Polizisten sperren eine Straßen im nordrhein-westfälischen Hagen. Die Polizei geht Hinweisen auf eine mögliche Gefährdungslage an einer Synagoge nach.    dpa/Kai-Uwe Hagemann

Eine mögliche Gefährdungslage an einer jüdischen Synagoge hat am Mittwoch in Hagen in Nordrhein-Westfalen für einen Großeisatz der Polizei gesorgt. Die Polizei in Dortmund teilte am Abend mit: „Polizeiliche Schutzmaßnahmen wurden entsprechend angepasst. Wir stehen in einem engen Kontakt mit der jüdischen Gemeinde.“ 

Polizei am Ort des Geschehens präsent 

Ein Polizeisprecher sagte auf Anfrage, es seien Einsatzkräfte vor Ort. Nähere Angaben sollten aus einsatztaktischen Gründen aber nicht gemacht werden.

In der von massiven Polizeikräften abgesicherten Synagoge befanden sich am Abend laut dem Sprecher keine Menschen. Es gebe somit keine akute Gefährdung für Personen, fügte er hinzu.

In den späten Abendstunden wurde die Einsatzlage als  „statisch“ bezeichnet. Mehrere Hunde durchsuchten das Gebäude. 

Synagoge abgesperrt 

Die Synagoge blieb in in rund 250 Metern Umkreis abgesperrt, Anwohner mussten ihre Wohnungen allerdings nicht verlassen. Wer während des Polizeieinsatzes nach Hause kam, musste an den Absperrungen den Ausweis zeigen und wurde dann von Einsatzkräften bis zur Wohnung begleitet.

Die Polizei informierte die Anwohner per Twitter darüber.  

Auf Fotos sind behelmte Polizisten mit Maschinenpistolen zu sehen. Der Einsatz lief schon seit dem frühen Abend. Laut einem Bericht der Zeitung Westfalenpost ist eine Polizei-Hundertschaft angerückt. Die Polizisten patrouillieren vor der Synagoge und im Umfeld des Gotteshauses, wie die Zeitung weiter schreibt.

Minister lässt sich informieren 

Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich über den Polizeieinsatz an einer jüdischen Einrichtung in Hagen unmittelbar unterrichten lassen. „Der Minister ist umfassend informiert über die mögliche Gefährdungslage“, sagte ein Sprecher am Mittwochabend.

Die Umgebung der Synagoge in Hagen wird am Mittwochabend von der Polizei gesichert. Es gibt Hinweise auf eine mögliche Gefährdungslage. Foto: dpa/Henning Kaiser

Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz hat der Jüdischen Gemeinde angesichts der Bedrohungslage seine Solidarität versichert. „So wenig wir auch über die genaue Situation wissen – in unseren Gedanken sind wir bei der Jüdischen Gemeinde Hagen“, sagte er der Westfalenpost. Schulz hatte sich nach einem auswärtigen Termin auf den Weg gemacht, um sich vor Ort ein Bild von dem Einsatz zu verschaffen.

Am Mittwoch und Donnerstag ist Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag.