Darf sich freuen: Cristiano Ronaldo (37) soll 200 Millionen Euro von Saudi-Klub Al-Nasr geboten – pro Jahr versteht sich.
Darf sich freuen: Cristiano Ronaldo (37) soll 200 Millionen Euro von Saudi-Klub Al-Nasr geboten – pro Jahr versteht sich. IMAGO / Agencia MexSport

Auch aufgrund der Gruppenkonstellation - Deutschland ist mit bislang einem Punkt Letzter hinter Spanien (4), Japan (3) und Costa Rica (3) - gehe er „sehr stark“ von einer defensiven Ausrichtung der Mittelamerikaner aus. Costa Rica könnte ein Remis zum Einzug in die K.o.-Runde genügen.

„Wir wollen das Spiel natürlich gerne früh klar machen, um auch etwas Druck auf die andere Partie auszuüben, aber wir wissen, dass es schwer wird, gegen eine sehr defensive Mannschaft“, sagte Flick.

Seit dem 20. November rollt der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Wie schlägt sich die deutsche Nationalmannschaft bei der ersten Winter-WM aller Zeiten? Kann das Team von Bundestrainer Hansi Flick das blamable Vorrunden-Aus bei der vergangenen WM in Russland vergessen machen? Welcher Kicker wird der beste Spieler des Turniers, welche Stars trumpfen in Katar auf? Im KURIER-Live-Ticker sind täglich aktuell alle Nachrichten, Ergebnisse, Tabellen und Aufreger zur DFB-Elf sowie allen anderen Teams bei der Wüsten-WM zu finden.

+++ Mittwoch, 30. November +++

Auch bei WM-Pleite: Hansi Flick denkt nicht an Rücktritt 

Bundestrainer Hansi Flick denkt auch im Fall des Ausscheidens in der WM-Vorrunde nicht an einen Rücktritt. „Das kann ich bestätigen, von meiner Seite - ich weiß nicht, was sonst noch so kommt“, sagte Flick am Mittwoch im FIFA-Medienzentrum in Al-Rajjan. „Ich habe Vertrag bis 2024, ich freue mich auf die Heim-EM, aber das ist noch lange hin.“ Die DFB-Auswahl braucht am Donnerstag (20.00 Uhr/ARD und Magenta TV) einen Sieg gegen Costa Rica, um das Achtelfinale der Fußball-Endrunde in Katar zu erreichen.

Auch aufgrund der Gruppenkonstellation - Deutschland ist mit bislang einem Punkt Letzter hinter Spanien (4), Japan (3) und Costa Rica (3) - gehe er „sehr stark“ von einer defensiven Ausrichtung der Mittelamerikaner aus. Costa Rica könnte ein Remis zum Einzug in die K.o.-Runde genügen.

„Wir wollen das Spiel natürlich gerne früh klar machen, um auch etwas Druck auf die andere Partie auszuüben, aber wir wissen, dass es schwer wird, gegen eine sehr defensive Mannschaft“, sagte Flick.

Kauft Saudi-Arabien Ronaldo?

Die Zukunft des aktuell vereinslosen Cristiano Ronaldo (37) wird in diesen Tagen immer wieder diskutiert. Eine neue, heiße Spur führt laut der meist bestens informierten spanischen Zeitung Marca nach Saudi-Arabien.

Demnach habe sich der 37 Jahre alte Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft mit dem saudischen Klub Al-Nasr Verein bereits auf einen Zweieinhalbjahresvertrag geeinigt. Das unglaubliche Gesamtvolumen des Deals soll in etwa bei 200 Millionen Euro einschließlich Werbeeinnahmen liegen – pro Saison versteht sich. Kommt es so, würde sich Ronaldo, der seit der schmutzigen Trennung von Manchester United seit vergangener Woche vereinslos ist, für das Geld und gegen eine sportliche Perspektive entscheiden.

Matthäus lästert über Joachim Löw

Lothar Matthäus geht fest davon aus, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar das Achtelfinale erreichen wird. Im Vergleich zum blamablen Vorrunden-Aus vor vier Jahren sei die Situation eine ganz andere.

„Wir haben Spieler, die damals nicht dabei waren, der Bundestrainer heißt Hansi Flick (57) und nicht Jogi Löw (62). Und Costa Rica ist nicht so stark wie Südkorea“, schrieb Matthäus in einer Kolumne für die „Sport Bild“. Der 61-Jährige hält auch einen „hohen Sieg“ am Donnerstag (20 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) für möglich, der aus DFB-Sicht nötig wäre, falls Japan gegen Spanien gewinnt. „Unsere Chance weiterzukommen ist wesentlich größer, als die Gefahr auszuscheiden“, meinte Matthäus.

Das 1:1 gegen Spanien habe der deutschen Mannschaft mehr Selbstvertrauen gegeben als das „glückliche 2:1 gegen Schweden“ 2018, führte Matthäus aus. „Sie haben jetzt ein gutes Spiel gemacht, sich gesteigert und verdient einen Punkt geholt.“ Die DFB-Elf habe gegen einen WM-Mitfavoriten ein „starkes Signal“ gesendet. „Die deutschen Tugenden, die wir zuletzt etwas vermisst hatten, sind zurück“, schrieb der deutsche Rekord-Nationalspieler.

Katar verteidigt Todesstrafe für Homosexuelle

Der katarische Energieminister Saad Scherida Al-Kaabi (55) richtet scharfe Worte an Deutschland nach dem Katars Gas-Deal mit der Bundesregierung öffentlich wurde. Änderungen in der Zukunft im Umgang mit der LGBTQ-Bewegung in seinem Land erteilt er eine klare Absage. Noch schlimmer: Gastgeber Katar verteidigt Todesstrafe für Homosexuelle! Mehr darüber lesen Sie hier.

Kann das gutgehen? DFB mit Horror-Bilanz

Au Backe! Diese Bilanz macht wenig Hoffnung auf den WM-Titel! Bei DFB-Torwart Manuel Neuer steht die Null schon lange nicht mehr. In den letzten zehn Spielen bei Welt- und Europameisterschaften kassierte die Fußball-Nationalmannschaft immer mindestens einen Gegentreffer und geriet zudem im Laufe des Spiels immer in Rückstand.

Diese seit dem EM-Halbfinale 2016 gegen Frankreich (0:2) laufende Serie setzte sich auch bei der WM in Katar in den Gruppenspielen gegen Japan (1:2) und Spanien (1:1) fort.

Deutsche bekommen WM-Lust

Das Interesse an WM-Spielen mit Beteiligung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nimmt zu. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 37 Prozent der Deutschen an, das dritte Gruppenspiel der DFB-Auswahl gegen Costa Rica am Donnerstag (20.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) live vor dem Bildschirm schauen zu wollen. 54 Prozent haben dies nicht vor, 10 Prozent machten keine Angabe. Die Abweichung von 100 Prozent ist in den Rundungsdifferenzen begründet.

Zum Vergleich: 24 Prozent hatten in einer vorherigen Umfrage angegeben, das erste Gruppenspiel gegen Japan am 23. November um 14.00 Uhr live schauen zu wollen, 33 Prozent das zweite Gruppenspiel gegen Spanien am 27. November um 20.00 Uhr.

Kampf ums Achtelfinale: Das bringt der WM-Tag

Tunesien - Frankreich (16.00 Uhr/ZDF und MagentaTV): Der Weltmeister steht bereits im Achtelfinale und so gut wie sicher auch als Gruppensieger fest. Trainer Didier Deschamps hat daher einige Änderungen in der Startelf angekündigt. Ganz anders ist die Situation bei den Tunesiern. Die Nordafrikaner müssen gewinnen und sind zudem vom Ausgang des Duells zwischen Dänemark und Australien abhängig.

Australien - Dänemark (16.00 Uhr/MagentaTV): Die Socceroos aus Australien hoffen auf den ersten Achtelfinal-Einzug bei einer WM seit 16 Jahren. Mit einem Sieg wären sie sicher weiter. Auch ein Unentschieden würde reichen, wenn Tunesien nicht gegen Frankreich gewinnt. Darauf hoffen auch die Dänen, die dann ihrerseits bei einem Sieg weiter wären. 

Saudi-Arabien - Mexiko (20.00 Uhr MEZ/MagentaTV): Saudi-Arabien hat das Weiterkommen selbst in der Hand. Bei einem Sieg stünde das Team von Trainer Hervé Renard sicher im Achtelfinale. Mexiko muss dagegen auf ein kleines Fußball-Wunder hoffen. Erste Voraussetzung ist ein eigener Sieg. Gelingt der, kommt es auch noch auf den Ausgang der Partie Polen gegen Argentinien an.

Polen - Argentinien (20.00 Uhr/ZDF und MagentaTV): Showdown der Superstars: Robert Lewandowski geht mit Polen als Tabellenführer der Gruppe C in das Duell mit Argentinien und Lionel Messi. Den Polen reicht bereits ein Remis zum Weiterkommen. Es wäre der erste Einzug in ein WM-Achtelfinale seit 1986.  Doch auch bei den Südamerikanern, bei denen Messi sein 22. WM-Spiel bestreitet und damit mit Diego Maradona gleichzieht, ist die Zuversicht groß. Um ganz sicher im Turnier zu bleiben, müssen sie jedoch gewinnen.

England feiert Marcus Rashford

Englands Nationaltrainer Gareth Southgate hat Doppeltorschütze Marcus Rashford nach dem 3:0-Sieg gegen Wales ausdrücklich für dessen große Fortschritte gelobt. „Im Sommer hatte ich ein langes Gespräch mit ihm. Er hatte klare Ideen, wo er ansetzen muss. Man sieht es bei ihm im Club, dass er glücklich ist und gute Leistungen zeigt in dieser Saison“, sagte Southgate, der den Angreifer von Manchester United am Dienstagabend in Al-Rajjan erstmals bei dieser WM von Anfang an spielen ließ. Der 25 Jahre alte Rashford dankte es mit zwei Toren, darunter ein sehenswerter Freistoßtreffer.

„Wir haben eine ganz andere Version als bei der EM letzten Sommer. Er hat dafür gesorgt, dass er diese speziellen Momente schafft. Er hätte einen Hattrick erzielen können. Das ist großartig für ihn und großartig für uns“, sagte Southgate. Ob Rashford auch am Sonntag (20.00 Uhr) im Achtelfinale gegen Senegal von Beginn an spielt, ist offen. Auf den Flügeln ist die Konkurrenz in Person von Raheem Sterling, Bukayo Saka und Phil Foden extrem groß. In den ersten beiden Spielen gegen Iran (6:2) und USA (0:0) waren Sterling und Saka die Stammbesetzung.

Gute TV-Quote bei USA-Sieg gegen Iran

5,83 Millionen Fußball-Fans haben am Dienstagabend die Live-Übertragung vom brisanten WM-Gruppenspiel zwischen den USA und Iran (1:0) verfolgt. Der Marktanteil belief sich auf 21,0 Prozent. Es war die Sendung am Dienstag im Ersten, die die höchste Reichweite erzielte.

Das 16.00-Uhr-Spiel zwischen den Niederlanden und Gastgeber Katar (2:0) verfolgten hingegen nur 3,10 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer (MA: 22,1 Prozent) in der ARD.

+++ Dienstag, 29. November +++

Vorsicht, DFB-Stars! Jetzt müsst ihr alle nach ihrer Pfeife tanzen

Höchste Zeit: Frankreichs Top-Schiedsrichterin pfeift Deutschlands Spiel gegen Costa Rica, wird damit die erste Frau, die ein WM-Spiel der Männer pfeift.  
Höchste Zeit: Frankreichs Top-Schiedsrichterin pfeift Deutschlands Spiel gegen Costa Rica, wird damit die erste Frau, die ein WM-Spiel der Männer pfeift.   AP

Hey, DFB-Stars – jetzt ist Benehmen angesagt! Stephanie Frappart schreibt Fußball-Geschichte: Die nur 1,64 Meter große Französin wurde am Dienstag vom Weltverband FIFA für die Leitung der WM-Partie am Donnerstag zwischen Deutschland und Costa Rica (20 Uhr/ARD) angesetzt. Die 38-Jährige wird damit zur ersten Schiedsrichterin, die eine Partie bei einer Männer-WM pfeift.

Nicht nur Fußball-Deutschland horchte auf. Frappart allerdings bekam vom Rummel auf Twitter, Instagram und Facebook rund um ihre Nominierung nichts mit. Dem Internet-Getöse um diesen historischen Moment schob sie aber ganz bewusst einen Riegel vor. „Ich bin nicht in den sozialen Netzwerken aktiv“, sagte Frappart: „Ich möchte da nicht in alles hineingezogen werden.“

England siegt im Bruderduell, auch die USA stehen im Achtelfinale

Englands Marcus Rashford fiert seinen zweiten Treffer im Duell gegen Wales. 
Englands Marcus Rashford fiert seinen zweiten Treffer im Duell gegen Wales.  AP/Frank Augstein

Spektakulärer Doppelschlag und Jubiläumstor in der „Battle of Britain“: Wales konnte nur eine Halbzeit gegen England mithalten, in Durchgang zwei schossen die Three Lions den Rivalen von der Insel aus dem Turnier. Marcus Rashford eröffnete mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 50. Spielminute den Torreigen, später erzielte der Angreifer auch noch den 100. WM-Treffer für England (68.). Wenige Wimpernschläge nach der Führung hatte Phil Foden zum 2:0 (51.) getroffen. Im Achtelfinale wartet nun der Senegal auf das Team von Gareth Southgate. 

Ein Treffer des später verletzt ausgewechselten Christian Pulisic (38.) langte den USA, um den Iran im direkten Duell noch zu überflügeln. In der K.o.-Runde sind jetzt die Niederländer der Gegner des kommenden WM-Gastgebers.

Auch ohne Mané: Senegal wie die Niederlande im Achtelfinale

Gut gespielt, verdient gewonnen: Auch ohne den verletzten Superstar Sadio Mane hat die Fußball-Nationalmannschaft des Senegal zum ersten Mal seit 2002 das WM-Achtelfinale erreicht. Die Afrikaner setzten sich in einer Art Endspiel mit 2:1 (1:0) gegen Ecuador durch. In der K.o.-Runde treffen die „Löwen von Teranga“ als Gruppenzweiter auf den Sieger der Gruppe B mit England. 

Auch Holland hüpft. Das Oranje-Team von Trainer Louis van Gaal sicherte sich mit einem 2:0 (1:0) über Katar in einem schwachen Spiel den Sieg in Gruppe A und fügte dem Gastgeber die dritte Niederlage im dritten Vorrunden-Spiel zu.

Bottle of Britain auf der Insel erwartet

Walisische Fans warten in Doha vor dem Match gegen England in den Bars und Cafes auf den Anstoß.
Walisische Fans warten in Doha vor dem Match gegen England in den Bars und Cafes auf den Anstoß. Imago/PA Images

Ansturm auf die Pubs im Vereinten Königreich. Beim allerersten Aufeinandertreffen zweier Team von der Insel im Rahmen einer WM kommt es in Anlehnung an die alte Weltkriegs-Metapher „Battle of Britain“ zur „Bottle of Britain“. Das englische Boulevardblatt The Sun befürchtet einen Biernotstand.

Bis zu 12 Millionen Pints sollen heute über den Tresen gehen. Der Feierabendverkehr in London und Umgebung soll um bis zu 13 Prozent steigen. Weil jeder den Kampf der Titanen, das Duell Harry Kane gegen Gareth Bale sehen will. Seit den frühen Morgenstunden stürmen die Briten die Kneipen und liegen sich oft singend und gegenseitig neckend in den Armen. Auch in Katar, wo der halbe Liter um die 12 Euro kostet. Wales muss siegen, England kommt mit jedem Resultat weiter außer einer Niederlage mit vier Toren Differenz. 

SO kommt Deutschland ins WM-Achtelfinale

Die Spannung steigt! Damit Deutschland bei der WM am Ball bleibt und ins Achtelfinale einzieht, muss das Team von Bundestrainer Hansi Flick gegen Costa Rica (Donnerstag, 20 Uhr ARD und MagentaTV) auf jeden Fall gewinnen – und dann kommt es möglicherweise noch auf das Parallelspiel zwischen Japan und Spanien an. Die ganze Geschichte lesen Sie hier

DFB bangt um Goretzka, Raum und Kehrer

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre Trainingseinheit zwei Tage vor dem WM-Gruppenfinale gegen Costa Rica ohne Leon Goretzka, David Raum und Thilo Kehrer absolviert. Das Trio übte wegen der Belastungssteuerung individuell. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Raum erlitt im Spiel gegen Spanien (1:1) eine Rippenprellung.

Die restlichen 23 Spieler des Kaders nahmen in Al-Shamal die Vorbereitung auf die Begegnung am Donnerstag (20.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) auf. Die DFB-Auswahl benötigt gegen Costa Rica für den Einzug ins Achtelfinale einen Sieg und die Schützenhilfe Spaniens im Parallelspiel gegen Japan.

Australien-Coach Graham Arnold sorgt für Lacher

Auf diese Erinnerung hätte Australiens Nationaltrainer Graham Arnold wohl gerne verzichtet, seine Reaktion war aber umso charmanter. Der 59-Jährige wurde bei der Pressekonferenz der Socceroos am Dienstag von einem Journalisten auf sein letztes Länderspiel als Aktiver angesprochen. Auf den Tag genau vor 25 Jahren hatten Arnold und die Australier in den Playoffs der WM-Qualifikation 2:2 gegen den Iran gespielt und dadurch die Teilnahme am Turnier 1998 in Frankreich verpasst. Was er aus dieser Partie mitnehmen könne mit Blick auf die aktuell laufende WM in Katar, wurde Arnold gefragt - und sorgte mit seiner Antwort für Lacher.

„Danke für das Ruinieren meines Tages“, scherzte Arnold. „Das war vermutlich einer der schlimmsten Momente meines Fußballerlebens. Vielen Dank.“ Danach konnte es sich der Coach nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass das letzte Gruppenspiel der Australier gegen Dänemark am Mittwoch (16.00 Uhr/MagentaTV) und damit am 30. November stattfindet. Der 29. sei also nur ein Trainingstag.

WM-Flitzer wieder frei

Klare Botschaften: Ein WM-Flitzer beim Spiel Portugal gegen Uruguay stürmte in Katar den Rasen, demonstrierte in Regenbogenfarben für die Menschen im Iran und die Ukraine. 
Klare Botschaften: Ein WM-Flitzer beim Spiel Portugal gegen Uruguay stürmte in Katar den Rasen, demonstrierte in Regenbogenfarben für die Menschen im Iran und die Ukraine.  IMAGO / Laci Perenyi

Der Regenbogen-Flitzer aus dem WM-Spiel zwischen Portugal und Uruguay (2:0) ist wieder auf freiem Fuß. Der Italiener sei nach kurzem Arrest freigelassen worden, teilte das italienische Außenministerium am Dienstag mit. Weitere Konsequenzen muss der inzwischen als Mario Ferri (35) identifizierte Mann offenbar nicht befürchten.

„Das Außenministerium hat den Fall zusammen mit der italienischen Botschaft in Doha verfolgt“, teilte das Ministerium der Nachrichtenagentur AFP mit, ohne weitere Angaben zum Aufenthaltsort des Mannes zu machen: „Nach einem kurzen Arrest wurde der Mann von den Behörden ohne weitere Konsequenzen freigelassen.“

Ferri war zu Beginn der zweiten Halbzeit auf das Spielfeld gerannt und befand sich etwa 30 Sekunden auf dem Rasen, bevor er von Sicherheitsleuten abgeführt wurde. Neben einer Regenbogenflagge trug er ein T-Shirt mit dem Schriftzug „Save Ukraine“ ("Rettet die Ukraine") auf der Vorder- und „Respect for Iranian Woman“ ("Respekt für iranische Frauen") auf der Rückseite.

Urlaub satt WM: Kein Benzema-Blitz-Comeback

Kein spontanes WM-Comeback, dafür Urlaub auf La Reunion: Die Hoffnungen bei Weltmeister Frankreich auf eine Rückkehr ihres verletzten Topstürmers Karim Benzema haben sich offenbar wieder zerschlagen. Laut Nachrichtenagentur AFP soll der Ballon-d'Or-Gewinner von Real Madrid am Dienstagmorgen auf der Insel im Indischen Ozean angekommen sein, dort werde er sich eine Woche aufhalten.

Zuvor hatten spanische Medien über ein mögliches Comeback des Angreifers bei der WM in Katar spekuliert. Demnach hätte Benzema am Donnerstag wieder ins Training einsteigen sollen, nachdem er vor dem WM-Start im Training eine Oberschenkelverletzung erlitten hatte. Der französische Verband FFF ging von einer Ausfallzeit von drei Wochen aus.

Wegen Spanien-PK: Geldstrafe und Verwarnung für den DFB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss für die geschwänzte Pressekonferenz vor dem WM-Spiel der Nationalmannschaft gegen Spanien (1:1) 10.000 Schweizer Franken bezahlen. Die Strafe, die umgerechnet etwa 10.100 Euro entspricht, sprach der Weltverband FIFA am Dienstag aus. Zudem erteilte die FIFA-Disziplinarkommission dem DFB eine „Verwarnung“.

Der Weltverband sah es als erwiesen an, dass der DFB gegen Artikel 44 der WM-Regularien, Artikel 2.7.2 der Medien- und Marketing-Regeln sowie Artikel 8.5.3 des Team-Handbuchs verstoßen hat.

An der einen Tag vor WM-Spielen abzuhaltenden Medienrunde hatte am Samstag nur Bundestrainer Hansi Flick teilgenommen. Die FIFA schreibt jedoch vor, dass auch ein Spieler bei der Pressekonferenz auftritt. Dies hatte der DFB mit Blick auf die lange Fahrt aus dem Team-Quartier im Norden Katars in das Medienzentrum in Doha abgelehnt.

