niedrigen Temperaturen von 30 °C bis 40 °C. Das reicht bei normal verschmutzter Alltagswäsche völlig aus und hat auch den Vorteil, dass Ihre Kleidung länger hält. Stellen Sie einen hohen Schleudergang bei der Waschmaschine ein, wenn Sie einen Wäschetrockner nutzen. Das spart Zeit im Trockner, weil die Wäsche weniger nass ist.

Noch besser als ein Wäschetrockner: Lassen Sie Ihre Wäsche einfach an der Luft trocknen. Das geht auch im Winter! Nutzen Sie Eco-Programme: Die dauern zwar etwas länger, verbrauchen aber weniger Strom und Wasser. Das Energiesparprogramm spart 8 Euro pro Jahr (zweimal Waschen pro Woche).

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Mit Eco-Programmen spart man beim Wäschewaschen 8 Euro pro Jahr. Imago/Image Source

8. Bügeln:  Bügeln Sie daher nur jene Kleidungsstücke, bei denen es wirklich notwendig ist. Nutzen Sie die Restwärme! Einfach Bügeleisen früher ausstecken und die letzten Hemden mit dem noch heißen Bügeleisen glätten.

9. Bade- und Duschwasser: Wenn Sie Ihr Wasser mit Strom erhitzen, lohnt sich ein Sparduschkopf in Badewanne und Dusche sowie ein Strahlregler („Perlator“) beim Wasserhahn. Diese sorgen dafür, dass weniger warmes Wasser verbraucht wird. Beides erhalten Sie bereits für wenige Euro im Baumarkt. Stellen Sie außerdem die Temperatur am Durchlauferhitzer nicht zu hoch ein: Am besten so, dass der Wasserhahn auf „ganz heiß“ die angenehmste Temperatur hat.

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So sparen Sie Strom im Wohnbereich

10. Licht: Ersetzen Sie Glüh- und Halogenlampen durch sparsame LED. Sie verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom. Das bringt schon beim Austausch von drei Deckenlampen 55 Euro pro Jahr. Schalten Sie nur in den Räumen das Licht an, in denen Sie es wirklich benötigen. Hat Ihre Steh- oder Tischlampe nicht nur einen Schalter, sondern wird auch mit einem Netzteil betrieben, dann ziehen Sie immer den Stecker oder nutzen sie zusätzlich eine abschaltbare Steckerleiste. Denn ausgeschaltete Elektrogeräte entpuppen sich manchmal als „heimliche“ Stromfresser. Fühlen Sie, ob das Netzteil warm ist. Wenn ja, dann verbraucht das Gerät weiterhin Strom. Das ist häufig bei Steh- oder Schreibtischlampen, Laptops oder anderen Bürogeräten der Fall. Der ungenutzte Leistungsaufnahme kann hier von 0,5 bis 10 Watt variieren.

11. Fernseher: Große Fernseher können auch die bestmögliche Energieeffizienzklasse haben. Aber der Stromverbrauch ist höher als bei kleineren Geräten – wenn Sie auf den tatsächlichen Stromverbrauch achten.  Fragen Sie sich daher: Brauchen Sie wirklich die größte Bildschirmdiagonale?

12. Spielekonsole: Schalten Sie Ihre Spielekonsole immer komplett aus, wenn sie nicht spielen. Diese zieht oft im Stand-by-Modus weiterhin Strom, um zum Beispiel nachts selbstständig Updates zu installieren oder die USB-Anschlüsse mit Strom zu versorgen. Die Stand-by-Leistung von neueren Geräten darf nach EU-Vorgabe nur noch bis zu 0,5 Watt betragen. Aber: Das gilt nicht für Geräte, die mit einem Netzwerk verbunden sind – zum Beispiel Smart-TVs, Drucker oder Spielekonsolen. Hier gilt die EU-Obergrenze nicht. Bei solchen Geräten lohnt sich das Abschalten besonders, wenn Sie sie gerade nicht verwenden.

