Manchester Citys Gabriel Jesus (r.) spitzelt mit einem ganz langen Bein das 2:0. Foto: AFP

Das wird sauschwer für Borussia Mönchengladbach in Europa. Der Kampf ums Viertelfinale in der Champions League ist nach dem 0:2 (0:1) gegen Manchester City fast schon vergeigt. Die Fohlen schwächeln überall, haben aktuell das Siegen verlernt und werden, zum Teufel, von Gabriel Jesus gnadenlos in die Hölle geschickt.

Bei den Borussen ist der Wurm drin. Vor Wochen noch haben sie die Bayern 3:2 geputzt und Dortmund 4:2 abgefertigt, nun geht nicht einmal was gegen Köln und gegen Mainz und wer gerade gegen die Citizens was erwartet hat – Pustekuchen. Ein Pech aber auch, dass die Engländer neben den Bayern derzeit die größte Nummer im Feld sind. Seit 26 Spielen sind sie ungeschlagen, die letzten 19 haben sie in Serie gewonnen und in Europas Königsklasse sind sie in dieser Saison eine Macht.

Kevin de Bruyne sitzt auf der Tribüne

Sie dominieren die Partie und oft hat es den Anschein, die Gladbacher wären das Kaninchen und die Engländer die Schlange. Dabei sitzt mit Kevin de Bruyne einer ihrer Besten nur auf der Tribüne, City-Keeper Ederson wird kaum beschäftigt, die Gladbacher Angriffsversuche haben den Charakter vereinzelter Nadelstiche. Gefahr kommt aber nie auf, weil die Kugel nicht einmal ansatzweise bis zu Alassane Plea, Borussias einzigem Stürmer, gelangt. Wenn es doch mal klappen könnte, hat Denis Zakaria nicht das nötige Gefühl im Fuß, um den Franzosen bei der ersten (!) hoffnungsvollen Chance exakt zu bedienen (59.).

Da schon hat das Team von Trainer Pep Guardiola längst bewiesen, dass es in allen Belangen die Nase vorn hat, in den Zweikämpfen, im Passspiel, bei Ecken, Chancen, überall. Und wenn die Gladbacher die City-Dominanz mit Fehlpässen wie von Christopher Kramer unterstützen, köpft Bernardo Silva, 173 Zentimeter nur groß, zum 0:1 ein (29.). Nico Elvedi, der 1,89-m-Hüne, taucht unter der Flanke einfach mal drunter weg …

Ilkay Gündogan dirigiert

Während sich die Fohlen nach allen Regeln der Kunst abmühen, bleiben die Citizens, vom spielstarken Ilkay Gündogan dirigiert, kühl bis in die Haarspitzen. Ein Glück nur, dass Gabriel Jesus bei einem Zuspiel-Klops von Lars Stindl allein vor Keeper Yann Sommer die Zeitlupe einlegt und in letzter Sekunde geblockt wird (54.). Dafür ist der Brasilianer, mit 1,75 m und 71 Kilo ebenso eine eigentlich halbe Portion, im Zentrum hellwach und schiebt zum 0:2 ein (65.). Und wieder leistet mit Bernardo Silva der andere „Zwerg“ mit dem Kopf (!) die Vorarbeit.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Wunder beim Rückspiel am 16. März, auch weil Hannes Wolf in allerletzter Sekunde mit der besten Chance an City-Keeper Ederson scheitert. Besser gleich auf mehrere, denn die Citizens sind in der Champions League länger als zehn Stunden, nun exakt 616 Minuten, ohne Gegentor. Um aber weiterzukommen, bräuchte es mindestens zwei. Himmel hilf!