Katar gibt 400 bis 500 WM-Tote zu

Brasilien-Star Neymar hat auch Fieber

Brasiliens Superstar Neymar schaute beim 1:0-Sieg im zweiten WM-Gruppenspiel gegen die Schweiz im Teamhotel zu – aber nicht nur wegen seiner Knöchelverletzung. Sein Teamkollege Vinicius Junior plauderte nach dem Spiel aus, dass der 30-Jährige auch leicht erkrankt sei.

„Er war traurig, dass er nicht mitkommen konnte, es geht ihm ein bisschen schlecht“, sagte der Außenstürmer dem Sender TV Globo: „Nicht nur wegen des Fußes, sondern auch wegen ein wenig Fieber. Ich hoffe, dass er sich so schnell wie möglich erholt.“

Neymar hatte sich beim 2:0 gegen Serbien zum Auftakt eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen. Wann er wieder spielen kann, ist offen. Im letzten Vorrundenspiel am Freitag gegen Kamerun wird nicht mit seinem Einsatz gerechnet, zumal Brasilien bereits das Achtelfinale erreicht hat.

Enrique und Flick: Date zum Finale

Hansi Flick und sein Kollege Luis Enrique haben ein „Rendezvous“ zum WM-Endspiel in Katar. „Wir haben uns für das Finale verabredet, als wären wir ein Paar. Halb im Scherz, halb im Ernst haben wir gesagt: Wir sehen uns am 18. Dezember wieder. Hoffentlich wird es wahr“, berichtete der spanische Nationalcoach am Montagabend auf seinem Twitch-Kanal.

Das Gespräch, auf das Luis Enrique sich bezog, fand nach dem 1:1 zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und dem Weltmeister von 2010 am Sonntag im Al-Bayt-Stadion noch am Spielfeldrand statt. Flick hatte danach gesagt, er wolle keine Details preisgeben.

Was droht WM-Flitzer?

Politische Debatten werden bei der Fußball-WM in Katar vom umstrittenen Gastgeber und vom Weltverband FIFA gerne im Keim erstickt – doch dieser Flitzer sandte mit nur einem Sprint gleich drei Botschaften an die Weltöffentlichkeit.

Der Mann, der in der zweiten Halbzeit des Gruppenspiels zwischen Portugal und Uruguay (2:0) den Rasen stürmte, hielt eine Regenbogenfahne in der Hand. Und auf der Vorderseite seines Superman-T-Shirts stand „Save Ukraine“, auf der Rückseite „Respect for Iranian Woman“.

Der Mann wurde von Ordnern gestoppt und vom Platz geführt. Was dann mit ihm passierte? Diese Frage werden die FIFA und das Organisationskomitee am Dienstag beantworten müssen. „Ich hoffe, dass dem Jungen nichts passiert“, sagte der portugiesische Mittelfeldspieler Rúben Neves. „Wir alle haben seine Botschaft verstanden, die ganze Welt.“

DFB-Team: Matthäus für Füllkrug, Lahm nicht 

Der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wünscht sich einen Startelfeinsatz von Spanien-Held Niclas Füllkrug im WM-Gruppenfinale der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen Costa Rica. „Er ist der, der uns vorne in der Box fehlt, das habe ich schon vorher gesagt. Gegen Costa Rica müsste er eigentlich von Anfang an spielen“, sagte Matthäus der Bild.

Philipp Lahm widersprach. Für Füllkrug spreche zwar „das Momentum“, schrieb er in seiner Kolumne für das RedaktionsNetzwerk Deutschland, aber: „Ich persönlich würde ihn trotzdem weiter als Joker sehen, der mit der Überzeugung reinkommt, auch in kurzer Zeit zu treffen.“ Aus Sicht des Weltmeister-Kapitäns von 2014 haben Thomas Müller oder Kai Havertz „die höhere Qualität“.

DFB-Team: Ex-Coach Borowski nennt Füllkrug „Drecksack“

Der langjährige Werder-Profi Tim Borowski hat den Bremer Nationalspieler Niclas Füllkrug für seine Auftritte bei der Fußball-WM in Katar gelobt. Der Stürmer sei „demütig, nett und sympathisch“, sagte der 42-Jährige in seiner Rolle als Fernsehexperte bei MagentaTV und ergänzte: «Er kann auf dem Feld aber auch mal ein Drecksack sein.

Ex-Nationalspieler Borowski arbeitete in Bremen zwei Jahre als Co-Trainer in der 2. Liga mit Füllkrug zusammen. Der Angreifer habe sportlich schwere Zeiten mit seinen Verletzungen durchgemacht, sich aber „immer wieder ran gearbeitet, immer wieder herangekämpft, hat nie den Glauben daran verloren und ist einer der Wenigen, die auch mal für 15, 20 Minuten nach dem Training draußen bleiben, um noch mal die Feinheiten einzustudieren“, sagte Borowski.

Spielt Frankreich-Star Benzema doch noch die WM?

Das wäre eine faustdicke Überraschung! Ballon d'Or-Gewinner Karim Benzema könnte möglicherweise noch während der WM in Katar für Weltmeister Frankreich spielen. Mehrere spanische Medien spekulieren, dass der Stürmerstar von Real Madrid am Donnerstag wieder ins Training einsteigen könnte. Demnach handele es sich bei seiner Verletzung doch um keinen Muskelriss.

Theoretisch dürfte Benzema bei der bis zum 18. Dezember dauernden WM noch zum Einsatz kommen, weil die Franzosen niemanden nachnominiert haben und ihn stattdessen weiter im 26er-Kader führen. Selbst bei einem Trainingseinstieg in dieser Woche erscheint ein Einsatz in einem Achtelfinale am 4. Dezember aber unwahrscheinlich.

Vom französischen Verband gibt es bisher keine Stellungnahme zu den Gerüchten. Trainer Didier Deschamps sitzt am Dienstag um 9.30 Uhr MEZ auf der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Tunesien. Die Qualifikation für die K.o.-Runde hat der Titelverteidiger nach dem 4:1 gegen Australien und dem 2:1 gegen Dänemark bereits sicher.

+++ Montag, 28. November +++

Auch Portugal ist durch 

Die große Fußballkunst feierte beim Duell Portugal gegen Uruguay keine großen Triumphe. Aber das dürfte Cristiano Ronaldo und Kollegen völlig egal sein. Durch das 2:0 (0:0) gegen den zweimaligen Weltmeister Uruguay steht das Team von der iberischen Halbinsel nach Frankreich und Brasilien als drittes Team bei dieser WM im Achtelfinale .

Bruno Fernandes lässt den Europa-Meister von 2016 von dem ganz großen Coup träumen. Führungstreffer nach 54 Minuten (auch wenn Ronaldo das Tor aufgrund seiner Haarspitzen gerne für sich reklamiert hätte),  dann das Ganze besiegelt in der Nachspielzeit mit dem 20 (90.+3) per Handelfmeter. 

Überschattet wurde die Partie von einem Mann mit einer Regenbogenflagge, der während des Spiels auf das Spielfeld rennen konnte.. Der Mann war während der zweiten Halbzeit des Spiels Portugal gegen Uruguay etwa 30 Sekunden auf dem Feld, bevor er von Sicherheitsleuten abgeführt wurde. Neben der Regenbogenflagge trug der Mann ein T-Shirt mit dem Schriftzug „Rettet die Ukraine“ auf der Vorderseite und „Respekt für iranische Frauen“ auf dem Rücken.

Traumtor von Casemiro bringt Brasilien nach Blackout ins Achtelfinale

Brasiliens Casemiro feiert seinen Traumtreffer beim 1:0 gegen die Schweiz, die Selecao steht im Achtelfinale.
Brasiliens Casemiro feiert seinen Traumtreffer beim 1:0 gegen die Schweiz, die Selecao steht im Achtelfinale. Imago/PA Images

Sie wehrten sich tapfer. Doch die Selecao war auch ohne ihren verletzten Superstar Neymar eine Nummer zu groß für die Eidgenossen. Mit einem Traumtor schoss Casemiro Brasilien zu einem späten, aber nicht unverdienten 1:0 (0:0)-Erfolg gegen die Schweiz. Brasilien steht nach Frankreich als zweites Team bei dieser WM schon nach zwei Spieltagen im Achtelfinale. Die Schweiz könnte ihnen nachfolgen, wenn sie am letzten Spieltag gegen Serbien nicht verlieren und Kamerun  gegen Brasilien nicht hoch gewinnt.

Kuriosum am Rande: In der 44. Minute ging plötzlich im Stadion 974 von Doha das Flutlicht aus, nur rund acht Sekunden später aber wieder an. Begleitet wurde das Ganze erst von einem Raunen und dann von Jubel des Publikums. Auf das Spiel hatte die Mini-Flutlicht-Panne keine Auswirkungen: Der Ball lag beim Stand von 0:0 ohnehin gerade im Aus, weil es Eckstoß für Brasilien gab.

Hansi Flick im Allianz-Modus: Daumen hoch an Luis Enrique 

DFB-Coach Hansi Flick (r.) und Spanien Luis Enrique schmiedeten offenbar direkt nach dem 1:1 eine WM-Allianz.
dpa
DFB-Coach Hansi Flick (r.) und Spanien Luis Enrique schmiedeten offenbar direkt nach dem 1:1 eine WM-Allianz.

Bei Hansi Flick fing die Gruppenfinale-Vorbereitung gleich nach dem Spiel gegen Spanien an. Der Handschlag gehört zum guten Ton der Trainer nach einer Partie. Manchmal verändern einige Emotionen diesen Moment. Wie im Sommer bei Thomas Tuchel, der, noch in Diensten des FC Chelsea arg mit Tottenhams Antonio Conte aneinandergeriet.

Davon waren Flick und Spaniens Luis Enrique weit entfernt. Herzlich nahmen sie sich in den Arm und bei der Trennung wurden die Gesten interessant. Hansi gab Luis den Daumen hoch, bekam vom Spanier einen Zeigefinger – frei übersetzt: Verlass dich auf mich – zurück. Ja, das deutsche Team braucht Schützenhilfe fürs Achtelfinale. Vielleicht haben das die Männer besprochen.

Für die Nationalspieler um Super-Joker Niclas Füllkrug beginnt die Spielvorbereitung erst heute. Sie genossen ihre freie Zeit beim Sonnenbad am Pool, der Besuch ihrer Familien rundete den Entspannungstag in der Wohlfühloase ab. Nach dem Mutmacher gegen Spanien tankte die Mannschaft reichlich Kraft für das nervenaufreibende Gruppenfinale. Denn bei aller Freude und Erleichterung über die späte Erlösung durch Füllkrug ist vor dem Duell mit Costa Rica klar: Für den WM-Achtelfinaleinzug werden Tore und Schützenhilfe dringend benötigt. Aber die ist ja besprochen.

Klinsmann erklärt Iran-Spruch

Nach der Aufregung um seine Aussagen zur Spielweise des Iran fühlt sich Jürgen Klinsmann missverstanden. „Meine Kommentare zum Spiel Wales gegen Iran waren rein fußballbezogen. Leider wurden sie aus dem fußballerischen Kontext gerissen“, schrieb der ehemalige Fußball-Bundestrainer am Montag auf Twitter. „Ich habe viele iranische Freunde und war immer voller Komplimente für ihre Landsleute, Kultur und Geschichte. Ich wünsche ihnen nur das Beste für das Turnier.“

Der Weltmeister von 1990 hatte in der BBC die angeblich unsaubere Spielweise des Iran beim 2:0 gegen Wales kritisiert. „Es ist Teil ihrer Kultur und wie sie spielen, sie haben den Schiedsrichter perfekt bearbeitet. Die Bank sprang ständig auf und beschwerte sich beim Linienrichter und vierten Offiziellen. Sie liegen einem die ganze Zeit im Ohr“, sagte Klinsmann. „Das ist ihre Kultur. Sie bringen dich dazu, die Konzentration zu verlieren.“

Anschließend war Klinsmann, der bei der WM in Katar auch als Teil der Technischen Studiengruppe des Weltverbandes FIFA unterwegs ist, in den sozialen Medien sowie vom iranischen Trainer Carlos Queiroz scharf kritisiert worden.

Iranische Giftpfeile vor dem Duell mit den USA

Gregg Berhalter sah sich einem Fragen-Gewitter ausgesetzt, das mit Fußball nicht viel zu tun hatte. Warum es bei der Einreise in die USA mit einem iranischen Pass „Probleme“ gebe, wurde der US-Nationaltrainer auf der Pressekonferenz vor dem brisanten WM-Duell gefragt. Und, natürlich, warum der US-Verband die Fahne des Iran verändert hatte? Der neben ihm sitzende Kapitän Tyler Adams musste sich gar wegen der falschen Aussprache des Wortes „Iran“ belehren lassen.

Kein Zweifel: Die Giftpfeile fliegen wieder munter hin und her. Wenn der Iran am Dienstag auf den „Großen Satan“ USA trifft, nutzen die Scharfmacher auf beiden Seiten das politisch aufgeladene Duell für ihre Zwecke, bis hin zur Forderung nach einem kurzfristigen WM-Rauswurf der USA. Dabei wollen Trainer und Spieler beider Teams doch nur eines - das Achtelfinale erreichen.

So einfach ist es aber nicht - die Nebengeräusche werden lauter, je näher der Anstoß (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV) rückt. Die jüngste Eskalation: Der US-Verband entfernte in der iranischen Flagge das Symbol, das das Wort „Allah“ (Gott) darstellt und benutzte diese Version 24 Stunden lang in den Sozialen Netzwerken.

Die Geste solle die „Solidarität mit den Frauen im Iran zeigen“, sagte ein US-Sprecher. Die Empörung war wenig überraschend groß. Irans regierungsnahe Nachrichtenagentur Tasnim forderte einen sofortigen WM-Ausschluss der USA. Berhalter bat am Montag um Entschuldigung. Er habe ebenso wie das Team nichts von der Aktion gewusst.

Sandro Wagner entschuldigt sich für Bademantel-Spruch

Nach der Kritik an seinem Kommentar während der ZDF-Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Spanien hat der Experte Sandro Wagner seine Aussage als unüberlegt und unpassend bezeichnet. Der ehemalige Fußball-Profi hatte am Sonntag in der 79. Minute gesagt: „Vorhin habe ich gedacht, die ganze Kurve ist voller Deutschland-Fans. Dann habe ich erst gemerkt, das sind die katarischen Bademäntel.“ Wagner spielte damit auf die in Katar traditionellen, langen weißen Gewänder, Thaub genannt, an, die viele Männer auch im Stadion tragen.

„Es war ein unüberlegter Spruch mit einer unpassenden Bemerkung, die ich mir hätte sparen können. Wenn sich jemand angegriffen gefühlt hat - sorry, das war null Komma null meine Absicht“, ließ der 34-Jährige am Montag mitteilen. Wagners Aussage war am Sonntag in den sozialen Medien kritisiert worden. Das ZDF-„Sportstudio“ reagierte in einer Antwort auf einen Tweet zum Thema: „Sandro Wagners Aussage über den Thawb ist leider in einer emotionalen Phase des Spiels passiert. Das darf es nicht. Wir werden das besprechen.“

Mit Konsequenzen vom Sender muss Wagner nicht rechnen. Er habe das Spiel an der Seite von Kommentator Oliver Schmidt insgesamt sehr fachkundig begleitet, teilte das ZDF auf Anfrage mit. Am Mittwoch wird Wagner erneut gemeinsam mit Schmidt als Co-Kommentator bei der Partie Polen gegen Argentinien für das Zweite im Einsatz sein.

Ronaldo kann WM live erleben

Brasiliens ehemaliger Weltklasse-Stürmer Ronaldo kann die Seleção bei der Fußball-WM in Katar nun auch im Stadion unterstützen. Der 46-Jährige wurde nach seiner Corona-Infektion doppelt negativ getestet, wie er am Montag über die sozialen Medien mitteilte. „Ich bin frei, um zum Spiel von Brasilien zu gehen und unsere Seleção anzufeuern“, sagte Ronaldo in dem kurzen Videoclip. Die Brasilianer bestreiten ihr zweites WM-Spiel an diesem Montag (17.00 Uhr/ARD und Magenta TV) gegen die Schweiz. Ihren 2:0-Auftaktsieg gegen Serbien hatte Ronaldo noch in seinem Hotelzimmer in Doha verfolgen müssen.

Kamerun jubelt: Choupo-Mouting trifft zum 3:3 gegen Serbien

Was für ein Wechselbad der Gefühle: Kamerun führt gegen Serbien 1:0, liegt dann 1:3 und kommt auch dank Bayern-Star Eric Maxim Choupo-Mouting zu einem 3:3 und damit zum ersten WM-Punkt beim Turnier in Katar. Für dein Einzug ins Achtelfinale benötigen die Kameruner das Weiterkommen aber Schützenhilfe und einen Sieg gegen Rekordweltmeister Brasilien.

Vincent Aboubakar (64.) und Choupo-Moting (66.) mit seinem ersten WM-Tor trafen für die Afrikaner. Strahinja Pavlovic (45.+1), Sergej Milinkovic-Savic (45.+3) und Aleksandar Mitrovic (53.) hatten zuvor die Serben zuvor komfortabel in Führung geschossen, nachdem Jean-Charles Castelletto (29.) für das erste Turniertor der Kameruner verantwortlich war. Mit jeweils einem Punkt sind beide Teams im Gruppenfinale am Freitag zum Siegen verdammt.

WM-Torjägerliste: Mbappe führt vor Messi

Kamerun suspendiert Torhüter

Kameruns Torhüter Andre Onana wird beim zweiten Spiel der Fußball-WM in Katar nicht im Tor seiner Mannschaft stehen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, ist der 26-Jährige von Inter Mailand wenige Stunden vor dem Duell mit Serbien (11.00 Uhr) von seinem Verband aus nicht näher benannten disziplinarischen Gründen suspendiert worden.

Für die „Unzähmbaren Löwen“ wird stattdessen der gebürtige Franzose Devis Epassy (29) auflaufen, der bei Abha Club in Saudi-Arabien spielt. Onana war nach seiner neunmonatigen Sperre wegen Dopings und dem Wechsel von Ajax Amsterdam nach Mailand als Kameruns Stammtorhüter nach Katar gereist und hatte beim Auftakt in Gruppe G gegen die Schweiz (0:1) über 90 Minuten im Tor gestanden.

DFB-Pressekonferenz mit Folgen

Das Disziplinarkomitee des Weltverbandes FIFA hat nach der geschwänzten Pressekonferenz vor dem Spanien-Spiel (1:1) bei der WM in Katar ein Verfahren gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) eröffnet. Den Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft wird vorgeworfen, gegen Artikel 44 der WM-Regularien, Artikel 2.7.2 der Medien- und Marketing-Regeln sowie Artikel 8.5.3 des Team-Handbuchs verstoßen zu haben. Es droht eine Geldstrafe.

An der einen Tag vor WM-Spielen abgehaltenen Medienrunde hatte am Samstag nur Bundestrainer Hansi Flick teilgenommen. Die FIFA schreibt jedoch vor, dass auch ein Spieler bei der Pressekonferenz auftritt. Dies hatte der DFB mit Blick auf die lange Fahrt aus dem Team-Quartier im Norden des Landes in das Medienzentrum in Doha abgelehnt.

Erstmals Top-TV-Quote bei der WM

Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien hat bei der Fußball-WM in Katar die bislang mit Abstand beste TV-Quote erreicht. Das 1:1 am Sonntagabend zur Primetime verfolgten laut AGF Videoforschung vom Montag 17,053 Millionen Menschen im ZDF. Dies entsprach einem Marktanteil von 49,3 Prozent.

Die anderen Partien des Sonntags kamen nicht über die Fünf-Millionen-Marke. Beim Spiel Kroatien gegen Kanada (4:1) waren 4,95 Millionen (24,8 Prozent), bei Belgien gegen Marokko (0:2) 3,71 Millionen (26,2) und bei Japan gegen Costa Rica (0:1) nur 2,36 Millionen Fans (20,8) dabei.

Rassismus-Vorwurf gegen Sandro Wagner

Das ZDF hat seinen Fußball-Experten Sandro Wagner für eine unbedarfte Aussage beim WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien (1:1) gerügt: „Sandro Wagners Aussage über den Thawb ist leider in einer emotionalen Phase des Spiels passiert. Das darf es nicht“, schrieb der übertragende TV-Sender auf Twitter und kündigte eine Aufarbeitung an: „Wir werden das besprechen.“

Ex-Nationalspieler Wagner hatte zuvor in der zweiten Halbzeit der Partie mit einem Spruch für Kritik in den Sozialen Netzwerken gesorgt: „Vorhin habe ich gedacht, die ganze Kurve ist voller Deutschland-Fans. Dann habe ich erst gemerkt, das sind die katarischen Bademäntel“, sagte der 34-Jährige und nahm damit Bezug auf das Thawb genannte traditionelle arabische Gewand.

Das ZDF reagierte mit seinem Statement auf einen Tweet der deutschen Spitzen-Beachvolleyballerin Karla Borger. Andere User hatten Wagner im Zusammenhang mit seiner Aussage Rassismus vorgeworfen.