Schaltet man Spielekonsolen und andere Geräte, wenn man sie nicht braucht, mit einer Steckerleiste aus, spart man 60 Euro pro Jahr. Imago/Shotstop

13. Steckerleiste: Nutzen Sie für Receiver, Sprachassistenten, Spielekonsolen und andere Haushaltsgeräte am besten eine schaltbare Steckerleiste: Dann können Sie alle Geräte auf einmal ausschalten. Das spart bis zu 60 Euro im Jahr. 

14. Helligkeit einstellen: Wenn Sie nicht die maximale Helligkeit einstellen, dann sparen Sie etwas Strom. Auch bei einem Controller können Sie teils die Akzent-Beleuchtung für Tasten ausstellen – dann hält er etwas länger bis zum nächsten Aufladen.

So sparen Sie Strom im Home-Office und mit dem Computer

15. Computer: Laptop statt Desktop nutzen. Laptops verbrauchen grundsätzlich viel weniger Strom als Desktop-Computer. Wenn Sie Ihren Rechner vor allem fürs Surfen, für Office-Anwendungen oder zum Filme schauen nutzen wollen, dann überlegen Sie, ob ein Laptop für Sie nicht ausreicht. Es gibt auch Laptops für leistungsstarke Anwendungen – zum Beispiel für Grafik-Arbeiten oder zum Gaming. Auch sie verbrauchen trotz der stärkeren Komponenten wesentlich weniger Strom als ein Desktop-Computer. Falls Sie eventuell nur surfen wollen: Noch weniger verbrauchen Sie mit einem Tablet!

16. Energiesparmodus: Nutzen Sie beim Computer den „Energiesparmodus“ oder „Ruhezustand“ – vor allem wenn Sie oft den Arbeitsplatz verlassen. Richten Sie Ihren Computer so ein, dass dieser nach spätestens 15 Minuten Inaktivität in eine der beiden energiesparenden Einstellungen wechselt. Aber Achtung, auch Sparmodi sind unterschiedlich: Während mancher Stromsparmodus weiterhin Strom verbraucht, ist der „Ruhezustand“ mit dem Ausschalten des Geräts zu vergleichen. Die Verwendung eines Bildschirmschoners beim Computer ist keine Energiesparmaßnahme und „schont“ auch nicht den Bildschirm. Der Monitor und die Grafikkarte des PC verbrauchen gerade bei bunten bewegten Bildern mehr Strom! Wer den Computer in den Ruhezustand versetzt, statt den Bildschirmschoner zu aktivieren, spart 17 Euro pro Jahr (2 Stunden täglich den Bildschirmschoner vermeiden).

17. Steckerleiste: Besorgen Sie sich eine Steckerleiste mit Schalter um Geräte, die Sie gemeinsam mit dem Computer nutzen, zum Beispiel Drucker oder Lautsprecher, einfach gleichzeitig vom Stromnetz zu nehmen.

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18. WLAN: Schalten Sie nachts das WLAN des Routers aus. Hierzu müssen Sie den Router aber nicht unbedingt vom Netz nehmen. Bei den Einstellungen können Sie stattdessen eine Zeitsteuerung einstellen und die WLAN-Funktion nachts deaktivieren. Das bringt 12 Euro pro Jahr.

19. Smartphone: Beim Smartphone können Sie nachts in den Flugmodus wechseln: So müssen Sie weniger oft aufladen. Lassen Sie Ladegeräte nicht weiter in der Steckdose – es könnte sich um heimliche Stromfresser handeln.

20. Unnötige Funktionen und Programme ausschalten: Das gilt zum Beispiel für den Router, aber auch für Ihren Computer und Ihr Smartphone. Je weniger Dienste und Programme im Hintergrund laufen, desto weniger muss der Prozessor arbeiten. Schauen Sie hierzu beispielsweise in die Autostart-Einstellungen und schließen Sie Programme wieder, wenn Sie sie nicht mehr nutzen.