Mit Özil-Postern: Katar-Kritik am DFB

Nicht wenige rieben sich am Sonntagabend die Augen, als Mesut Özil beim 1:1 Deutschlands gegen Spanien plötzlich mittendrin statt nur dabei war. Nein, Bundestrainer Hansi Flick hat den verlorenen Weltmeister von 2014 nicht reaktiviert. Özil schaffte es nach Katar, weil mehrere Zuschauer während des WM-Spiels Bilder von ihm hochhielten - dabei hielten sich sich auch den alten sie sich den Mund zu. Rassismus-Vorwurf gegen Deutschland: Katars kontert DFB-Kritik mit Postern von Mesut Özil! Die ganze Geschichte lesen Sie hier

+++ Sonntag, 27. November +++

Niclas Füllkrug rettet Deutschland 1: gegen Spanien 

Der Traum vom fünften Stern lebt dank „Joker“ Niclas Füllkrug – aber er hängt an einem seidenen Faden. Nach einem achtbaren 1:1 (0:0) gegen Spanien wird der erhoffte Einzug ins Achtelfinale der WM in Katar für die deutsche Nationalmannschaft zu einer Zitterpartie mit ungewissem Ausgang. Im letzten Gruppenspiel gegen den Außenseiter Costa Rica am kommenden Donnerstag muss die Elf von Bundestrainer Hansi Flick auf jeden Fall gewinnen – aber zugleich auf Schützenhilfe der Spanier hoffen. Den ganzen Spielbericht lesen Sie hier

Nach Belgiens Marokko-Pleite: Brennende Autos in Brüssel

In Katar blieb bisher alles ruhig. Hooligans haben in dem Emirat, das auch auf die Todesstrafe als Strafmaß setzt, bisher für keinen Ärger gesorgt. Anders sieht das nun in der belgischen Hauptstadt Brüssel aus.

Nach der 0:2-Niederlage des Nationalteams gegen Marokko im zweiten Gruppenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft kam es zu teils heftigen Ausschreitungen. Rund 100 Polizisten mit Wasserwerfern mussten gegen Fans vorgehen, die Stadtmobiliar zerstörten und die Beamten mit Gegenständen bewarfen.

„Die Polizei hat bereits energisch eingegriffen. Ich rate daher allen Fans davon ab, in das Stadtzentrum zu komm.en“, schrieb Brüssels Bürgermeister Philippe Close auf Twitter. Er habe angewiesen, Unruhestifter festzunehmen. Auf Verlangen der Polizei wurde der Nahverkehr in Brüssel teilweise eingestellt.

Davies historisch, Kramaric magisch

Vize-Weltmeister Kroatien schießt Kanada mit 4:1 (2:1) aus dem Stadion. Bayerns Alphonso Davies konnte für Kanada ganz früh jubeln. Nach 68 Sekunden schoss Davies das bisher schnellste Tor dieser WM und den Weltmeistertreffer überhaupt für die Ahornblätter. Doch die Kroaten erholten sich schnell von dem Schock. Hoffenheims Andrej Kramaric (37./70.), Marko Livaja (44.) und Lovoro Majer (90.+4) machte den Sieg perfekt.  Kroatien ist auf Achtelfinalkurs,  die Kanadier haben keine Chance mehr mit null Punkten.. 

Brasilien-Fans liefern sich irres Tanzduell

Von wegen keine Stimmung in Katar! Nach dem 2:0-Sieg gegen Serbien feierten brasilianische Fans ausgelassen in Doha. Dabei kam es zu einem irren Tanz-Duell mit einigen arabischen Anhängern. Völkerverständigung wie man sich es bei einer WM wünscht. Aber sehen Sie selbst. 

Saudi-Coach Hervé Renard mit Gänsehaut-Ansprache

Zur Halbzeit lag Saudi-Arabien gegen Argentinien mit 0:1 zurück. In der zweiten Hälfte drehte der krasse Außenseiter bekanntlich die Partie, gewann 2:1 gegen Superstar Messi und Co. Jetzt zeigt ein Video aus der Kabine der Saudis, wie Coach Hervé Renard seine Spieler in der Halbzeit motivierte. Gänsehaut pur. 

Der Sieg hat sich bekanntlich auch finanziell gelohnt. Jeder Spieler bekam vom König Saudi-Arabiens einen Rolls Royce geschenkt

Messi mit Mega-Rekord

Dank Lionel Messis Treffers zum 1:0 beim 2:0-Sieg gegen Mexiko atmet ganz Argentinien auf. Die Gauchos sind bei der WM wieder mittendrin, statt fast schon draußen. Messis Tor beschert dem genialen Fußballer den nächsten Mega-Rekord. Messi ist nun sowohl der jüngste als auch der älteste Spieler, der in einem WM-Spiel ein Tor erzielt und eine Vorlage gegeben hat. 

Bei der WM 2006 in Deutschland traf der damals erst 18 Jahre und 357 Tage alte Messi im Spiel gegen Serbien. Bei seinem Tor gegen Mexiko am Samstagabend war Messi nun 35 Jahre und 155 Tage alt. 

Pleite gegen Marokko: Belgien zittert ums Weiterkommen

Sie haben gegen Kanada schon geschwankt, jetzt haben die Belgier erstmals bei der WM verloren. Die Red Devils, seit Jahren ein Geheimfavorit, werden ihrer Rolle in Katar weiter nicht gerecht. Der Weltranglistenzweite muss sogar um den Einzug ins Achtelfinale bangen. 

Der Grund: Der WM-Dritte von 2018 verlor am Sonntag verdient mit 0:2 (0:0) gegen Marokko und verpasste damit den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale. Anders als noch bei ihrem schmeichelhaften Auftaktsieg gegen Kanada wurden die Belgier diesmal für eine träge und uninspirierte Vorstellung auch bestraft. Nach dem Freistoßtor des ehemaligen Paderborners Abdelhamid Sabiri in der 73. Minute und einem späten Treffer von Zakaria Aboukhlal (90.+2) müssen sie nun sogar um das Weiterkommen bangen.

Für Berliner Siebert geht die WM weiter

Für Berlins Schiri Daniel Siebert ist die Zeit bei der WM noch lange nicht gelaufen.
Für Berlins Schiri Daniel Siebert ist die Zeit bei der WM noch lange nicht gelaufen. AFP/Poujoulat

Ob die DFB-Elf im Turnier bleibt, ist ungewiss. Doch ein Berliner wird weiter in Katar bleiben. Schiedsrichter Daniel Siebert lieferte beim 1:0 der Australier gegen Tunesien eine Topleistung und hat sich auf alle Fälle für weitere Spiele empfohlen. Trotz hitziger Partie und knallharter Zweikämpfe leitete Siebert sein erstes WM-Spiel seiner Karriere komplett souverän. Ex-Schiri Markus Merk lobte: „Daniel Siebert hat mit seinem Team die WM-Feuertaufe souverän, konzentriert und unaufgeregt gelöst. Er blieb unauffällig - das größte Kompliment für einen Schiedsrichter. Chapeau!“

Ex-FIFA-Referee Kinhöfer gegen XXL-Nachspielzeit

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hält nichts von den ausufernden Nachspielzeiten bei der Fußball-WM und fordert stattdessen die Einführung der Netto-Spielzeit. „Die FIFA möchte mit den XXL-Nachspielzeiten über 60 Netto-Minuten kommen. Also empfehle ich, zweimal 30 Minuten oder 35 Minuten pro Halbzeit einzuführen“, schrieb Kinhöfer in seiner Kolumne in der Bild am Sonntag: „Und schon wissen alle Beteiligten, dass Schauspielerei und Zeitspielen nichts mehr nützen.“
Nach Ansicht Kinhöfers sollte die Uhr wie in anderen Sportarten jedes Mal angehalten werden, wenn der Ball ruht. Die langen Nachspielzeiten hält er für keine gute Lösung. „Denn das Zeitschinden nimmt dadurch ja eher noch zu. Zudem steigt der Druck auf die Referees enorm an“, schrieb der 54-Jährige: „Außerdem ist es doch totaler Unsinn, beim Spiel der Spanier gegen Costa Rica beim Stande von 6:0 noch acht Minuten draufzugeben.“

Costa Rica bezwingt Japan

Mit einem späten Traumtor hat Costa Rica Deutschland-Besieger Japan gestoppt und die DFB-Elf für vier weitere Tage im WM-Turnier gehalten. In der 81. Minute schlenzte Keysher Fuller den Ball in den Winkel und dürfte damit auch bei Manuel Neuer und Co. für Jubelstürme gesorgt haben. Costa Ricas überraschender 1:0 (0:0)-Sieg in Al-Rajjan ist für das deutsche Team vor dem Abendspiel (20.00 Uhr/ZDF) gegen Spanien eine riesige Hilfe.

Kurios: Es war von Costa Rica im zweiten Spiel der erste Schuss überhaupt auf das Tor bei dieser WM.

Ballack fordert Kimmich und Goretzka

Dass kann Bundestrainer Hansi Flick sicherlich gut gebrauchen ... Ex-Nationalspieler Michael Ballack mischt sich in die Aufstellung ein. Der einstige DFB-Kapitän hat sich gegen eine Rückversetzung von Mittelfeld-Chef Joshua Kimmich auf die Position des Rechtsverteidigers ausgesprochen. „Du brauchst einen Kimmich im Mittelfeld“, sagte der Vizeweltmeister von 2002 bei MagentaTV vor dem zweiten deutschen WM-Gruppenspiel gegen Spanien am Sonntagabend (20.00 Uhr/ZDF). 

Ballack würde Leon Goretzka statt Ilkay Gündogan an die Seite von Kimmich stellen. „Ich sehe Goretzka sowieso im Team, weil ich glaube, dass er diese Physis mitbringt“, sagte der ehemalige DFB-Kapitän. Bei Kimmich und Gündogan tue er sich weiter schwer, „die zusammen im Mittelfeld zu sehen“.

Neymar droht Vorrundenaus

Brasiliens Neymar hält sich nach einem schmerzhaften Foul im Spiel gegen Serbien den Knöchel. 
Brasiliens Neymar hält sich nach einem schmerzhaften Foul im Spiel gegen Serbien den Knöchel.  dpa/Robert Michael

Während die Superstars Lionel Messi, Kylian Mbappé und Robert Lewandowski lieferten am Sonnabend und die Hoffnungen ihre Länder aufrecht erhielten, sorgte sich Brasilien weiter um Neymar. Der Angreifer von PSG nährte die Befürchtungen, dass er in der Vorrunde nicht mehr spielen wurde mit Bildern von seinem stark geschwollenem Sprunggelenk nach dem Auftaktsieg der Seleção gegen Serbien (2:0). Der 30-Jährige postete den dicken Knöchel auf seinem Instagram-Account. Für den Kick am Montag gegen die Schweiz wird es wohl nicht reichen, auch die finale Gruppenbegegnung am Freitag gegen Kamerun steht auf der Kippe.

Klinsi kassiert knallharte Kritik

Nach seinem herummäkeln an der Spielweise des Irans ist Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann von Irans Trainer Carlos Queiroz heftig kritisiert und zum Rücktritt aus der Technischen Studiengruppe des Weltverbandes FIFA aufgefordert worden. Klinsmann hatte dem Iran nach dem 2:0 gegen Wales als Experte im britischen TV-Sender BBC eine unsaubere Spielweise vorgeworfen und gesagt, dies „sei Teil ihrer Kultur“. 

Tags darauf reagierte Queiroz via Instagram und Twitter. „Ganz egal, wie sehr ich respektieren kann, was du auf dem Feld getan hast, diese Äußerungen über die iranische Kultur, das iranische Nationalteam und meine Spieler sind eine Schande für den Fußball“, schrieb der portugiesische Coach. 

Der iranische Verband schloss sich am Sonntag dieser Forderung an. Er verlangte von Klinsmann eine Entschuldigung und bat die FIFA um eine Klärung. Das iranische Team lade ihn zu einem Vortrag „über die tausendjährige persische Kultur und die Werte von Fußball und Sport“ in ihr Trainingslager ein, erklärte der Verband weiter. Als früherer Fußballer werde Klinsmann auch nicht nach seinen „berühmten dramatischen Diver“ beurteilt. Den ganzen Klinsmann-Aufreger lesen Sie hier

+++ Samstag, 26. November +++

2:0! Messi rettet Argentinien mit 20-Meter-Schuss

Argentiniens Lionel Messi (r.) zieht ab, Mexikos Hector Herrera kommt zu spät. Der Ball fliegt  ins rechte untere Toreck.
Argentiniens Lionel Messi (r.) zieht ab, Mexikos Hector Herrera kommt zu spät. Der Ball fliegt  ins rechte untere Toreck. AFP/Andersen

Argentinien ist nach der 1:2-Auftaktblamage gegen Saudi-Arabien zurück im Turnier. Die Südamerikaner gewinnen 2:0 (0:0) in einer zähen Partie gegen Mexiko. Und wer brachte die Wende?  Na, klar! Lionel Messi! Der Superstar fasste sich in der 64. Minute ein Herz. Nach einem Pass von Angel di Maria schoss Messi aus 20 Metern flach ins untere Toreck zum 1:0. Messi überglücklich: „Es war ein schwieriges Spiel, nach dem ersten Tor sind wir dann richtig reingekommen. Wir haben es geschafft. Das ist die Hauptsache.“ Für die endgültige Entscheidung sorgte Enzo Fernandez mit einem wunderschönen Schuss in den rechten oberen Torwinkel zum 2:0 (87.).  Die Gauchos belegen jetzt mit drei Punkten Platz 2 in Gruppe C.  Um ganz sicher zu gehen, muss Messi im letzten Vorrundenspiel gegen Polen gewinnen, um das Achtelfinale zu erreichen. 

2:1! Mbappe trifft gegen Dänen doppelt

Frankreichs Kylian Mbappe mit zwei Siegerfäusten. Er traf ja auch doppelt gegen Dänemark.
Frankreichs Kylian Mbappe mit zwei Siegerfäusten. Er traf ja auch doppelt gegen Dänemark. dpa/Michael

Job erledigt! Titelverteidger Frankreich steht im Achtelfinale. Trotz vieler verletzter Spieler sind die Franzosen nicht zu stoppen, auch nicht von den starken Dänen. Kylian Mbappe trifft beim 2: 1 (0:0) gegen Dänemark doppelt für die Equipe Tricolore und macht den Einzug in die WM-K.o-Runde vorzeitig perfekt.

Aber so einfach war es nicht für den zweifachen Weltmeister. Gegen Australien schaffte Frankreich noch locker ein 4:1, gegen Danish Dynamite knallte es dann nicht so für den Titelverteidiger. In der ersten Halbzeit verballerten Kylian Mbappe und Co ihre fünf großen Torchancen. Sie fanden in Dänemarks Keeper Kaspar Schmeichel ihren Meister, der alle Bälle abwehrte. Nach 61 Minuten können die Franzosen dann doch jubeln. Mbappe startete seinen Turbo, Doppelpass mit Theo Hernandez und der PSG-Star traf locker zum 1:0. Kam jetzt das Feuerwerk?

Doch nicht mit Dänen. Die Nordländer antworteten prompt. Sieben Minuten später nickte Andreas Christensen nach Eriksen-Flanke zum 1:1 ein. Der EM-Dritte wurde danach mutiger. Doch Mbappe machte sein zweites Tor. Antoine Griezmann mit perfekter Flanke und Frankreichs-Ausnahmekönner nahm den Ball dankend zum 2:1 (86.) an. Frankreich kann dank Mbappe jubeln und die Dänen müssen zittern. Sie brauchen jetzt im dritten Spiel einen Sieg gegen Australien.

Briten mit Prügel-Gastspiel auf Teneriffa

Dienstag spielen England und Wales gegeneinander. Das britische Bruderduell lässt einige Hitzköpfe jetzt schon durchknallen. Auf der spanischen Insel Teneriffa prügeln sich Fans. Im Vergnügungsviertel Las Veronicas in Playa de las Americas gibt es seit zwei Nächten immer wieder Krawalle zwischen Engländern und Walisern. Dabei bleibt es nicht nur bei Faustschlägen. Auch Barhocker werden brutal eingesetzt. Rund 2000 Waliser haben extra einen WM-Fan-Urlaub auf Teneriffa gebucht. Das passt den Engländern wiederum überhaupt nicht.  

Fifa ermittelt gegen Serben wegen nationalistischer Fahne

Bei der One-Love-Binde für Vielfalt war die Fifa rigoros. Bei einem richtig schlimmen Symbolvergehen reagiert der Weltverband erst nach Aufforderung. Die serbische Nationalmannschaft leistete sich einen echten Skandal. In der Umkleidekabine beim 0:2 gegen Brasilien hing eine nationalistische Fahne, auf der die Landesgrenzen Serbiens um den Kosovo erweitert wurden. Das kleine Land ist aber seit 2008 anerkannter, unabhängiger Staat. Der kosovarische Fußballverband (FFK) hatte diese „aggressive Aktion gegen die Republik Kosovo“ am Freitag auf Twitter scharf verurteilt und die FIFA zum Handeln aufgefordert. Das tat die Fifa dann Sonnabrnd und leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Serbien ein. 

Hertha-Trainer Sandro Schwarz glaubt an Sieg gegen Spanien

Herthas Trainer Sandro Schwarz im Interview nach dem Testspiel beim Ludwigsfelder FC.
Herthas Trainer Sandro Schwarz im Interview nach dem Testspiel beim Ludwigsfelder FC. City-Press

Auch Herthas Trainer Sandro Schwarz schaut Sonntag um 20 Uhr das zweite WM-Gruppen-Spiel der Deutschen gegen Spanien, bei dem es für Deutschland schon um alles geht. Zittern zählt für Schwarz nicht. Er sagt mit Optimismus: „Ich bin voller Vorfreude, weil auch hier die Chance da ist, das Spiel zu gewinnen. Viel Erfolg und viel Glück für die Jungs.“  Schwarz weiter: „Das, was für eine Bundesliga-Mannschaft gilt, gilt erst recht für die Nationalelf: nächstes Spiel, nächste Chance. So muss man da reingehen. Sollen wir uns da jetzt verstecken? Alle wissen, dass Spanien eine sehr gute Mannschaft ist, um 20 Uhr ist Anpfiff. Dann zählt es.“ 

Lewandowski-Premiere bei Polens Dusel-Sieg

Bei der umjubelten Tor-Premiere von Robert Lewandowski hat Polen Kurs auf das erste WM-Achtelfinale seit 36 Jahren genommen. Der Weltfußballer sorgte am Samstag beim 2:0 (1:0) im emotionsgeladenen zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien durch seinen späten Treffer in der 82. Minute für die Entscheidung und ließ sich nach seinem ersten Tor im insgesamt fünften WM-Spiel glücklich auf den Rasen fallen.

Zuvor ebnete der frühere Bayern-Torjäger als Vorbereiter des Führungstreffers von Piotr Zielinski (39.) den Weg zum Sieg, um den sein Team lange zittern musste. Dieser war besonders dem herausragenden Torhüter Wojciech Szczesny zu verdanken, der von seinen Teamkollegen nach zum Teil herausragenden Paraden wiederholt umarmt wurde.

Der Juve-Schlussmann parierte in der hitzigen Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht nur den einen Elfmeter von Salem Mohammed Al-Dausari, sondern auch den Nachschuss von Mohammed Al-Buraik. Nach dem Seitenwechsel drängten die Saudis, die zum Auftakt sensationell gegen Argentinien gewonnen hatten, vor 44 259 Zuschauern vehement auf den Ausgleich, scheiterten aber an der eigenen Präzision oder an Szczesny.

Polen geht das finale Spiel in der Gruppe C am Mittwoch gegen Argentinien um Lionel Messi mit vier Punkten an. Aber auch die forsch attackierenden Saudis haben mit drei Punkten noch alle Chancen auf das zweite Achtelfinale nach 1994.

Wales-Fan stirbt bei Fußball-WM in Katar 

Ein Fan der walisischen Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in Katar gestorben. Dies hat der nationale Verband am Samstag bestätigt, berichteten mehrere britische Medien. Nach Informationen der BBC starb der 62 Jahre alte Mann, der gemeinsam mit seinem Sohn in Katar weilte, am Freitag eines natürlichen Todes. Er sei bei der 0:2-Niederlage von Wales im zweiten WM-Gruppenspiel gegen den Iran aber nicht im Stadion gewesen.

Spanien-PK nur mit Flick: DFB droht FIFA-Geldstrafe

Dem DFB droht eine Geldstrafe durch den Weltverband Fifa . Am Samstag nimmt nur Bundestrainer Hansi Flick an der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Spanien im Medienzentrum in Doha (14.15 Uhr MEZ) teil. 

Laut den Regularien des Weltverbandes sind die WM-Teilnehmer allerdings verpflichtet, eine Pressekonferenz am Vortag einer Begegnung mit dem Chefcoach und einem Spieler abzuhalten. Diese Regel ist in Artikel 44 der Turnierordnung festgehalten, die FIFA demnach auf den Plan gerufen.

Aufgrund der Entfernung des Team-Quartiers ganz im Norden Katars zur Hauptstadt hatte der DFB die Pressekonferenz auf dem Trainingsgelände in Al-Shamal abhalten wollen. Ein entsprechender Vorstoß fand bei der FIFA aber kein Gehör.

So machte sich Flick am Samstag ohne Spieler-Begleitung auf die rund einstündige Fahrt. Danach eilt er dieselbe Strecke wieder zurück, um rechtzeitig zum Abschlusstraining am Abend (17.30 Uhr MEZ) wieder bei der Mannschaft in Al-Shamal zu sein.

Darum gewinnt Japan nicht gegen Costa Rica

Der DFB-Elf droht das erneute Vorrunden-Aus bei einer WM. Das Team von Bundestrainer Hansi Flick muss gegen Spanien (Sonntag, 20 Uhr) eigentlich gewinnen, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren. Besser sieht es aus, wenn die DFB-Elf Schützenhilfe bekommt. Der KURIER hat zusammen mit dem Potsdamer Institut für Spielanalyse viele WM-Daten ausgewertet. Und siehe da: Es besteht Hoffnung für Deutschland. Warum Japan nicht gegen Costa Rica gewinnt, lesen Sie hier

Australien schlägt Tunesien und träumt vom Achtelfinale

Australien ist wieder voll im Rennen um den ersten Einzug ins Achtelfinale einer Fußball-WM seit 16 Jahren, Tunesien droht erneut das traditionelle Vorrunden-Aus. Die Socceroos bezwangen die Nordafrikaner am Samstag mit 1:0 (1:0) und stehen vor dem abschließenden Spieltag der Gruppe D bei drei Punkten. Tunesien hat nur einen Zähler und trifft zudem noch auf Titelverteidiger Frankreich.

Mitchell Duke (23. Minute) traf vor 41 823 Zuschauern im Al-Dschanub Stadion für die Australier. Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert hatte bei seiner WM-Premiere trotz zahlreicher Unterbrechungen wegen kleinerer Fouls keine Schwierigkeiten mit der Leitung der intensiven Partie. „Das war eine starke Leistung vom ganzen Schiedsrichter-Team“, befand der Hamburger Bundesliga-Schiedsrichter und Magenta-Experte Patrick Ittrich.

Spaniens Torres droht der WM-Rauswurf, wenn er falsch jubelt!

Die Situation ist schon besonders kurios: Spanien-Stürmer Ferran Torres (22) liebt die Tochter von Nationaltrainer Luis Enrique. Vor dem Spiel gegen Deutschland (Sonntag, 20 Uhr) droht der nun seinem Angreifer und potenziellen Schwiegersohn. Torres fliegt bei der WM aus dem Kader, wenn er falsch jubelt! Was es mit der irren Drohung auf sich hat, erfahren Sie hier.

Nach Argentinien-Sieg: Jeder Saudi-Profi erhält Rolls Royce, Spott für Messi 

Die Nationalmannschaft Saudi-Arabiens besiegte im ersten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft in Katar Argentinien mit 2:1. Für den Sensationssieg sollen die Nationalspieler des Wüstenstaates nun fürstlich belohnt werden. Dazu verspotten die Saudi-Fans Superstar Lionel Messi.  Die ganze Geschichte lesen Sie hier

Endspiel gegen Spanien: Fliegt Schlotterbeck aus der Startelf?

Bundestrainer Hansi Flick wird trotz der schmerzhaften WM-Auftaktniederlage gegen Japan (1:2) seine Startelf für das „Endspiel“ gegen Spanien voraussichtlich nicht wild durcheinanderwürfeln. Es wird aber erwartet, dass nach dem missglückten Auftritt von Niklas Süle als Rechtsverteidiger Thilo Kehrer am Sonntag (20.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV) im Al-Bayt-Stadion in Al-Khor beginnt.

Süle könnte für den formschwachen Nico Schlotterbeck in die Innenverteidigung an die Seite von Abwehrchef Antonio Rüdiger rücken. Ob Flick mehr Änderungen vornimmt, ist fraglich. Gegen Japan hatte die DFB-Auswahl das Geschehen rund 70 Minuten im Griff, erst nach den ersten Wechseln kippte die Begegnung.

Möglich wäre ein Dreier-Mittelfeld mit Leon Goretzka als Ergänzung zu Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan. In der Offensive sind Jonas Hofmann und Niclas Füllkrug erste Alternativen.

Riesenwirbel um Fake-Nazi-Video in Katar!

Wilde Behauptungen in einem Video: Es geht um ukrainische Fans bei der Fußball-WM in Katar, Nazi-Symbole und Hitlerbärte auf Postern des WM-Maskottchens. Warum all das an den Haaren herbeigezogen ist, lesen Sie hier

Messi und Argentinien zittern 

Ein Sieg muss her. Und dazu mobilisiert Argentinien alle Kräfte. Die WM-Partie gegen die Mexikaner Samstag (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV) sei für Argentinien bereits wie ein Finale, betonte Angreifer Lautaro Martínez.

Nach dem 1:2 zum Auftakt gegen Außenseiter Saudi-Arabien, der an diesem Samstag gegen Polen das Weiterkommen gegebenenfalls klarmachen kann, müssen die Südamerikaner um Superstar Lionel Messi gewinnen.  Der 35-Jährige hat bereits mehrfach klargestellt, dass diese fünfte für ihn auch seine letzte WM sein wird, den Titel konnte er noch nie holen. Messi gehe es gut, körperlich und emotional, beruhigte Trainer Lionel Scaloni aber schon mal.

Per Traumtor zum Social-Media-Star

Brasiliens Richarlison erzielte gegen Serbien bei der WM ein Traumtor und freut sich nun auch über deutlich mehr Follower in den sozialen Medien.
Brasiliens Richarlison erzielte gegen Serbien bei der WM ein Traumtor und freut sich nun auch über deutlich mehr Follower in den sozialen Medien. Imago/Sportimage

Sein Doppelpack zum WM-Start der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft hat Stürmer Richarlison rund sieben Millionen neue Fans in seinen Sozialen Netzwerken eingebracht. Folgten dem 25-Jährigen vor der Partie gegen die Serbien gut 13,3 Millionen bei Twitter, Facebook, Tiktok und Instagram, schnellte die Zahl vor allem nach seinem spektakulären Seitfallzieher zum 2:0 (0:0)-Endstand auf 20,4 Millionen Follower hoch.

Im aktuellen WM-Zyklus löste der Neuzugang von Englands Topklub Tottenham Hotspur mit nun 19 Toren Superstar Neymar (18) als treffsichersten Torjäger der Selecao ab. Auch abseits des Platzes gilt Richarlison als charismatisch, setzt sich für soziale Gerechtigkeit oder gegen Rassismus ein und organisiert Spendenaktionen für Bedürftige.

USA-Fans nehmen England hops

Die Fans der USA sind nach dem 0:0 gegen England und der guten Leistung ihrer US-Boys völlig aus dem Häusschen. Einige nahmen vor und nach dem Spiel Englands Fans hops, riefen: „It‘s called soccer.“ (sinngemäß: Das Spiel heißt Soccer, nicht Fußball).

Korruptionsjäger fordert Fifa-Austritt der Uefa

Der als Korruptionsjäger bekannte Schweizer Mark Pieth hat angesichts der zahlreichen Skandale rund um die WM-Endrunde in Katar einen Austritt der Europäischen Fußball-Union (Uefa) aus dem Weltverband Fifa angeregt. „Finanziell würde das funktionieren, da ist die UEFA gut aufgestellt. Die Sponsoren sind primär an Europa interessiert“, sagte Pieth im FAZ-Interview.

Der 69-Jährige stand von 2011 bis 2013 an der Spitze einer Fifa-Governance-Kommission, legte aber sein Amt wegen zahlreicher interner Widerstände nach zwei Jahren nieder. Zwar müsse man bei einer Trennung der Uefa von der Fifa mit Verhältnissen wie im Profiboxen rechnen, „aber wenn der Monopolist Fifa derart schlecht funktioniert, wäre es sinnvoll, über Alternativen nachzudenken.“

Vom aktuellen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino seien keinerlei Reformbestrebungen zu erwarten. Pieth: ‚"Er ist ein Autokrat. Mit seiner irren Rede zum WM-Auftakt hat er gezeigt, dass er irgendwie wirr ist - und das ist noch das Harmloseste, was man über ihn sagen kann. Andere Leute sprachen von einem medizinischen Befund."‘

+++ Freitag, 25. November +++

USA ärgern England

Kein Zauber, keine Tore - aber dafür viel Glück: Mitfavorit England ist bei der WM nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen die USA nicht über ein mageres 0:0 hinausgekommen und hat damit den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale verpasst. Während die Three Lions vier Tage nach dem furiosen 6:2 gegen Iran vieles vermissen ließen, hätten Christian Pulisic und Co. die Sensation verdient gehabt - doch die US-Boys nutzten ihre Chancen nicht.

Damit kommt es am Dienstag in Gruppe B nun zu einem Thriller im Kampf um das Achtelfinale: Alle vier Teams haben Chancen. Selbst England (4 Punkte) muss im „Battle of Britain“ gegen Wales (1) noch zittern, die USA (2) bekommen es mit Iran (3) zu tun. Und deshalb können sich Jude Bellingham und Co. wohl auch nicht über ihren Rekord freuen: England ist nun alleiniger Remis-König bei Weltmeisterschaften, zum 22. Mal spielten sie Unentschieden.

1:1 gegen Ecuador: Niederlande zittert sich zum Remis

Louis van Gaal klopfte Ecuadors Trainer Gustavo Alfaro anerkennend auf die Schulter, steckte seine Notizen ein und vergrub die Hände in den Hosentaschen. Sein Blick: ratlos. Seine Stimmung: ausbaufähig. Das 1:1 (1:0) seiner Niederländer dürfte van Gaal an der Titeltauglichkeit der Elftal zweifeln lassen. Bei 2:14 Torschüssen hatte Oranje trotz früher Führung großes Glück, dass die Serie hielt. Seit 17 Spielen sind die Niederländer ungeschlagen.

Van Gaal verstimmt: „Das war nicht genug, wir haben den Ball viel zu oft hergegeben. Unseren Ballbesitz haben wir nicht gut genutzt, Ecuador war physischer und schneller“, sagte van Gaal verstimmt.

Jungstar Cody Gakpo (6.) hatte den dreimaligen WM-Zweiten in Führung gebracht, doch danach stellte der Favorit quasi die Arbeit ein. Enner Valencia (49.) glich mit seinem dritten Turniertor für Ecuador aus, die Gruppe A bleibt damit offen – nur Gastgeber Katar ist nach zwei Niederlagen bereits ausgeschieden.

Bärenstark: Énner Valencia erzielte nun das sechste WM-Tor in Serie für Ecuador und schloss damit zu den Rekordhaltern Eusébio, Paolo Rossi und Oleg Salenko auf. 

Kein gutes Omen: Holland-Schiri Makkelie pfeift Deutschland

Der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie pfeift das zweite Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar. Wie der Weltverband FIFA am Freitag mitteilte, leitet der 39-Jährige die Begegnung gegen Spanien am Sonntag (20.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV) im Al-Bait Stadion von Al-Chaur.

Die Partie hat für Deutschland nach der Auftaktniederlage in Gruppe E gegen Japan (1:2) bereits vorentscheidenden Charakter. Bei einer weiteren Pleite droht wie schon beim Turnier 2018 in Russland das Aus in der Vorrunde.

Makkelie hatte die DFB-Elf bereits bei der EM im vergangenen Jahr gepfiffen. In dem Spiel im Achtelfinale war Deutschland gegen Gastgeber England mit 0:2 im Londoner Wembleystadion ausgeschieden.

Brasilianische Medien: Vorrunden-Aus für Neymar

Schon wieder Drama um Neymar: Brasilien sorgt sich nach dem 2:0-Sieg gegen Serbien zum WM-Start um den Knöchel seines Superstars. 
Schon wieder Drama um Neymar: Brasilien sorgt sich nach dem 2:0-Sieg gegen Serbien zum WM-Start um den Knöchel seines Superstars.  Imago/Russian Look

Wegen seiner Sprunggelenksverletzung kann der 30-Jährige sowohl gegen die Schweiz am Montag wie auch gegen Kamerun in einer Woche nicht zum Einsatz kommen, wie brasilianische Medien am Freitag übereinstimmend berichteten. Beim Angreifer von Paris Saint-Germain seien Bänder beschädigt worden, sagte Teamarzt Rodrigo Lasmar laut verschiedener Portale.

Gleiches gilt für Außenverteidiger Danilo, der sich beim 2:0-Auftaktsieg gegen Serbien ebenfalls am Sprunggelenk verletzt hatte. Beide Spieler waren am Freitag untersucht worden und sollen in den nächsten Tagen nun per Physiotherapie behandelt werden.

Neymar hatte sich am Donnerstagabend gegen die Serben in der zweiten Halbzeit verletzt, anschließend war sein Knöchel stark geschwollen. Teamarzt Lasmar sprach kurz nach dem Spiel von einer Verstauchung. Wie lange genau der Angreifer von Paris Saint-Germain nun ausfällt, blieb zunächst unklar.

Pleite gegen Senegal: Gastgeber Katar droht WM-Aus

Die Spieler von Gastgeber Katar schlichen frustriert in die Kabine, viele Zuschauer hatten zu der Zeit schon das Stadion verlassen. Für den stolzen WM-Ausrichter entwickelt sich die Fußball-WM immer mehr zu einem sportlichen Fiasko. Der wenig konkurrenzfähige Asienmeister verlor am Freitag trotz einer kleinen Leistungssteigerung auch sein zweites Gruppenspiel gegen den Senegal 1:3 (0:1) und dürfte damit als erst zweiter WM-Ausrichter nach Südafrika (2010) die Vorrunde nicht überstehen.

Dazu passte auch die maue WM-Begeisterung bei den Katarern: Viele Plätze blieben leer, auch Emir Tamim Bin Hamad Al Thani wurde auf der Tribüne nicht gesehen.

Holen die Niederlande gegen Ecuador (17.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) mindestens ein Remis, ist Katar schon vor dem Vorrundenabschluss historisch früh gescheitert. Zuletzt war Gastgeber Frankreich bei der WM 1938 nach zwei Spielen ausgeschieden, damals aber begann das Turnier direkt mit dem Achtelfinale im K.o.-Modus.

Deutschland kann das WM-Aus abwenden, wenn ...

Es droht Historisches! Noch nie seit der Einführung der Gruppenphase bei der WM 1950 in Brasilien ereilte ein deutsches Team das Vorrunden-Aus schon nach dem zweiten Spieltag. Das kann dem Team von Hansi Flick am Sonntag gegen Spanien (20 Uhr, ZDF) passieren.

Selbst in Russland 2018 ereilte der peinliche K.o. die Jungs mit dem Adler auf der Brust erst im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea (0:2). Doch noch ist es nicht so weit, auch wenn die Aussichten nicht gut sind. Noch ist nicht aller Tage Abend. Wie die DFB-Elf das WM-Aus gegen Spanien noch abwenden kann, lesen Sie hier

Last-Minute-Sieg: Iran singt und gewinnt gegen Wales

Erst verhaltenes Mitsingen bei der Hymne, dann ein lautes sportliches Statement. Irans Nationalmannschaft hat unter großem politischen und sportlichen Druck bei der Weltmeisterschaft in Katar einen umjubelten Last-Minute-Sieg gefeiert.

Das Team von Trainer Carlos Queiroz gewann am Freitag im zweiten Vorrundenspiel gegen Wales um Stürmerstar Gareth Bale dank Treffern von Roozbeh Cheshmi und Ramin Rezaeian in der achten und elften Minute der Nachspielzeit mit 2:0 (0:0). Der walisische Torwart Wayne Hennessey sah zuvor in der 86. Minute die Rote Karte nach einer Notbremse außerhalb des Strafraums gegen Mehdi Taremi.

Beide Teams haben noch Chancen aufs Weiterkommen. Vor 40 875 Zuschauern im Ahmad bin Ali Stadion von Al-Rajjan schwiegen die iranischen Spieler diesmal nicht bei der Nationalhymne, sondern bewegten mit ernsten Mienen sichtbar die Lippen. Die meisten Pfiffe in der Arena verstummten, als auf der Videowand ein herzzerreißend weinender älterer Fan mit einer iranischen Fahne gezeigt wurde.

Drama um Brasiliens Neymar

Da war es wieder, das Drama in Person. Diesmal humpelte Neymar mit goldenen Kopfhörern auf den Ohren durch die Katakomben des Lusail Stadions in Katar, die Unterschenkel steckten in schwarzen Kompressionsstrümpfen. Den Blick hielt er gesenkt, ernste Miene, zur Schwere seiner Sprunggelenksverletzung wollte er nichts sagen. Auch deshalb fragen sich nun nicht nur die Brasilianer: War's das schon mit der WM? Geht der persönliche Turnierfluch des 30 Jahre alten Fußball-Superstars weiter?

Nach dem 2:0-Sieg Brasiliens gegen Serbien präsentierte Neymar seinen geschwollenen Knöchel.
Nach dem 2:0-Sieg Brasiliens gegen Serbien präsentierte Neymar seinen geschwollenen Knöchel. IMAGO / Agencia MexSport

„Wir müssen jetzt 24 bis 48 Stunden warten, bis wir näheres sagen können“, sagte Brasiliens Teamarzt Rodrigo Lasmar in der Nacht zu Freitag. Der Chef-Doktor der Seleção war extra zur Pressekonferenz nach dem 2:0 gegen Serbien bestellt worden, um sich zum Knöchel der Nation zu äußern. Seine erste Diagnose: Fußgelenk geschwollen, genauere Untersuchungen erfolgen an diesem Freitag. Erst dann wird klar sein, wie schlimm es wirklich um den Angreifer von Paris Saint-Germain steht. 

DFB führt One-Love-Logo ein 

Nach dem Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde bei der Fußball-WM in Katar ist das Symbol in Regenbogenfarben künftig zumindest bei den Pressekonferenzen der deutschen Nationalspieler zu sehen. Nach dem Rückzug des Sponsors Rewe hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Logo des Handelskonzerns auf seiner Werbetafel im WM-Medienzentrum am Freitag durch das „One Love“-Zeichen ersetzt. Bei Pressekonferenzen und offiziellen Mediengesprächen soll das Logo nun stets im Hintergrund zu sehen sein

Vor DFB-Duell: Leipzig-Star Olmo mit Spanien im Jagdfieber

Angstgegner im Angriffsmodus: Spaniens Rasselbande greift bei der WM nach den Sternen. Vor dem „Endspiel“ gegen seine Wahlheimat hat Dani Olmo und seine Spanier das Jagdfieber gepackt. „Deutschland ist wie ein verletzter Löwe“, sagte der Bundesliga-Profi von RB Leipzig bei Radio Marca. Doch Gnade wird das deutsche Team kaum erwarten können. Der spanische WM-Rekordsieg zum Turnierauftakt, das versicherte Olmo, „motiviert uns sehr“.

Die neue und stark verjüngte Furia Roja, wie sie sich in Katar bislang präsentiert, gleicht, um im Bild zu bleiben, einer Horde hungriger Hyänen. Auf dem Weg in die K.o.-Runde soll die angeschlagene DFB-Elf am Sonntag (20.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) zur nächsten Beute werden. „Deutschland steckt in einer komplizierten Situation“, so Olmo: „Für sie geht es nur um den Sieg. Und wenn wir gewinnen, sind wir weiter. Deswegen wird es ein Finale.“

Fakten und allerhand Kurioses zum 1. WM-Spieltag 

Der erste Spieltag bei der Fußball-WM in Katar ist absolviert. Höchste Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Was hat sich im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland verändert? Fallen mehr Tore, gibt es mehr Unentschieden? Welche Teams beweisen ihre Klasse, welche Nationen haben noch Ladehemmung. Der KURIER hat zusammen mit dem Potsdamer Institut für Spielanalyse kuriose WM-Fakten gesammelt. Dabei kam heraus: Kein Team war so harmlos wie Deutschland! Lesen Sie hier die ganze Geschichte

Erster WM-Einsatz für Berlins Schiedsrichter Siebert

Der deutsche Fußball-Schiedsrichter Daniel Siebert bekommt seine WM-Premiere. Der Berliner wird mit seinen Assistenten Rafael Foltyn und Jan Seidel am Samstag das Spiel der Gruppe D zwischen Tunesien und Australien leiten. Gespielt wird im Al-Janoub-Stadion in Al-Wakrah, auch das VAR-Team mit Bastian Dankert und Marco Fritz kommt dabei zum Einsatz.

Regenbogenfarben plötzlich erlaubt

Plötzlich doch kein Problem mehr, zumindest bei den Fans: Katar und die Fifa erlauben ab sofort Regenbogenfarben bei der WM. 
Plötzlich doch kein Problem mehr, zumindest bei den Fans: Katar und die Fifa erlauben ab sofort Regenbogenfarben bei der WM.  Imago/Moritz Müller

Katar wird seine restriktive Haltung bezüglich der Regenbogenfarben in den WM-Stadien aufgeben. Mit Beginn der zweiten Runde der Gruppenphase am Freitag sollen Anhänger, die ihre Unterstützung für die LGBTQ+-Community in den Arenen dokumentieren, dafür nicht mehr vom Sicherheitspersonal behelligt werden.

Ghana-Star klaut Ronaldos Torjubel

Osman Bukari traf für Ghana zum späten 2:3 gegen Portugal und imitierte bei seinem Torjubel niemand geringeren als Superstar Cristiano Ronaldo. Der 37 Jahre alte fünffache Weltfußballer saß zu dem Zeitpunkt bereits auf der Bank, machte aber von dort aus deutlich, dass ihm der Torjubelklau nicht gefiel.

Mexiko-Fans veräppeln Katars Polizei

Die mexikanischen Fußballfans sind für ihre schrillen Outfits bekannt. Bei der WM in Katar verkleideten sich einige mithilfe eines Pferdekostüms und veräppelten vor dem Spiel gegen Polen (0:0) die katarische Polizei, wie im folgenden Video zu sehen ist.

Saudi-Arabien will WM 2030

Acht Jahre nach Katar könnte die nächste WM in einem islamischen Land stattfinden. Saudi-Arabien möchte die Fußball-WM 2030 ausrichten, treibt seine Ambitionen voran, sich für die Austragung einer Fußball-Weltmeisterschaft zu bewerben. „Wer möchte nicht Gastgeber einer Weltmeisterschaft sein?“, fragte der saudische Sportminister Abdulasis bin Turki al-Faisal in einem Interview des britischen Senders BBC. „Jedes Land wäre sehr gerne Ausrichter der Weltmeisterschaft.“

Allerdings ist nicht damit zu rechnen, dass in diesem Fall in dem islamisch-konservativen Königreich Alkohol verkauft wird. In einem am Freitag veröffentlichen Interview mit dem Sender Sky News bejahte Abdulasis die Frage, ob es „islamfeindlich“ wäre, einem islamischen Land den Verkauf von Alkohol aufzuzwingen. „Die WM ist für jeden da, und wir leben in unterschiedlichen Regionen der Welt.“ Anders als im Emirat Katar ist Alkohol im benachbarten Saudi-Arabien völlig verboten. Die WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt. 

Lahm fehlt bei DFB-Stars die Gier 

Ex-Nationalspieler Philipp Lahm kritisiert die Einstellung mancher DFB-Stars bei der WM in Katar. 
Ex-Nationalspieler Philipp Lahm kritisiert die Einstellung mancher DFB-Stars bei der WM in Katar.  IMAGO / Eibner

Philipp Lahm sieht angesichts des drohenden Ausscheidens der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar die Führungsspieler in der Pflicht. Im „Endspiel“ gegen Spanien am Sonntag (20.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV) seien „die Jungs gefordert, die solche oder ähnliche Situationen in ihren Klubs schon zigfach erlebt haben“, sagte Lahm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Der Weltmeister-Kapitän von 2014 ist optimistisch. „Die Qualität, die individuelle Klasse, um auch dort zu bestehen, haben wir nach wie vor“, betonte er. Die DFB-Auswahl dürfe jetzt aber „nicht den Fehler machen, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben - das wäre das Schlimmste, was passieren kann“.

Auch Lahm übte Kritik an den Auswechslungen von Bundestrainer Hansi Flick beim 1:2 zum Auftakt gegen Japan: „Dadurch ging die Stabilität, die Sicherheit verloren.“

Lesen Sie auch: Der klare KURIER-Kommentar:  Pure Arroganz! DFB-Stars haben den WM-Schuss nicht gehört >>

Außerdem mangle es in der deutschen Defensive an der Abstimmung. Lahm: „Wir sind hier bei einer WM. Wenn ich an Jerome Boateng oder Benedikt Höwedes 2014 denke - die hatten die Gier, jeden Zweikampf zu gewinnen. Genau das habe ich in den entscheidenden Situationen vermisst.“ 

Bayerns Frankreich-Star Hernandez bereits operiert

Lucas Hernandez ist nach seinem im WM-Auftaktspiel gegen Australien erlittenen Kreuzbandriss am Donnerstag in Innsbruck operiert worden. Das teilte der FC Bayern am späten Donnerstagabend mit.

Der durch Professor Christian Fink vorgenommene Eingriff sei erfolgreich verlaufen, Hernandez werde seine Reha in den nächsten Tagen in München aufnehmen, heißt es in dem Statement.

Hernandez wird mutmaßlich bis zum Saisonende ausfallen. Für Titelverteidiger Frankreich ist die Verletzung des Weltmeisters von 2018 ein herber Schlag. Nationalcoach Didier Deschamps muss bereits auf Torjäger Karim Benzema verzichten. Außerdem fehlen Paul Pogba, der Leipziger Christopher Nkunku, N'Golo Kante und Presnel Kimpembe.

+++ Donnerstag, 24. November +++

Brasilien schlägt Serbien und sorgt sich um Neymar

Spät in der Nacht humpelte Neymar mit goldenen Kopfhörern auf den Ohren durch die Katakomben des Lusail Stadions. Seinen Kopf hielt er gesenkt, Fragen beantworten wollte der Fußball-Superstar der Brasilianer nicht. Die großen Fragen lauten nun: Wie schwer ist die Sprunggelenksverletzung des 30-Jährigen? Und droht ihm möglicherweise sogar das WM-Aus?

Zumindest Nationaltrainer Tite glaubt das nicht. „Wir sind zuversichtlich, dass er bei dieser WM weiterspielen kann. Er wird diese WM fortsetzen!“, kündigte der 61-Jährige nach dem 2:0-Auftakterfolg gegen Serbien trotzig an. Ob das tatsächlich so ist, werden aber erst die Untersuchungen an diesem Freitag zeigen. Nach Angaben von Teamarzt Rodrigo Lasmar hat Neymar sich eine Verstauchung des rechten Sprunggelenks zugezogen.

„Wir müssen jetzt 24 bis 48 Stunden warten, bis wir näheres sagen können. Wir haben noch keinen MRT-Termin.“ Ihr nächstes Spiel bestreiten die Brasilianer am Montag gegen die Schweiz.

Brasilien mit Neymar, Serbien ohne Kostic

Brasilien startet wie erwartet mit zahlreichen Offensivkünstlern in sein erstes WM-Spiel gegen Serbien am Donnerstag (20.00 Uhr/ZDF und Magenta TV). Neben Superstar Neymar stehen die offensiv ausgerichteten Vinicius Júnior, Richarlison, Raphinha und Lucas Paquetá in der Startelf. Zudem hat Nationaltrainer Tite noch verschiedene hochkarätige Optionen wie die Flügelstürmer Antony oder Gabriel Martinelli auf der Bank.

Bei den Serben fehlt erwartungsgemäß der ehemalige Bundesliga-Profi Filip Kostic verletzungsbedingt. Dagegen beginnt überraschend Milos Veljkovic von Werder Bremen in der Innenverteidigung. Angeführt werden die Serben von Kapitän Dusan Tadic. Sein Sturmpartner Dusan Vlahovic, der für über 80 Millionen Euro von Juventus Turin verpflichtet worden war, sitzt dagegen zunächst auf der Bank.

Ronaldo-Rekord bei Portugals Sieg gegen Ghana 

Superstar Cristiano Ronaldo hat WM-Geschichte geschrieben und ist mit Portugal erfolgreich in seinen wohl letzten Anlauf auf den Titel gestartet. Der Altmeister führte die Seleccao zum Turnierauftakt zu einem verdienten 3:2 (0:0) gegen Ghana, damit hat sich Portugal in der Gruppe H gleich die Pole Position fürs Achtelfinale gesichert.

Ronaldo (65.) traf per umstrittenem Foulelfmeter für die insgesamt überlegenen Portugiesen, er hat damit als erster Spieler überhaupt Tore bei fünf Fußball-Weltmeisterschaften erzielt. Joao Felix (78.) und Rafael Leao (80.) legten in einer packenden zweiten Hälfte für den Favoriten nach, Andre Ayew (73.) hatte für Ghana vor 42662 Zuschauern im „Stadium 974“ ausgeglichen. Osman Bukari (89.) machte es in der Schlussphase wieder spannend.

Suarez und Co. spielen 0:0 gegen Südkorea

Uruguays Altstars Luis Suárez, Diego Godín und Co. versammelten sich kurz auf dem Rasen und wussten nicht so recht, was sie mit der enttäuschenden Nullnummer anfangen sollen. Deutlich glücklicher schauten da die Südkoreaner drein, die sich vor ihren Fans verneigten und gar eine kleine Ehrenrunde starteten.

Südkoreas Star-Angreifer Heung-Min Son zog ein gemischtes Fazit: „Ich will immer gewinnen. Wir haben unsere Chancen heute nicht so gut genutzt“, sagte er dem ZDF. „Beide Seiten sind aber zufrieden, dass sie diesen Punkt geteilt haben. Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung.“

Trotz viel Aufwand: Fan mit Alkohol erwischt 

Kein Alkohol in den WM-Stadien? Nicht mit mir, dachte sich ein mexikanischer Fan. Der junge Mann brachte zum ersten WM-Spiel seines Teams in Katar ein Fernglas mit ins Stadion - mit integriertem Schraubverschluss und hochprozentigem Inhalt. An der Einlasskontrolle zum Stadion wurde der Schummelversuch allerdings eiskalt entlarvt. Das Fernglas musste draußen bleiben, dem Fan blieb nur das alkoholfreie Bier am Stadion.

Ghana will Trainer Addo entführen

Fußball ist in Ghana Chefsache. Logisch, dass Präsident Nana Addo Dankwa Akufo-Addo vor dem Spiel gegen Portugal noch einmal die Mannschaft besuchte und ihr die besten Wünsche mit auf den Weg gab. Akufo-Addo ist nicht nur großer Fan der „Black Stars“, sondern insbesondere von Trainer Otto Addo. Für ihn wollte er sogar zum Entführer werden. Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation scherzte Akufo-Addo, man könne den vertraglich noch an Borussia Dortmund gebundenen Trainer ja kidnappen, damit er in Ghana bleibe.

Bundestrainer Hansi Flick stellt Charakterfrage

Flick verlangt am Sonntag (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Al-Bait Stadion Mut und Druckresistenz, pure Entschlossenheit - und vor allem eine ganz andere Gier beim Toreschießen und Tore verhindern. Der 57-Jährige erklärte das ungewollt frühe Endspiel am 27. November, exakt drei Wochen vor dem echten WM-Finale in Katar, gleich mehrfach zur Charakterfrage. „Wir haben keinen Schuss mehr frei. Der Fehlschuss, den hatten wir gestern. So müssen wir das Ganze angehen“, sagte Flick am Donnerstag.

„Auch wenn über 70 Minuten vieles positiv war, war es am Ende im Detail nicht so, wie wir es uns vorstellen. An diesen Schrauben müssen wir drehen“, formulierte Flick als Ergebnis einer ersten Spielanalyse mit seinem Trainerteam in der vorangegangenen Nacht.

Belgien-Star Eden Hazard lästert über DFB-Protest 

Belgiens Kapitän Eden Hazard hat kein Verständnis für die deutsche Protestaktion vor dem 1:2 am Mittwoch gegen Japan. „Es wäre besser gewesen, wenn sie es nicht getan und gewonnen hätten“, ätzte der 31 Jahre alte Hazard von Real Madrid laut französischem Radio RMC nach dem 1:0 Belgiens am Mittwochabend gegen Kanada.

Die deutschen Spieler hatten sich vor dem Spiel gegen Japan demonstrativ den Mund zugehalten, nachdem die FIFA Konsequenzen für das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde angekündigt hatte. „Wir sind hier, um Fußball zu spielen, ich bin nicht hier, um eine politische Botschaft zu verbreiten, dafür sind andere Leute besser geeignet. Wir wollen uns auf den Fußball konzentrieren“, sagte Hazard laut RMC weiter.

Disziplin: Holland-Coach Louis van Gal stichelt gegen Deutschland

Aus Deutschlands überraschender Niederlage gegen Japan hat auch der niederländische Trainer Louis van Gaal seine Schlüsse gezogen. Eine Spitze gegen das Nachbarland konnte sich Hollands Bondscoach Louis van Gaal (71) nach Deutschlands 1:2-Pleite gegen Japan nicht verkneifen: „Der Fakt, dass Argentinien und Deutschland verloren haben, sagt etwas aus. Es ist einfacher zu verteidigen, als zu treffen. Deutschland hat viel angegriffen in der ersten Halbzeit, aber nicht getroffen. Das hat viel mit Disziplin zu tun. Ich nehme mir heraus zu sagen: Mein Team ist 90 Minuten diszipliniert. Das macht diese Gruppe aus.“

Fans rechnen mit deutschem Vorrunden-Aus 

Die deutschen Fans haben weniger Lust auf die Winter-WM in Katar. Die TV-Quoten sind im Keller. 
Die deutschen Fans haben weniger Lust auf die Winter-WM in Katar. Die TV-Quoten sind im Keller.  IMAGO / Starface

Zuversicht sieht anders aus: Die große Mehrheit der Fußballfans in Deutschland rechnet nach dem Fehlstart der deutschen Nationalmannschaft mit dem frühzeitigen Aus bei der WM in Katar. Das ergab eine Umfrage der Voting-App FanQ im Auftrag des SID. Demnach glauben 82,2 Prozent der über 1400 Befragten, dass die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick schon in der Vorrunde scheitern wird.

70,2 Prozent der Teilnehmer attestierten Deutschland bei der Auftaktpleite am Mittwoch gegen Japan (1:2) eine „schlechte“ bis „sehr schlechte“ Leistung. Für mehr als die Hälfte der Befragten (52,8 Prozent) zeigte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck den schwächsten Auftritt im deutschen Team.

Mit 76,7 Prozent geht die deutliche Mehrheit der Fußballfans auch im nächsten Spiel gegen Spanien am Sonntag von einer Niederlage aus. Unabhängig davon trifft die Weltmeisterschaft in der Bevölkerung kaum auf Begeisterung. 61,7 Prozent der Teilnehmer gaben an, das Turnier „wenig“ bis „gar nicht“ zu verfolgen.

DFB-Kritik: Uli Hoeneß attackiert Fifa-Präsident Gianni Infantino 

Uli Hoeneß hat dem Deutschen Fußball-Bund in der Auseinandersetzung mit der FIFA fehlenden Mut vorgeworfen. „Sie haben nicht den Mut gehabt, der FIFA die Stirn zu zeigen. Das wäre dringend notwendig gewesen, denn für mich ist Gianni Infantino eine große Katastrophe für den Weltfußball“, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern bei RTL.  Es sei „eine wunderbare Chance gewesen, ihm zu zeigen: Bis hierher und nicht weiter“, sagte Hoeneß. Diese habe der DFB leider vertan.

Die FIFA hatte bei der Weltmeisterschaft in Katar die „One Love“-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten. Neuer trug stattdessen gegen Japan die von der FIFA vorgegebene „No Discrimination“-Binde, die gegen Diskriminierung jeder Art stehen soll. Der Weltverband hatte sportliche Sanktionen angedroht für den Fall, dass die mehrfarbige „One Love“-Kapitänsbinde bei den WM-Spielen doch getragen wird.

Hoeneß hätte sich von der DFB-Spitze mehr Entschlossenheit gewünscht. „Sie hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt mit der Ankündigung konsequent zu sein, das Thema konsequent durchzuziehen. Und das haben sie am Ende nicht gemacht“, bemängelte Hoeneß. Die DFB-Profis hatten sich beim Mannschaftsfoto vor dem 1:2 gegen Japan am Mittwoch unmittelbar vor dem Anpfiff als Reaktion auf das Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde demonstrativ die Hand vor den Mund gehalten.

Schweiz mit fünf Bundesliga-Stars gegen Kamerun

Schweiz-Coach Murat Yakin setzt auf seine Deutschland-Legionäre: Neben Torhüter Sommer zählen fünf weitere Bundesliga-Profis zur Anfangsformation der Nati gegen Kamerun, weitere fünf hatten in der Vergangenheit bereits bei einem Bundesligisten unter Vertrag gestanden. Freuler (Nottingham Forest, vorher Atalanta Bergamo) ist die einzige Ausnahme.

Nach Japan-Debakel: Wen wirft Flick aus der Startelf?

Wunden lecken, nach vorne schaune. Bundestrainer Hansi Flick schließt nach dem 1:2 gegen Japan zum WM-Auftakt einen Positionswechsel für Mittelfeld-Chef Joshua Kimmich nicht mehr kategorisch aus. Flick am Donnerstag in Al-Shamal: „Sie können wirklich davon ausgehen, dass wir jede Personalie und jede Position diskutieren. Das tun wir vor jedem Spiel. Es ist unsere Aufgabe als Trainerteam, die Mannschaft so aufzustellen, dass sie top besetzt ist.“

Kimmich spielte wie immer unter Flick auf der Sechs. In Flicks Zeit als Coach bei Bayern München half der 27-Jährige allerdings beim Triumph in der Champions League 2020 als rechter Außenverteidiger aus. Diese Position bekleidete er auch zu Beginn seiner Nationalmannschaftskarriere.

Gegen Japan hatte Flick etwas überraschend Niklas Süle rechts hinten aufgeboten. Der Dortmunder war an beiden Gegentoren entscheidend beteiligt. Seinem System mit Viererkette will Flick allerdings treu bleiben. „So weit sind wir noch nicht“, sagte er auf die Frage nach einer möglichen Umstellung auf eine Dreierkette.

„Wir haben keinen Schuss mehr frei, den Fehlschuss hatten wir gestern“, sagte Flick bei einer Video-Schalte aus dem DFB-Trainingszentrum und forderte: „So müssen wir es gegen Spanien angehen.“ Eine weitere Niederlage im Duell mit dem Weltmeister von 2010 würde das Aus bedeuten, falls Japan gegen Außenseiter Costa Rica punktet.

„Es geht darum, Mut und Charakter zu haben, sich zu zeigen. Wir müssen einiges verbessern, um gegen Spanien die Chancen offen zu halten“, sagte Flick. Dazu gehöre eine bessere Effizienz vor dem Tor und mehr Zweikampfhärte: „Ich muss als Abwehrspieler mit jeder Gier das Tor verteidigen.“ Flick gab sich grundsätzlich „positiv. Ich glaube schon, dass wir Qualität haben und vertraue der Mannschaft. Wir haben eine gute Truppe.“

Keine WM-Lust: TV-Quoten bleiben im Keller

Die 1:2-Pleite der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in ihrem ersten WM-Spiel gegen Japan hat zwar für eine deutsche Rekordquote bei der Weltmeisterschaft in Katar gesorgt, unter dem Strich sahen aber nur 9,23 Millionen Fußball-Fans bei der ARD-Live-Übertragung zu. Der Marktanteil betrug allerdings stolze 59,7 Prozent. Bei der WM vor vier Jahren in Russland hatten das 0:1 zum Auftakt gegen Mexiko in Moskau 25,97 Millionen (MA: 81,6 Prozent) im ZDF gesehen.

„Bisher ist das Zuschauerinteresse deutlich geringer als sonst bei einer Fußball-WM“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: „Das letzte Mal, dass ein WM-Spiel mit deutscher Beteiligung weniger als 10 Millionen Zuschauer gesehen haben, ist über 30 Jahre her.“ Dies zeige, dass das Turnier in Deutschland nicht so gut angenommen wird". Allerdings haben auch „viele Menschen“ das deutsche Spiel im Stream verfolgt. Zudem überträgt auch MagentaTV alle Partien live. Allerdings machen ihnen die Quoten „sehr nachdenklich“, so Balkausky.

Katar-Botschafter Matthäus kritisiert Nebengeräusche

Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht die Konzentration der DFB-Auswahl auf die sportlichen Aufgaben bei der WM in Katar durch die Nebengeräusche gestört. „Die vielen Debatten um Menschenrechte, Spielführerbinde, dürfen die Fans ein Bier trinken oder nicht - das geht an den Spielern nicht spurlos vorbei“, sagte Matthäus dem TV-Sender RTL.

Er habe das Gefühl gehabt, dass bei der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan „in der zweiten Halbzeit viele Spieler blockiert waren. Zeichen setzen - ja. Aber die Spieler sind bei der WM, um Fußball zu spielen und uns auf dem Platz zu repräsentieren. Deutschland hat sehr viel diskutiert über diese Sachen und wie man Messages senden kann. Da lässt automatisch die Konzentration nach“, betonte der 61-Jährige. Pikant: Matthäus ist WM-Botschafter Katars und lässt sich vom kleinen Wüsten-Staat fürstlich entlohnen

Experten-Kritik an Bundestrainer Hansi Flick

Der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann hat nach der WM-Auftaktpleite gegen Japan (1:2) den Verzicht auf Mats Hummels für das Turnier in Katar kritisiert. „Ein Spieler wie Hummels hätte in die Mannschaft gehört, weil er Verantwortung übernimmt, weil er Missstände anspricht, weil er Tendenzen und Entwicklungen erkennt“, schrieb Hamann in seiner Sky-Kolumne.

Für die Nichtberücksichtigung von Hummels sieht der Vize-Weltmeister von 2002 nicht nur sportliche Gründe. „Man hatte sich dazu entschieden, Harmonie über alles zu stellen. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass Hummels nicht dabei ist. Aber mit einer ruhigen, harmonischen Truppe wirst du nichts gewinnen“, meinte Hamann. Ihm sei das alles zu weich, zu nett und zu eintönig. „Du brauchst Reibung. Dadurch werden Reize gesetzt“, schrieb der 49-Jährige.

Auch Andreas Möller übt Kritik an Bundestrainer Flick, sieht in der Auswechslung von Ilkay Gündogan den Hauptgrund für die 1:2-Auftaktniederlage der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar gegen Japan. „Das Herz einer jeden Mannschaft ist ein kompaktes Mittelfeld. Dafür standen über eine Stunde lang Gündogan und Kimmich. Wir haben diesem Herz nach einer Stunde die Sauerstoffzufuhr verweigert“, schrieb der frühere Welt- und Europameister im kicker.

Die Auswechslungen von Gündogan und Thomas Müller (jeweils 67.) „wurden zum Bumerang für Deutschland“, meinte Möller. Außerdem habe der DFB-Elf die Galligkeit gefehlt: „Vorne bei der Verwertung guter Chancen, hinten in den entscheidenden Zweikampfsituationen, wo wir die früher gepriesenen ‚deutschen Tugenden‘ vermissen ließen! Das geht nun mal überhaupt nicht bei einer Weltmeisterschaft, und schon gar nicht beim ersten Auftritt. (...) In dieser Hinsicht sind wir zu soft.“

+++ Mittwoch, 23. November +++

Belgien müht sich zum 1:0 gegen Kanada

Belgeins Michy Batshuayi  machte das Tor zum 1:0. Doch überzeugend war dieser Sieg der Roten Teufel nicht
Belgeins Michy Batshuayi  machte das Tor zum 1:0. Doch überzeugend war dieser Sieg der Roten Teufel nicht imago images/Panoramic

Belgien gilt auch bei dieser WM mal wieder als Mitfavorit. Doch dafür müssen sich die Roten Teufel noch steigern. Gegen Kanada gab es nur ein mühevolles 1:0. Die Nordamerikaner überraschten mit viel Mut. Aber Bayerns Alphonso Davies war der tragische Held. In der 10. Minute vergab er einen Handelfmeter für Kanada. Belgien hatte da mehr Glück. Ein langer Pass von Toby Alderweireld reichte. Der Ex-Dortmunder Michy Batshuayi sprintete los und traf zum 1:0 (44.).  Und die zweite Halbzeit? Da lief auch nicht viel. Belgien siegt, mehr nicht.

7:0! Spanien zaubert, wie soll die DFB-Elf da eine Chance haben? 

Deutschlands nächster Gruppengegner Spanien fegte Costa Rica mit 7:0 vom Platz. RB Leipzigs Dani Olmo machte das 1:0 und jubelte ausgiebig. 
Deutschlands nächster Gruppengegner Spanien fegte Costa Rica mit 7:0 vom Platz. RB Leipzigs Dani Olmo machte das 1:0 und jubelte ausgiebig.  dpa/Ferrari

Spanien zeigt eindeutig, wer Sieger in der Deutschland-Gruppe wird. Die Iberer gewinnen völlig souverän 7:0 gegen Außenseiter Costa Rica. Nach gut einer halben Stunde stand es schon 3:0 durch Tore von Dani Olmo (11.), Marco Asensio und Ferran Torres (31.) gegen die Mittelamerikaner. Da war die Entscheidung schon klar, doch die Spanier waren noch lange nicht satt. Torres (54.), Gavi (74.), Carlos Soler (90.) und Alavaro Morata (90.+2) zauberten noch vier Treffer rein. Spaniens Nationalcoach Luis Enrique Garcia hat eine neue, junge Mannschaft geformt, die titelreif ist. Doch für die DFB-Elf bedeutet das: Wie soll man diese Stiere am Sonntag nur auf die Hörner nehmen? Momentan sieht es so aus, dass die Spanier Hansi Flicks Elf auseinanderspielen. Das wäre dann das vorzeitige WM-Aus für Deutschland.

 Frust pur! Das sagen die DFB-Stars zur Pleite gegen Japan 

Ex-Unioner Nico Schlotterbeck patzte gegen Japan mehrfach. Insbesondere sah der BVB-Verteidiger beim 1:2 ganz schlecht aus. 
Ex-Unioner Nico Schlotterbeck patzte gegen Japan mehrfach. Insbesondere sah der BVB-Verteidiger beim 1:2 ganz schlecht aus.  IMAGO / Bildbyran

Bundestrainer Hansi Flick: „Das ist brutal enttäuschend. Wir hatten viel Ballbesitz, waren mehr als verdient in Führung. Dann hatten wir viele Chancen, die wir nicht gemacht haben - da hat uns Japan, was die Effizienz betrifft, klar geschlagen und deshalb das eine Tor mehr gemacht. Diese individuellen Fehler dürfen einfach nicht passieren. Das müssen wir abstellen. Wir müssen gewisse Dinge besser machen und gehen jetzt in die Analyse. Wir haben dennoch die Qualität, Spanien zu schlagen.“

Kapitän Manuel Neuer: „Die liegengelassenen Torchancen und die nicht ausreichende Verteidigung waren die Gründe. Japan hat höher gepresst, da haben uns die Ruhe und die gute Positionierung gefehlt. Mit besseren Pässen und mehr Selbstvertrauen wäre es viel besser gewesen. Wir haben den Gegner stark gemacht. Wenn man keine Pässe mit Aussage macht, kommt irgendwann die Retourkutsche, das haben wir uns selbst eingebrockt.“

Elfmeter Torschütze Ilkay Gündogan: „Wir haben es Japan zu einfach gemacht. Gerade beim zweiten Tor, ich weiß nicht, ob jemals bei einer WM ein einfacheres Tor erzielt wurde. Das darf nicht passieren. Das darf nicht passieren, wir sind bei einer WM. Wir haben das Spiel weitestgehend dominiert. Wir hatten unfassbare Möglichkeiten und haben das zweite Tor nicht gemacht. Wir spielen in den Positionen nicht schlecht, aber es fehlt die Überzeugung. Dass man den Ball hält, dass man sich bewegt, dass man sich anbietet. Man hatte das Gefühl, dass nicht jeder den Ball haben wollte.“

Bayern-Star Thomas Müller: „Aktuell bin ich noch etwas geschockt. „Wir haben vom Gefühl her über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Ein gutes Spiel zeichnet sich aber dadurch aus, dass man Chancen in Tore ummünzt. Aberwitzig, dass wir hier jetzt mit einer Niederlage dastehen. Wie wir die Tore kassiert haben, haben wir nicht unverdient verloren. Am Ende müssen wir uns die mangelnde Effizienz vorwerfen. Eine Niederlage zum Start ist genau das Gegenteil von dem, was du brauchen kannst. Das ist sportlich einfach zu analysieren, aber emotional schwer zu packen. Jetzt haben wir einen absoluten Nachteil. Gegen Spanien müssen wir fast schon gewinnen. Diesen Druck wollten wir uns eigentlich nehmen.“

WM-Fehlstart: Deutschland verliert gegen Japan

Unfassbar! Die DFB-Auswahl verliert ihr Auftaktspiel am Mittwoch gegen Japan mit 1:2 (1:0) und steht damit schon frühzeitig unter Druck. Vor 42 608 Zuschauern brachte Ilkay Gündogan das Team von Bundestrainer Hansi Flick in der 33. Minute per Foulelfmeter in Führung. Eigentlich hatte Deutschland alles im Griff, doch nach der Pause drehten die Bundesliga-Spieler Ritsu Doan (75.) und Takuma Asano (83.) mit ihren Treffern die Partie zugunsten der Japaner. Danach war die DFB- Elf total verunsichert, leistete sich wie schon 2018 viele leichte Fehler, insbesondere im Spielaufbau.

Eine unnötige Niederlage, die sich das deutsche Team voll und ganz selbst zuzuschreiben hat, während Japan nach dem Schlusspfiff eine große Überraschung feiert. Dem DFB droht damit ein erneutes Vorrundenaus wie schon vor vier JahrenWeitere Gegner der deutschen Mannschaft in der Gruppe E sind Spanien und Costa Rica. Um noch ins Achtelfinale einzuziehen, muss sich die Flick-Elf deutlich steigern. Den Spielbericht lesen Sie hier

Wirbel um DFB-Trikot: Mikroplastik für unsere Flüsse und Meere

Es bleibt unruhig rund um die DFB-Elf bei der WM in Katar. Nach dem Streit um die One-Love-Binde und dem Mini-Protest vor dem Spiel gegen Japan, gibt es nun mächtig Wirbel um das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Nach Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit und des Medien-Startups Flip ist das Trikot offenbar nicht so nachhaltig wie vom Hersteller Adidas angegeben. Die Umweltschutz-Organisation Parley for the Oceans stellt deshalb sogar ihre Zusammenarbeit mit dem Konzern infrage. Die ganze Geschichte lesen Sie hier

Vor dem Japan-Anpfiff: DFB-Stars mit Protest gegen die Fifa

Stiller Protest gegen die Fifa: Nach dem Streit und dem Verbot der One-Love-Binde hielten sich die DFB-Stars vor dem Spiel gegen Japan den Mund zu. 
Stiller Protest gegen die Fifa: Nach dem Streit und dem Verbot der One-Love-Binde hielten sich die DFB-Stars vor dem Spiel gegen Japan den Mund zu.  Christian Charisius/dpa

Immerhin ein kleines Zeichen: Die DFB-Stars hat vor ihrem WM-Auftaktspiel gegen Japan ein starkes Zeichen gegen den Weltverband FIFA und dessen Verbotspolitik gesetzt. Unmittelbar vor dem Abpfiff im Khalifa International Stadium von Ar-Rayyan stellte sich die deutsche Startelf vor den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino zum Teamfoto auf - alle hielten sich dabei demonstrativ den Mund zu.

„Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt“, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bei Twitter mit: „Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar.“ Die sollte laut Aussage des Verbands „selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht.“

Im Fernsehen war die Aktion nur von der Seite zu sehen, das Weltbild zeigte sie nicht. Vorausgegangen war eine tagelange Diskussion um die One-Love-Binde - diese trug Bundesinnenministerin Nancy Faeser demonstrativ auf der Tribüne.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser trug die von der Fifa bei der WM verbotene One-Love-Binde demonstrativ auf der Tribüne.
dpa
Bundesinnenministerin Nancy Faeser trug die von der Fifa bei der WM verbotene One-Love-Binde demonstrativ auf der Tribüne.

DFB-Duell gegen Japan: Mit Müller und Havertz, ohne Goretzka 

Um 14 Uhr startet Deutschland gegen Japan in die WM: Auf diese Spieler setzt Bundestrainer Hansi Flick: Neuer - Süle, Rüdiger, Schlotterbeck, Raum - Kimmich, Gündogan - Gnabry, Havertz, Musiala - Müller.

Ex-Unioner Nico Schlotterbeck hat somit den Vorzug vor Thilo Kehrer bekommen, Niklas Süle verteidigt auf der rechten Seite. Neben Jo Kimmich startet Ilkay Gündogan statt Leon Goretzka, zudem entscheidet sich Flick im Angriff für Thomas Müller und Kai Havertz.

Dänischer Verband: FIFA drohte mit mehr als Gelben Karten

Um das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde bei der Weltmeisterschaft in Katar zu verhindern, hat der Fußball-Weltverband Fifa offenbar einen stärkeren Druck auf die europäischen Teams ausgeübt als bislang bekannt. Das berichteten die Offiziellen des dänischen Fußball-Verbands DBU am Mittwoch bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im WM-Quartier ihrer Mannschaft in Al-Rajjan.

„Am 21. Im November bat die Fifa um ein dringendes Treffen, um die Angelegenheit zu besprechen“, erklärte der DBU-Direktor Jakob Jensen. „Die Fifa kam ins englische Team-Hotel und machte hier deutlich, dass es sportliche Sanktionen geben würde, wenn jemand die Binde trägt. Und sie sagten, dass es mindestens eine Gelbe Karte gäbe.“

Sportdirektor Peter Möller nannte dieses Verhalten des Weltverbands „inakzeptabel. Wir distanzieren uns entschieden von den Methoden der Fifa“, sagte der frühere Nationalstürmer. „Allein die Tatsache, dass wir keine klare Antwort zu den möglichen Strafen bekommen haben, sagt doch alles.“

WM-Lazarett immer voller: Nächster Bayern-Star verletzt

Bei der Fußball-WM in Katar hat sich der nächste Profi des FC Bayern München verletzt. Einen Tag nach dem Kreuzbandriss des Franzosen Lucas Hernandez musste der marokkanische Außenverteidiger Noussair Mazraoui am Mittwoch im Spiel gegen Kroatien nach rund einer Stunde angeschlagen vom Feld.

Der 25-Jährige zog sich die Blessur offenbar bei einem Kopfball zu. Nach einer Behandlung spielte Mazraoui zunächst weiter, musste kurz darauf aber mit einer Trage vom Platz gebracht werden.

One-Love-Binde und Mega-Nachspielzeit: Hertha-Boss Bobic schießt gegen die Fifa

Exorbitante Nachspielzeiten, der Streit um die One-Love-Binde und das bemerkenswerte Zeichen der iranischen Nationalmannschaft. Auch Hertha-Boss Fredi Bobic lassen die aktuellen Aufreger bei der WM in Katar alles andere als kalt. Dem DFB und den Nationalspielern macht er dabei allerdings anders als manch andere keinen Vorwurf. Was Bobic zu sagen hat, lesen Sie hier

Beckham, Guardiola oder Matthäus – Botschafter Katars und Spielball der Scheichs

Sie rühren seit Jahren die Werbetrommel und werden dafür von Katars Emir fürstlich entlohnt: Ehemalige Fußballstars wie Pep Guardiola, David Beckham oder Lothar Matthäus. Von den Diskussionen um Menschenrechte, Diskriminierung, Ausbeutung oder die One-Love-Binde wollen sie alle nichts wissen. Gierig oder clever? Beckham, Guardiola oder Matthäus – Botschafter Katars und Spielball der Scheichs. Lesen Sie hier die ganze Geschichte

Ex-Weltmeisterin Angerer und TV-Star Elton kritisieren DFB

Im Streit um die One-Lov-Kapitänsbinde hat die ehemalige Nationaltorhüterin Nadine Angerer scharfe Kritik am DFB und Kapitän Manuel Neuer geäußert. „Manuel Neuer und die Verantwortlichen beweisen, dass sie ihre Überzeugungen schnell über Bord werfen, sobald es brenzlig wird. Dass sich die Fifa gegen die Aktion wehrt, dürfte doch niemanden überrascht haben“, schrieb die ehemalige Weltfußballerin und Weltmeisterin in ihrer Kolumne für „90min.de“.

Natürlich sei es aus der Ferne schwer zu beurteilen, welche Sanktionen die FIFA hinter den Kulissen angedroht habe. Angerer: „Mit aller gebotenen Vorsicht glaube ich trotzdem: Ich persönlich hätte in dieser Situation anders reagiert und wäre lieber abgereist, als mich selbst zu verleugnen.“

Auch TV-Star Elton schiebt mächtig Frust, schrieb auf Instagram: „Den iranischen Nationalspielern droht zu Hause Gefängnis beim Setzen von politischen Zeichen in Katar. Die gesamte Mannschaft bleibt bei der Hymne demonstrativ und geschlossen stumm. Den europäischen Mannschaften droht beim Tragen der ‚One Love‘-Binde eine Gelbe Karte oder Punkteabzug. Die Binde bleibt in der Tasche.“ Mehr habe er zu diesem Thema nicht zu sagen.

Wegen Regenbogenfarben: Katars Polizei bedrängt TV-Team

Die katarische Polizei hat den dänischen TV-Journalisten Jon Pagh wegen des Tragens der One-Love-Binde bedrängt. Ein Video auf dem Twitter-Account des Dänen zeigt, wie er am Montagabend für einen Beitrag vor dem Hotel der dänischen Fußball-Nationalmannschaft das von der FIFA für die Kapitäne der WM-Teams verbotene Stück Stoff am Arm trägt. Zwei Polizisten wollen dies verhindern, weiter versuchen sie, die Hand vor die Kameralinse zu halten und das Filmen des Zwischenfalls zu unterbinden.

TV-Quoten bleiben im Keller

So richtig nimmt die WM nicht an Fahrt auf. Auch am dritten Tag des Turniers ist das Interesse deutlich geringer als vor vier Jahren bei der WM in Russland. Keines der drei Spiele am Dienstag im ZDF kam über die Fünf-Millionen-Marke.

Die meisten Fernseh-Zuschauer gab es am Abend bei der Partie Frankreich gegen Australien mit durchschnittlich 4,963 Millionen Zuschauern. Die Partie im Zweiten erreichte nach Angaben des Senders einen Marktanteil von 18,4 Prozent. Mehr Zuschauer in der Primetime fand in der ARD „Die Kanzlei, Folge 65“ mit 5,051 Millionen.

Zum gleichen Zeitpunkt der WM in Russland hatte es bereits Partien mit Zuschauerzahlen über der Zehn-Millionen-Marke gegeben. Der Durchschnitt der Vorrunden-Spiele lag 2018 bei den ARD- und ZDF-Übertragungen über neun Millionen.

DFB-Team: Trägt Manuel Neuer die One-Love-Binde trotzdem?

Trotz des Verbots würde Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck anstelle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Kapitän Manuel Neuer bei der WM in Katar nicht auf die „One Love“-Binde verzichten. „Ich nehme an, jetzt muss man die Binde tragen. Ich würde es vielleicht darauf ankommen lassen“, sagte der Grünen-Politiker in der ZDF-Sendung Markus Lanz.

Er sei nicht der Medienberater des DFB, „aber es bietet sich an, oder?“. Es handele sich um einen „moderaten Protest“, es sei schließlich „eine Binde“ und keine „elaborierte“ Aktion der Klimaaktivisten der Letzten Generation, sagte Habeck. Er sei interessiert zu sehen, „was der Schiedsrichter macht, wenn einer mit der Binde da rumkommt“.

Habeck erinnerte zudem an den Kniefall des ehemaligen Football-Profis Colin Kaepernick. „Danach gab es den Protest gegen Rassismus im Sport“, sagte er. Das Besondere sei, dass diese WM in Katar im Vergleich zu anderen Turnieren politisch ist. Es gebe auch keinen unpolitischen Sport mehr.

Gesundheitliche Probleme: Franz Beckenbauer reist nicht nach Katar 

Der frühere Fußball-Weltmeister Franz Beckenbauer reist auch aus gesundheitlichen Gründen nicht zur derzeit laufenden Weltmeisterschaft nach Katar. Dies sagte der 77-Jährige dem Magazin „Bunte“. Er fiebere mit dem DFB-Team von Bundestrainer Hansi Flick zwar mit. „Aber ich werde nicht nach Katar reisen. Ich drücke unserer Mannschaft vor dem Fernseher die Daumen“, sagte Beckenbauer dem Magazin, das vorab einen Auszug veröffentlichte.

Beckenbauer sprach von gesundheitlichen Problemen. „Ich hatte auf einem Auge einen sogenannten Augeninfarkt. Rechts sehe ich leider nichts mehr. Damit komme ich klar. Und mit dem Herzen muss ich aufpassen.“ Der ehemalige Bayern-Profi bekomme derzeit viel Autogramm-Post, die er gerne beantworte. „Die Leute denken wohl, der lebt nimmer lang. Aber ich versuche, euch noch eine Weile erhalten zu bleiben“, sagte Beckenbauer.

Er wurde 1974 Weltmeister als Spieler und 1990 Weltmeister als Trainer. Fußball live und vor Ort sieht er nur noch selten.

Kreuzbandriss: FC Bayern gecheckt von Hernandez Verletzung

Bayerns Lucas Hernandez verletzte sich schwer bei Frankreichs Sieg gegen Australien..
Bayerns Lucas Hernandez verletzte sich schwer bei Frankreichs Sieg gegen Australien.. dpa/Ena

Es war zu vermuten. Nun haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Frankreichs Verteidiger Lucas Hernandez erlitt beim Spiel gegen Australien am Dienstag einen Kreuzbandriss.  „Wir sind alle geschockt und bedauern das sehr. Aber Lucas ist ein Kämpfer und wird stark zurückkommen. Er kriegt alle Unterstützung, die möglich ist“, sagte Bayern Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Hernandez hatte am Dienstag in der neunten Minute des Spiels gegen Australien (4:1) einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten und fällt nun mutmaßlich bis zum Saisonende aus. Auch für Titelverteidiger Frankreich ist die Verletzung des Weltmeisters von 2018 ein herber Schlag. Nationalcoach Didier Deschamps muss ohnehin bereits auf Torjäger Karim Benzema verzichten. Außerdem fehlen ohnehin Paul Pogba, der Leipziger Christopher Nkunku, N'Golo Kante und Presnel Kimpembe.

+++ Dienstag, 22. November +++

4:1 für Frankreich, aber Bayerns Hernandez verdreht sich das Knie

Titelverteidiger Frankreich ist mit einem 4:1 gegen Australien in die WM gestartet. Klingt gut, aber der Sieg wurde teuer erkauft. Bayerns Verteidiger Lucas Hernandez hat sich dabei schwer am rechten Knie verletzt. Was war passiert? Bei Australiens überraschendem Tor zum 1:0 durch Craig Goodwin, wollte Hernandez den Ex-Herthaner Mathew Leckie stoppen und knickte dabei im Rasen um. Leckie flankte, Goodwin traf. Doch der Weltmeister erholte sich schnell von dem Schock. Adrien Rabiot (27.), Olivier Giroud (32./71.) und Kyian Mbappe (68.)  trafen locker leicht zum 4:1.

0:0! Lewandowski verschießt Elfer

In der 58. Minute scheitert Polens Lewandowski beim Strafstoß an Mexikos Keeper Ochoa
In der 58. Minute scheitert Polens Lewandowski beim Strafstoß an Mexikos Keeper Ochoa imago images/McManus

Das ist bitter für Polens Superstar Robert Lewandowski. Der ehemalige Bayern-Stürmer verschoss in der 58. Minute gegen Mexiko einen Elfer. Vorher war Lewandowski vom mexikanischen Verteidiger Hector Moreno gefoult worden. Der Strafstoß wurde erst nach Videoprüfung gegeben. Lewandowski nahm beim Elfer langen Anlauf, aber Mexikos Keeper Guillermo Ochoa ahnte die richtige Ecke und hielt. Sieg auf dem Serviertablett verschossen. Es blieb in der harten, dynamischen Partie gegen die Azteken-Kicker beim 0:0.

DFB zieht gegen Fifa vor Gericht

Ruhe im Karton, weil die Fifa ein Verbot der One-Love-Binde ausgesprochen hat? Nein! Der Skandal um das kleine Stück Stoff mit der Vielfalt-Botschaft macht die nächste Runde. Die „Bild“ meldet, dass der DFB vor das internationale Sportgericht (CAS) ziehen will und gegen den willkürlichen Fifa-Beschluss klagen will. Dazu soll zunächst ein vorläufiger Rechtsschutz vor Ort in Katar beim CAS erwirkt werden. Dieser wäre aber erst in zwei Tagen gültig. Torwart Manuel Neuer könnte, wenn der DFB am Grünen Tisch siegen sollte, dann frühestens gegen Spanien am Sonntag doch die One-Love-Binde am Oberarm tragen. 

0:0! Dänemark mit Nullnummer gegen Tunesien

Der EM-Dritte Dänemark legt bei der WM einen Stolperstart gegen tapfere Tunesier hin -nur 0:0 gegen die Nordafrikaner. Die Adler von Karthago spielten in der ersten Halbzeit wie beflügelt. Erst nach der Pause kam die Dänen zu ihren Chancen. Pech! Andreas Cornelius köpfte aus nur einem Meter an den Pfosten (70.). In der Nachspielzeit noch mal Hochspannung. Der Schiri prüfte ein angebliches Handspiel der Tunesier im Strafraum per Video. Es war aber keines, also kein Elfmeter! Deswegen am Ende nur eine Nullnummer für Dänemark.

2:1! Saudis schlagen Gauchos

Da ist sie, die erste faustdicke Überraschung dieser WM. Im wohl letzten Groß-Turnier von Lionel Messi legt Argentinien in seinem Auftaktspiel der Gruppe C einen klassischen Fehlstart hin. Saudi-Arabien putzt die Gauchos nach fast 102 Spielminuten mit 2:1 (0:1). 

36 Spiele in Folge hatte die Albiceleste nicht mehr verloren und nun dies. Nach der Führung durch Messi in der zehnten Minute durch einen diskussionswürdigen Foulelfmeter sorgen Saleh Al-Shehri (48.) und Salem Al-Dausari (53.) binnen kurzer Zeit für die erste große Sensation der umstrittenen WM in Katar. In der ersten Halbzeit werden gleich drei Tore der Argentinier nicht anerkannt – alle jeweils wegen Abseitsstellungen.

Rewe wegen One-Love-Binde nicht mehr DFB-Sponsor

Nach dem äußerst umstrittenen WM-Verbot für die „One Love“-Binde durch den Weltverband FIFA hat mit Rewe ein erster großer Sponsor die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) beendet. „Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität. Diese Haltung leben wir und diese Haltung verteidigen wir - auch gegen mögliche Widerstände“, sagte Rewe-Chef Lionel Souque in einer Mitteilung des Handelsriesen: „Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel.“

Flick muss aus Sané verzichten

Bayern-Star Leroy Sane fällt mit Knieproblemen für das erste deutsche Spiel gegen Japan aus. 
Bayern-Star Leroy Sane fällt mit Knieproblemen für das erste deutsche Spiel gegen Japan aus.  dpa/Christian Charisius

Das fängt ja gut an! Bundestrainer Hansi Flick muss nach dem Ausfall von Leroy Sane (Knieprobleme) seine Startelf für den WM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft umstellen. Für den Münchner könnte gegen Japan am Mittwoch (14 Uhr/ARD) in Doha dessen Teamkollege Jamal Musiala auf die linke Seite rücken und damit in der Zentrale Platz für Thomas Müller machen. Als Spitze dürfte dann Kai Havertz auflaufen.

Keane kritisiert Kapitäne

Irlands Fußball-Ikone Roy Keane hat den englischen Stürmerstar Harry Kane und andere Kapitäne von WM-Teams kritisiert, die auf Druck des Weltverbandes FIFA ihre „One Love“-Binde abgelegt haben. Das sei „ein großer Fehler“ gewesen, sagte Keane als Experte bei ITV Football. „Ich denke, die Spieler hätten es im ersten Spiel tun und sich die Bestrafung abholen sollen – was auch immer das wäre.“

Auch wenn Kane dafür die Gelbe Karte kassiert hätte, „wäre das ein großartiges Statement“ gewesen, meinte Keane. „Unabhängig vom Druck von Außen und von den Verbänden: Wenn es das ist, woran du glaubst, dann tue es.“

Torjäger Kane hatte nach dem 6:2-Sieg am Montag im Auftaktspiel der Three Lions gegen den Iran betont: „Die Entscheidung wurde aus meinen Händen genommen. Ich bin enttäuscht.“ Auch der niederländische Kapitän Virgil van Dijk zeigte kein Verständnis für das Verbot und für das Verhalten der FIFA. „Das ist total lächerlich, mit einer Strafe zu drohen wegen eines Armbands. Ich verstehe das nicht“, sagte Oranjes Abwehrchef nach dem 2:0-Auftaktsieg gegen Senegal.

+++ Montag, 21. November +++

Bale rettet Wales gegen USA einen Punkt

Gareth Bale trifft per Elfer zum 1:1 für Wales gegen die USA.
Gareth Bale trifft per Elfer zum 1:1 für Wales gegen die USA. dpa/Weller

Die USA gingen in ihrem erstem Spiel gegen Wales zunächst voll auf Angriff. In der 36.Minute traf Timothy Weah nach Traumpass von Christian Pulisic zum 1:0. Eigentlich sahen die US-Boys schon wieder die Sieger aus. Doch dann foulte Zimmermann Wales Superstar Gareth Bale im Strafraum. Den fälligen Elfer verwandelte Bale ganz cool zum 1:1 (82.). Das war dann auch der Endstand.

Neumann kommentiert in Regenbogenfarben

ZDF-Reporterin Claudia Neumann präsentierte sich vor der Kamera mit Shirt und Kapitänsbinde in Regenbogenfarben.
ZDF-Reporterin Claudia Neumann präsentierte sich vor der Kamera mit Shirt und Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. ZDF

Wo die Männer den Schwanz eingezogen haben, zeigt eine Frau richtig Mut. Nachdem die One-Love-Kapitänsbinde für Vielfalt durch die Fifa verboten wurden und sich die europäischen Nationalmannschaften fügten, setzt ZDF-Reporterin Claudia Neumann (58) ein Zeichen. Während sie das Spiel USA gegen Wales kommentierte trug sie ein schwarzes Shirt mit den Regenbogenfarben der LGBT-Bewegung, dazu noch eine Kapitänsbinde in den gleichen Farben. Ganz schön mutig! Ein US-amerikanischer Journalist wurde wegen einen Regenbogen-Hemds nicht ins Stadion gelassen. 

2:0 gegen Sengeal! Gakpo macht mit dem Hinterkopf Holland froh

Lange sah es bei Hollands Auftaktspiel nach einem 0:0 gegen Senegal aus. Doch in der 84. Minute machte Oranje-Stürmer Cody Gakpo ein irres Tor. Nach einer Flanke von Frenkie de Jong rauschte Gakpo in den Strafraum heran und traf mit dem Hinterkopf ins Netz. Gar nicht gut sah dabei Senegals Torwart Edouardo Mendy aus, der den Ball unterlief. In der Nachspielzeit erhöhte Davy Klaasen auf 2:0 (90.+9). 

Ticket-Panne beim England-Spiel

Wenn die App nicht funktioniert. Vor dem Spiel zwischen England und dem Iran gab es Chaos rund um das Chalifa-International-Stadion von Al-Rajjan. Der Grund: Englische Fans stellten vor dem Anpfiff fest, dass ihre elektronischen Tickets auf einmal von ihren Mobiltelefonen verschwunden waren und sie deshalb nicht ins Stadion kamen.

Die Ticket-App der Fifa war offline. Der Weltverband gab zu: „Einige Zuschauer haben derzeit ein Problem mit dem Zugriff auf ihre Tickets über die FIFA Ticketing App.“ Das technisches Problem wurde dan behelfsweise damit gelöst, dass der nötige QR-Code für den Stadioneinlass den Fans per Mail geschickt wurde.  Trotzdem kamen viele englische Schlachtenbummler nicht pünktlich ins Stadion.  

Kommt Cristiano Ronaldo zurück zu Real?

Hofft auf ein Angebot von Real Madrid: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo. 
Hofft auf ein Angebot von Real Madrid: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo.  Imago/PA Images

Es wäre eine Win-Win-Situation für alle. Cristiano Ronaldo (37), nach seinem großen Interview endgültig bei Manchester United in Ungnade gefallener Superstar, wird wieder mit seinem Ex-Klub Real Madrid in Verbindung gebracht.

Die Königlichen befürchten offenbar, dass ihr Torjäger Karim Benzema länger ausfallen könnte. CR7 könnte diese Lücke füllen. Und er würde endlich wieder in der Champions League und nicht in der von ihm als minderwertig betrachteten Europa League spielen.

Im Gespräch ist ein Sechs-Monats-Kontrakt bis zum Saisonende. Manchester wäre einen Unruheherd los, Real hatte einen treffsicheren Stürmer und der Portugiese, der am Donnerstag in Katar gegen Ghana (17 Uhr/ZDF) erstmals ins Turniergeschehen eingreifen kann, könnte noch einmal die Königsklasse gewinnen.

Rückzieher-Beschluss: WM ohne One-Love-Binde der Kapitäne

Englands Kapitän Harry Kane setzte schon in der Vergangenheit mit einer Regenbogenfarben-Binde ein Zeichen für Diversität.
Englands Kapitän Harry Kane setzte schon in der Vergangenheit mit einer Regenbogenfarben-Binde ein Zeichen für Diversität. dpa/Potts

Eigentlich hatten sich mehrere europäische Nationalmannschaften darauf geeinigt, dass ihre Kapitäne ein besondere Binde („One Love“) als Zeichen für Vielfalt tragen. Doch die Fifa hat hinter den Kulissen Druck gemacht und verweist auf die Ausrüsterregularien, um nicht den Gastgeber Katar zu brüskieren und drohte mit Gelber Karte für die Spielführer. Jetzt knickten alle ein. Nach Beratungen der Uefa wird jetzt auf den Botschafts-Ärmelstoff verzichtet. Nicht Englands Captain Harry Kane heute um 14 Uhr und auch nicht Manuel Neuer am Mittwoch gegen Japan werden eine Gelbe Karte riskieren. 

Schon im Vorfeld des Beschlusses hatte Holland einen Rückzieher gemacht. Der holländische Fußballverband gab unter Protest bekannt: „Dass die FIFA uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet. Wir stehen zur „One Love“-Botschaft und werden diese weiter verbreiten, aber unsere oberste Priorität ist es, Spiele zu gewinnen.“

Wegen Hummels! Ballack versteht Flick nicht

Michael Ballack hätte Mats Hummels lieber bei der WM in Katar dabeigehabt. 
Michael Ballack hätte Mats Hummels lieber bei der WM in Katar dabeigehabt.  imago images/Kolbert

Noch zwei Tage bis zum ersten Gruppenspiel für Deutschland gegen Japan. Jeder will mal wieder Bundestrainer sein - auch die ehemaligen Nationalspieler. Michael Ballack (46), jetzt Experte bei DAZN, sagt zur Nichtnominierung von Verteidiger Mats Hummels (33): „Ich hätte ihn auf jeden Fall mitgenommen. Für mich war es eine große Überraschung, weil in meinen Augen die Begründung fehlt. Leistungsgründe können es nicht sein, denn er war einer der Top-Verteidiger in Deutschland in der Hinserie.“

Außerdem rät Ballack dem Bundestrainer bei der Aufstellung, dass Joshua Kimmich nicht im zentralen Mittelfeld spielt, sondern auf der rechten Seite: „Entscheidend ist, dass er ihn aus der Mitte rauszieht, weil er dort andere starke Spieler hat. Es gibt Möglichkeiten, Joshua auf rechts zu schieben, so wie Julian Nagelsmann das zuletzt praktiziert hat, ob in einer Dreier- oder Viererkette sei dahingestellt.“

Ja, das Mittelfeld, darüber macht sich auch Sami Khedira (35), Experte bei der ARD,  seine Gedanken und macht sich für Leon Goretzka als Stammspieler stark: „Jo Kimmich ist ein unfassbar guter Spieler, Ilkay Gündogan ist Kapitän bei Manchester City. Beide sind herausragende Fußballer. Man muss aber eine Mannschaft so aufstellen, dass alle Charakteristika mit drin sind. Und Leon Goretzka bringt etwas mit, dass den beiden vielleicht ein wenig fehlt: eine gewisse Körperlichkeit.“ 

Deutschlands Rekordtorschütze Miro Klose (44) geht weniger ins Detail, sondern ins Generelle, wie man so ein Turnier bestreiten muss. Dem Kicker sagte er: „Wir können nicht jetzt schon - wie es 2018 der Fall war - über das Halbfinale sprechen, weil es in den Turnieren zuvor so weit gegangen war - und schon bist du zu Hause. Das darf nicht wieder passieren.“ Richtig so! Klose weiter: „Für mich ist eigentlich klar, wer in der deutschen Gruppe weiterkommt, Deutschland und Spanien. Allerdings sind die Japaner nicht zu unterschätzen.“ Lieber einmal zu viel, als zu wenig mahnen...

+++ Sonntag, 20. November +++

WM-Auftakt: Gastgeber Katar chancenlos gegen Ecuador 

Niedergeschlagen: Katar verliert zum WM-Start 0:2 gegen Ecuador. 
Niedergeschlagen: Katar verliert zum WM-Start 0:2 gegen Ecuador.  AFP

Mit einer glitzernden Lichtshow und einer ernüchternden Niederlage hat Katar die Fußball-WM 2022 eröffnet. Die Auswahl des höchst umstrittenen Gastgebers unterlag zum Auftakt am Sonntag im Al-Bait Stadion Ecuador mit 0:2 (0:2) und kassierte gleich zu Beginn der Endrunde den ersten Stimmungsdämpfer. Vor den Augen von Katars Staatsoberhaupt Tamim bin Hamad Al Thani sorgte Ecuadors WM-Rekordtorschütze Enner Valencia (16./Foulelfmeter und 31. Minute) für den hochverdienten Sieg der Südamerikaner in der Gruppe A. Katar ist der erste Gastgeber der WM-Geschichte, der ein Eröffnungsspiel verlor.

In der wie ein Wüstenzelt geformten Arena nördlich von Doha kam bei den 67 372 Zuschauern zumindest zu Beginn spürbar WM-Stimmung auf. Eine Gruppe Fans in auffälligen roten „Qatar“-Shirts ließ sich auch von den Gegentoren nicht von ihren orchestrierten Gesängen abhalten. In der Schlussphase der Partie waren auf den Rängen aber größer werdende Lücken zu sehen. In der Hauptstadt verfolgten Tausende Menschen das erste WM-Spiel des Emirats. Ein Fanfest, einer der wenigen Orte, an dem Alkohol verkauft werden durfte, musste zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.

Die mehrteilige, halbstündige Eröffnungsfeier vor dem Anpfiff sollte Tradition und Moderne in Katar zusammenbringen. Der unter anderem wegen der Menschenrechtslage viel kritisierte Gastgeber wollte auch das Thema Inklusion in den Vordergrund rücken. Auch Hollywood-Star Morgan Freeman bekam einen großen Auftritt. „Endlich ist der Tag da, auf den wir so lange gewartet haben“, sagte Staatsoberhaupt Al Thani. FIFA-Präsident Gianni Infantino schien bei seinem verbalen Startschuss froh zu sein, dass der Ball endlich rollt: „Lassen wir die Show beginnen!“

DFB-Team: Löw will Flicks Co-Trainer sein

Ex-Bundestrainer Jogi Löw (r.) bot sich seinem Nachfolger Hansi Flick als Co-Trainer an. Allerdings war der Vorstoß nicht ganz ernst gemeint. 
Ex-Bundestrainer Jogi Löw (r.) bot sich seinem Nachfolger Hansi Flick als Co-Trainer an. Allerdings war der Vorstoß nicht ganz ernst gemeint.  IMAGO / DFB Poolfoto

Hansi Flick hat eine Offerte seines früheren Chefs Joachim Löw abgelehnt, ihm bei der Fußball-WM in Katar als Co-Trainer zu dienen. „Über das Angebot freue ich mich natürlich, aber wir sind dahingehend schon gut aufgestellt“, sagte der Bundestrainer augenzwinkernd in der Bild am Sonntag.

Dort war Löw an ihn unter der Überschrift „Weltmeister fragen Flick“ mit der Aussage herangetreten: „Ich habe ab und an ein bisschen Langeweile, könnte ja vielleicht noch als dein Assistent mit zur WM kommen, mich zum Beispiel um die Standards kümmern. Ist das eine gute Idee?“

Der frühere Bundestrainer Löw, mit Assistent Flick 2014 Weltmeister in Brasilien, ist seit seinem Abschied vom DFB im Sommer 2021 ohne Job. Sein nicht ernst gemeintes Angebot spielt auf die Rolle Flicks beim WM-Triumph an: Damals hatte der Zuarbeiter den Chef davon überzeugt, mehr Gewicht auf Standards zu legen, was sich auszahlte.

DFB-Gegner: Buchwald warnt vor Japan

Deutschlands Ex-Weltmeister Guido Buchwald hat das Nationalteam von Bundestrainer Hansi Flick vor einem erneuten WM-Fehlstart und Auftaktgegner Japan gewarnt. „Mit ihrer Ordnung und ihrer individuellen Klasse haben sie das Potenzial zu überraschen. Das ist eine sehr, sehr gefährliche Mannschaft. Sie kommen aus einer sehr guten Grundordnung und sind technisch sehr beschlagen“, sagte Buchwald der Deutschen Presse-Agentur vor dem WM-Auftakt. Deutschland spielt am Mittwoch (14.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Japan

„Das wird für uns im ersten Spiel unheimlich schwer, weil wir auch nicht eingespielt sind“, stellte der 61 Jahre alte Buchwald klar. Der frühere Nationalspieler war bei den Urawa Red Diamonds als Spieler und Trainer aktiv und verfolgt den japanischen Fußball nach eigener Aussage noch heute sehr intensiv. „Es ist ein sehr gefährlicher Gegner, genauso wie damals Mexiko. Japan wird nicht mehr unterschätzt und wird ernst genommen. Alle wissen, wie gut ein Daichi Kamada oder ein Ritsu Doan ist“, sagte Buchwald.

Brasilien: Schienbeinschoner-Verbot für Neymar & Co.

Verrückt: Dann müssen die Superstars des Rekord-Weltmeisters, um Neymar (30, PSG), ohne Schienbeinschoner üben. Denn Trainer Tite (61) hat ein Verbot ausgesprochen.

Mit einer kuriosen Maßnahme will Brasiliens Coach Tite (61) seine Stars zu mehr Fair Play erziehen. Das Team um Superstar Neymar trainierte in Katar ohne Schienebeinschoner. Das soll aus Tites Sicht die Chancen auf den WM-Triumph erhöhen. Tite und ganz Brasilien träumen vom sechsten Titel.

Frust in Frankreich: Benzema verpasst die WM 

Nächster Nackenschlag für den Weltmeister: Frankreich muss nach zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen bei der WM auch noch auf seinen Topstürmer Karim Benzema verzichten. Das teilte der nationale Verband FFF am späten Samstagabend mit. Benzema habe eine Verletzung im linken Oberschenkel erlitten, die „eine dreiwöchige Genesung erfordern wird“.

Der Ballon-d'Or-Gewinner von Real Madrid war in Doha nach einer Oberschenkelblessur, die ihn seit Oktober plagt, wieder ins Training eingestiegen, musste die Einheit aber wegen der neuerlichen Muskelverletzung abbrechen.

Frankreich ist ohnehin vom Pech verfolgt, es muss verletzungsbedingt neben Benzema auch auf seine Stars Christopher Nkunku (RB Leipzig), Presnel Kimpembe (Paris St. Germain), Paul Pogba (Juventus Turin) und N'Golo Kante (FC Chelsea) verzichten.

Im Sturm immerhin stehen Kylian Mbappe, Antoine Griezmann oder Olivier Giroud als hochkarätige Alternativen zur Verfügung. Randal Kolo Muani von Eintracht Frankfurt wurde bereits nachträglich berufen. Weitere Gegner Frankreichs in der Gruppe D sind Dänemark (26. November) und Tunesien (30.).

+++ Samstag, 19. November +++

WM-Protest: Klimaaktivisten kleben Adidas zu

Klimaaktivisten von Extinction Rebellion blockierten am Samstag den Adidas-Store in der Berliner Tauentzienstraße.
Klimaaktivisten von Extinction Rebellion blockierten am Samstag den Adidas-Store in der Berliner Tauentzienstraße. Extinction Rebellion

Einen Tag vor Beginn der umstrittenen WM in Katar haben Klimaaktivisten von Extinction Rebellion den Adidas-Store in der Tauentzienstraße in Berlin blockiert. Der Protest richtete sich gegen das WM-Sponsoring des Sportartikelherstellers und wurde von der Polizei ohne Zwischenfälle beendet. 

Laut den Beamten wurde bei der Aktion am Samstagmittag niemand verletzt. Die 25 Aktivisten der Umweltgruppe Extinction Rebellion hätten sich kooperativ verhalten.

Zuvor sollen die Klimaaktivisten Kunden beim Betreten des Geschäfts behindert haben. Auch Plakate seien an die Ladenfenster geklebt worden. Allerdings sei der Klebstoff wasserlöslich gewesen, so dass es keine Sachbeschädigung gegeben habe.

Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion wollten mit der Aktion nach eigener Darstellung einen Tag vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft gegen das Sponsoring des Championats protestieren. Auf den Transparenten und Schildern sei auf Umweltauswirkungen und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam gemacht worden. Zudem seien Plakate mit den Motiven eines blutenden Fußballs sowie blutbefleckten Fußballschuhen und T-Shirts an die Filiale geklebt worden. Ein Banner habe dazu aufgerufen, keine WM-Produkte zu kaufen.

DFB-Schock: Infekt legt Niclas Füllkrug flach 

Mit Thomas Müller und Antonio Rüdiger, aber ohne Niclas Füllkrug hat Bundestrainer Hansi Flick das erste Mannschaftstraining in Katar absolviert. Der Bremer Mittelstürmer Füllkrug fehlte bei der Einheit des deutschen Fußball-Nationalteams am Samstagvormittag im Stadion des Al-Shamal Sports Clubs wegen eines grippalen Infekts.

Ob der 29-Jährige im deutschen WM-Auftaktspiel am Mittwoch gegen Japan zur Verfügung steht, ist unklar. Füllkrug hatte beim mühevollen 1:0 im letzten WM-Test am Mittwoch in Maskat gegen den Oman bei seinem Länderspieldebüt den Siegtreffer erzielt.

Bayern-Profi Müller und Real-Abwehrspieler Rüdiger stiegen nach ihren mehrwöchigen Verletzungspausen wie geplant wieder ins Teamtraining ein. Müller hatte wegen muskulärer Probleme beim FC Bayern ebenso pausieren müssen wie Abwehrchef Antonio Rüdiger, der eine Hüftblessur hatte, bei Real Madrid.

Jürgen Klinsmann: Gebt Katar eine Chance!

Ex-Bundestrainer und Hertha-Kurzzeit-Coach Jürgen Klinsmann will Katar bei der WM eine Chance geben. 
Ex-Bundestrainer und Hertha-Kurzzeit-Coach Jürgen Klinsmann will Katar bei der WM eine Chance geben.  IMAGO / Schüler

Der frühere Bundestrainer und Hertha-Kurzzeit-Coach Jürgen Klinsmann lehnt eine Vorverurteilung des WM-Gastgebers Katar ab. „Die Diskussion um Katar hätte man viel früher führen müssen. Jetzt sollte man Katar einfach die Chance geben, die WM umzusetzen. Das haben sie verdient, und es ist das erste Mal, dass eine WM in der Region stattfindet. Die Stadien sind erstklassig, die Spiele werden top sein, da bin ich mir sicher“, sagte der Weltmeister von 1990 der Rheinischen Post.

Nach seinen Eindrücken beim Arab-Cup im vergangenen Jahr rechnet Klinsmann in Katar mit einer fantastischen Stimmung. „Die Stadien werden beben, es wird eine Riesenstimmung herrschen. Und es wird in Doha auch Fan-Festivals geben – aber eben auf andere Art. Dass die Fans in Deutschland mit einer ungewohnten Stimmung in das Turnier gehen, ist klar, wir sind es gewohnt, diese Fußballfeste im Sommer zu feiern. Wir sollten einfach dem Ganzen eine Chance geben und hoffen, dass uns die Mannschaft mit tollem Fußball mitreißt“, ergänzte der frühere Stürmerstar.

Fifa-Boss Gianni Infantino hält irre Rede

Fifa-Präsident Gianni Infantino sorgt mit einer irren Rede kurz vor dem WM-Start in Katar mal wieder für Aufsehen. 
Fifa-Präsident Gianni Infantino sorgt mit einer irren Rede kurz vor dem WM-Start in Katar mal wieder für Aufsehen.  Imago/Agencia EFE

Einen Tag vor Beginn der Fußball-WM in Katar hat der Präsident des Weltfußballverbands Fifa, Gianni Infantino, Kritik an der Veranstaltung als „Heuchelei“ zurückgewiesen. „Was im Moment passiert, ist zutiefst, zutiefst ungerecht“, sagte Infantino am Samstag auf der Eröffnungspressekonferenz zur WM in Doha. „Für das, was wir Europäer in den vergangenen 3000 Jahren getan haben, sollten wir uns für die nächsten 3000 Jahre entschuldigen, bevor wir anderen Moralpredigten halten.“

Angesichts der massiven Kritik, die die Fifa wegen der Arbeitsbedingungen der Arbeiter auf den WM-Baustellen einstecken musste, sagte Infantino, der Weltverband habe sich um das Schicksal der Arbeiter gekümmert. Mit Blick auf LGBTQ-Rechte hätten ihm die katarischen Behörden zudem versichert, dass „jeder“ während der Weltmeisterschaft „willkommen“ sei.

Infantino erklärte sich zudem solidarisch mit diskriminierten Gruppen. Er fühle sich heute „als Katarer“, „als Araber“, „als Homosexueller“, „als Behinderter“ und „als Arbeitsmigrant“, sagte er.

Als Sohn italienischer „Wanderarbeiter“ in der Schweiz wisse er, was Diskriminierung bedeute, sagte Infantino und verwies dabei auf seine persönliche Geschichte. So sei er als Kind unter anderem wegen seiner roten Haare, seiner Sommersprossen und seiner schlechten Deutsch-Kenntnisse diskriminiert worden.

Die am Sonntag beginnende Fußball-Weltmeisterschaft ist die erste in einem arabischen Land. Katar als WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen seines Umgangs mit ausländischen Arbeitskräften, mit Frauen und Vertretern der LGBTQ-Gemeinschaft in der Kritik. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer. Homosexualität ist in dem Emirat strafbar.

+++ Freitag, 18. November +++

Tonnen gefälschter Fußballtrikots beschlagnahmt 

Die englische Polizei beschlagnahmte vor der WM in Katar tonnenweise gefälschte Fußballtrikots (Symbolbild).
Die englische Polizei beschlagnahmte vor der WM in Katar tonnenweise gefälschte Fußballtrikots (Symbolbild). Imago/ZUMA Wire

Da werden viele Straßenhändler in die Röhre gucken: Die Polizei in England hat kurz vor dem Start der Weltmeisterschaft in Katar tonnenweise gefälschte Fußballtrikots beschlagnahmt. Wie die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag meldete, wurden bei Razzien in Leeds, Sheffield, Bristol und Northampton vier Tonnen gefälschter Trikots sichergestellt.

Insgesamt soll sich der Wert der Ware auf 500 000 Pfund (umgerechnet rund 575 000 Euro) belaufen. Zudem wurden 12 000 Pfund (rund 13 800 Euro) an Bargeld beschlagnahmt. Sechs Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Hoffnung beim DFB: Müller und Rüdiger trainieren wieder

Antonio Rüdiger und Thomas Müller trainierten nach ihren Verletzungen am Freitag das erste Mal. Am Mittwoch startet das DFB-Team gegen Japan in die WM in Katar. 
Antonio Rüdiger und Thomas Müller trainierten nach ihren Verletzungen am Freitag das erste Mal. Am Mittwoch startet das DFB-Team gegen Japan in die WM in Katar.  IMAGO / Contrast

Einen Tag früher als geplant haben Thomas Müller und Antonio Rüdiger eine erste Trainingseinheit in Katar absolviert. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag bestätigte, gehörte das zuletzt angeschlagene Duo zu einer Gruppe von gut einem halben Dutzend Nationalspielern, die mit Bundestrainer Hansi Flick im Al-Shamal-Stadion unweit des Teamquartiers eine freiwillige Regenerationseinheit bestritten.

Flick hatte den insgesamt 26 Akteuren in seinem WM-Kader am Freitag zur Erholung freigegeben. Die meisten Spieler blieben zum Relaxen im DFB-Hotel Zulal Wellness Resort.

Müller und Rüdiger sollten nach muskulären Problemen und Hüftschmerzen eigentlich erst am Samstag das Training wieder aufnehmen. Beide hatten zuletzt mehrere Club-Spiele beim FC Bayern München beziehungsweise Real Madrid verpasst und waren für den letzten Test der DFB-Elf am Mittwoch im Oman (1:0) noch keine Option gewesen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet am Mittwoch (14.00 Uhr/ARD) gegen Japan in die WM-Endrunde in Katar. 

„Geist von 2014“: Bundestrainer Flick erklärt seine Kaderwahl 

Hansi Flick fühlt sich bei seinen 26 Auserwählten für die Titelmission in Katar an die Weltmeistermannschaft von 2014 erinnert. Der Spirit im aktuellen WM-Team sei mit dem damaligen „absolut vergleichbar“, sagte der Bundestrainer im Verbandsmagazin DFB-Journal: „Wir haben viele Spieler in unseren Reihen, die diesen Geist voll verinnerlicht haben.“

Die Mentalität sei für ihn bei der Kaderzusammenstellung „ganz wesentlich“ gewesen, betonte Flick. Er habe sich gefragt: „Wer ist in der Lage, der Mannschaft Energie zu geben, und das über einen langen Zeitraum?“ Nun sei es „schön zu sehen, wie die Spieler miteinander umgehen, wie sie sich motivieren und antreiben. Wenn man bei einer WM erfolgreich sein will, geht es nicht ohne diesen Faktor.“

Der größtmögliche Erfolg ist das erklärte Ziel. „Wir wollen das Maximum - und das Maximum bei der WM ist der Titel“, sagte Flick (57), der auf den Turnierstart am 23. November gegen Japan hinfiebert: „Für jeden Fußballer und für jeden Trainer ist eine WM das Größte überhaupt - ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.“

Argentinien oder Brasilien werden Weltmeister

Messi mit Argentinien oder Neymar mit Brasilien haben laut Statistikern die besten Chancen, die WM in Katar zu gewinnen. 
Messi mit Argentinien oder Neymar mit Brasilien haben laut Statistikern die besten Chancen, die WM in Katar zu gewinnen.  Imago/IMAGO / PanoramiC

Argentinien oder Brasilien werden bei der WM in Katar Weltmeister. Zumindest wenn es nach den Statikern von Gracenote geht. Demnach darf Rekordchampion Brasilien zu 20 Prozent am 18. Dezember im Finale von Doha jubeln, den Argentiniern wird eine 16-prozentige Chance auf den Triumph eingeräumt.

Bei den europäischen Teams besitzen Spanien und die Niederlande mit einer recht geringen Wahrscheinlichkeit von sieben Prozent die besten Werte. Weltmeister Frankreich kann laut der Nielsen-Prognose nur mit einer fünfprozentigen Chance auf den WM-Titel hoffen. Das deutsche Team von Bundestrainer Hansi Flick kommt auf lediglich drei Prozent.

Die Prognose basiert auf einem eigens entwickelten Ranking-System, das den Ausgang jedes möglichen WM-Spiels durch umfangreiche Simulationen errechnet und die Chancen eines Vorrückens über den gesamten Turnierverlauf hinweg bewertet.

Lahm und Klinsmann fordern Halbfinal-Einzug 

Nach den vergangenen beiden schwachen Turnieren muss für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aus Sicht von Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm das Halbfinale bei der WM in Katar das Ziel sein. „Zu den ersten drei, vier Nationen zählen wir momentan sicher nicht – einfach aufgrund der vergangenen beiden Endrunden. Ziel muss es sein, unter die letzten Vier zu kommen“, sagte der Weltmeister von 2014 im Interview dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Nach den jüngsten enttäuschenden Auftritten gelte es nun, „eine neue Geschichte zu schreiben, das Vertrauen zurückzugewinnen.“

Die deutsche Nationalmannschaft war bei der WM 2018 in Russland als Titelverteidiger nach der Vorrunde als Gruppenletzter ausgeschieden, bei der EM im Vorjahr in England war nach dem Achtelfinale Schluss. 

Auch für den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist das Halbfinale das Minimalziel. „Wenn sie den Titel diesmal nicht gewinnen, dann müssen sie zumindest mit ihren Leistungen beweisen, dass sie wieder ein Kandidat sind, indem sie das Halbfinale erreichen. Das ist ihre Mission, und das wissen sie auch. Alles andere als das Erreichen der Runde der letzten Vier ist für uns enttäuschend, wenn man unsere Geschichte bei Weltmeisterschaften betrachtet“, schrieb der 58-Jährige in einer BBC-Kolumne.

Nach den Ereignissen von vor vier Jahren habe das Team von Hansi Flick noch einiges wiedergutzumachen, „aber sie ist eine junge Mannschaft und ich wünsche mir, dass sie voller Energie und mutig spielt“. Er glaube, dass die Flick-Elf das schaffen könne.

+++ Donnerstag, 17. November +++

Panne beim DFB-Gegner: Costa Ricas letzter WM-Test abgesagt 

Für Deutschlands Gruppengegner Costa Rica läuft die Vorbereitung auf die Fußball-WM alles andere als nach Plan. Das Team aus Zentralamerika musste seine für Donnerstag geplante WM-Generalprobe gegen den Irak absagen, weil es bei der Einreise mit dem Bus von Kuwait in den Irak zu Problemen kam.

„Die Abmachung, die Pässe nicht zu stempeln, wurde nicht eingehalten. Deshalb haben wir entschieden, nicht in den Irak einzureisen und das Spiel abzusagen“, sagte Verbandssprecherin Gina Escobar. Die Partie hätte in der südirakischen Statt Basra stattfinden sollen.

Costa Rica hatte sich in Kuwait auf die WM vorbereitet, am Freitag fliegt das Team nach Katar. Dort wartet am Mittwoch als erster Gegner Spanien, anschließend geht es in der Gruppe E gegen Japan (27. November) und Deutschland (1. Dezember).

Deutschlands Gruppengegner Japan patzt 

Deutschlands Auftaktgegner Japan hat bei seiner WM-Generalprobe eine Niederlage kassiert. Gegen die ebenfalls für die Endrunde in Katar qualifizierten Kanadier verlor Japan 1:2 (1:1) und gab dabei eine Führung aus der Hand. Am Mittwoch (14.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) geht es für Deutschland im ersten Gruppenspiel gegen das Team von Nationaltrainer Hajime Moriyasu.

Wales: Zu heiß fürs Training

Zu heiß fürs Training: Die walisische Fußball-Nationalmannschaft hat am Donnerstag angesichts von Temperaturen von mehr als 30 Grad in Katar ihre für 13.30 Uhr geplante Einheit auf 16.00 Uhr gelegt. „Hoffentlich ist es dann etwas kühler. Wir sind heute um 11.00 Uhr aus dem Hotel gegangen, und es war echt warm. Wir haben schon beim Rundgang geschwitzt“, sagte Angreifer Mark Harris.

Wales bestreitet seine WM-Spiele gegen die USA am Montag und gegen England am 29. November jeweils um 22.00 Uhr Ortszeit, die Partie gegen den Iran am Freitag beginnt dagegen um 13.00 Uhr.  „Wir sind eine solche Hitze natürlich nicht gewohnt“, sagte Harris: „Aber ich würde nicht sagen, dass es uns beunruhigt. Ich weiß nicht, ob es Trinkpausen geben wird, aber das würde sicher helfen.“

„Mordsgaudi“: Katar-Kritiker nehmen Uli Hoeneß Hops

Auf Werbetafeln in Köln hat die Künstlergruppe „Dies Irae“ (lateinisch für „Tage des Zorns“) ein Plakat mit satirischen Aussagen gegen die Fußball-WM in Katar und dem Konterfei von Uli Hoeneß platziert. Darauf ist ein erfundenes Interview mit dem Ehrenpräsidenten des FC Bayern München zu lesen. In der Bildzeile unter einem Foto von Hoeneß mit einem schwarzen Balken über den Augen heißt es: „Menschenrechtsexperten, die am Tropf des Profifußballs hängen, sind sich einig: Die Winter-WM in Katar wird eine Mordsgaudi.“

„In Katar passiert nichts Illegales“ prangt als Zitat eines „Uli H.“ auf einem Plakat in der Kölner Innenstadt. Eine Anspielung auf die Aussagen von Uli Hoeneß, er hätte im Austragungsland der Fußball-WM Katar nichts Illegales beobachten können. Weiter heißt es – natürlich mit frei erfundenen Zitaten. „Ich freue mich, dass ich First Class nach Doha reisen darf“, heißt es da. „Man soll das Leben nicht in vollen Zügen, sondern in luxuriösen Flugzeugen verbringen. Wer weiß, wann ich wieder im Bau lande!“

Die am Sonntag beginnende Fußball-WM ist wegen der Menschenrechtssituation im Gastgeberland Katar umstritten. Nach Aussage der Kölner Polizei hat der Staatsschutz Vorermittlungen eingeleitet. Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob Sachbeschädigung vorliegt. Ein Strafverfahren wurde bisher nicht eingeleitet. Das betroffene Unternehmen Wall GmbH wird Anzeige erstatten.

Fangesang mit Knatterton: Erinnerungen an Vuvuzelas

Haben Sie es auch gehört? Die permanente Beschallung durch den lautstarken Fan-Einpeitscher beim WM-Test im Oman erinnerte Manuel Neuer an sein erstes großes Turniergefühl vor gut zwölf Jahren. „Das war so ein Dauerton. Das kannte ich von 2010, dass die Vuvuzelas die ganze Zeit an waren“, sagte der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft nach dem 1:0 in Maskat. In Südafrika hatten bei Neuers erstem WM-Einsatz die Vuvuzela-Tröten für eine ungewöhnliche und für viele als nervtötend empfundene Geräuschkulisse gesorgt.

Viele der gut 25 000 Zuschauer im Sultan-Kabus-Stadion folgten am Mittwochabend lautstark und leidenschaftlich einem Vorsänger, der per knatterndem Megafon die Texte mit Inbrunst vorgab. Für den 36 Jahre alten Neuer war das im 114. Länderspiel eine neue Erfahrung. „Das war nochmal ein anderes Geräusch. Das waren Gesänge und Geklatsche“, sagte der Bayern-Schlussmann über die möglicherweise auch in Katar übliche spezielle Geräuschkulisse. „Wir werden sehen, was uns erwartet“, meinte Neuer.

Ex-DFB-Boss Zwanziger kritisiert Beckenbauer

Die WM-Vergabe an Katar gilt bis heute als großer Skandal des Fußball-Weltverbands FIFA. Der damalige DFB-Chef Theo Zwanziger fragt sich noch immer, wie Franz Beckenbauer damals votierte. „Er hat nie eine klare Auskunft gegeben. 

Bei der Wahl des WM-Gastgebers im Dezember 2010 sei Beckenbauer nicht an Vorgaben des Deutschen Fußball-Bundes gebunden gewesen. Nach der Satzung des Weltverbandes FIFA seien die Mitglieder der Exekutive, die damals die Entscheidung trafen, völlig frei in ihren Beschlüssen gewesen. „Und: Es wurde in geheimer Abstimmung entschieden“, ergänzte Zwanziger.

Eine WM in Katar sei für ihn damals völlig undenkbar gewesen, sagte der 77-Jährige. „Aber dann sagte der Franz auf einmal: „Vorsichtig, da tut sich was.“ Er höre hinter den Kulissen, dass Katar offenbar viele Unterstützer habe. Wir waren sehr überrascht“, berichtete Zwanziger über eine Sitzung der DFB-Chefetage vor der Vergabe.

Als er selbst als Nachfolger Beckenbauers in die FIFA-Spitze eingezogen war, sei ihm schnell klar geworden, dass es dort kein Interesse gab, Katar die WM wieder zu entziehen. „Es kam mehrfach die Botschaft bei mir an: „Zwanziger, halt mal schön den Ball flach““, sagte Zwanziger.

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+++ Mittwoch, 16. November +++

Nur ein mageres 1:0 sprang für die DFB-Elf bei der WM-Generalprobe gegen den Oman heraus. Warum Bundestrainer Hansi Flick das Ergebnis nicht überbewerten will und was ihm für die WM in Katar Hoffnung macht, lesen Sie hier

Frankreich verzichtet auf One-Love-Binde

Es soll ein Symbol gegen Diskriminierung und für Vielfalt und Menschenrechte sein. Mit einer mehrfarbigen One-Love-Kapitänsbinde wollen Manuel Neuer und die Kapitäne anderer Nationalteams in Katar ein Zeichen setzen. Frankreich verzichtet nun auf die One-Love-Binde bei der WM in Katar – und sorgt damit für Stirnrunzeln. 

Nein, er werde die Binde nicht tragen, er habe sich dazu klar geäußert, betonte Frankreichs Kapitän Hugo Lloris am Dienstag. Er wolle das Gastgeberland respektieren und stelle sich hinter den Präsidenten des französischen Fußballverbandes (FFF), Noël Le Graët.

Lloris: „Wenn man Ausländer in Frankreich aufnimmt, möchte man, dass sie sich an unsere Regeln halten und unsere Kultur respektieren. Das werde ich auch tun, wenn ich nach Katar gehe. Man kann damit nicht einverstanden sein, aber ich werde Respekt zeigen“, sagte Lloris auf einer Pressekonferenz.

Mit dem Verzicht auf die One-Love-Binde vermeidet Frankreich es auf jeden Fall, seinen wichtigen Wirtschaftspartner Katar zu brüskieren. Kürzlich erst machte Katar den französischen Konzern Total zum ersten internationalen Partner beim weltgrößten Flüssiggasprojekt. Und im Frühjahr schob Frankreich einen strategischen Dialog mit Katar an - Schwerpunkte sollen Energie, Verteidigung sowie Investitionen in die Wirtschaft sein. Wie die Zeitung Le Monde berichtete, stieß es Katar schon übel auf, dass sich etliche französische Großstädte zu einem Public-Viewing-Boykott gegen die WM entschieden, auch um gegen Menschenrechtsverstöße in dem Land zu protestieren.

Alles nur Fake? Wirbel um Fan-Märsche in Katar 

Echte Fußball-Fans oder eingekaufte Gastarbeiter? Die Fan-Paraden in Katar sorgen kurz vor dem WM-Start für Aufregung und Empörung.
Echte Fußball-Fans oder eingekaufte Gastarbeiter? Die Fan-Paraden in Katar sorgen kurz vor dem WM-Start für Aufregung und Empörung. dpa/Hassan Ammar

Paraden von Fußballfans in Katar haben wenige Tage vor dem Start der WM in dem Emirat am Golf für Aufregung und Empörung gesorgt. In den sozialen Medien und in Berichten verbreitete sich der Verdacht, die Teilnehmer seien möglicherweise gekauft worden. Das WM-Organisationskomitee und Mitorganisatoren der Paraden dementieren diesen Vorwurf jedoch vehement.

In den sozialen Medien sei die Frage gestellt worden, ob es sich um „echte“ Fans gehandelt habe, erklärte das OK am Mittwoch: „Wir weisen diese Behauptungen, die sowohl enttäuschend als auch nicht überraschend sind, entschieden zurück.“

Einer der Mitorganisatoren, Nihad Ali, sagte der Deutschen Presse-Agentur, kein Teilnehmer sei bezahlt worden. Das OK habe nicht einmal von der Veranstaltung gewusst. Organisiert worden sei die Feier über die sozialen Medien. „Es war nicht als Parade geplant“, sagte Ali. „Wir haben uns alle an einem Ort versammelt. Die Parade hat sich dann so ergeben.“

Auch der deutsche Fan Denis Dusso, der die Parade ebenfalls mitorganisiert hat, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die meisten Teilnehmer stammten aus dem südindischen Bundesstaat Kerala, erklärte er. „Die haben hier sehr viel gearbeitet. Jetzt wollen sie Teil der Party sein und mitfeiern“, sagte Dusso, der seit einigen Jahren in dem Emirat als Ingenieur arbeitet. „Die freuen sich, ein Deutschland-Trikot zu tragen.“ 

In Katar arbeiten viele Inder, die auch die WM-Stadien mitgebaut haben. Mitorganisator Ali kommt ebenfalls aus Kerala und leitet zusammen mit anderen die Gruppe „Germany Fans Katar“. Die Gruppe sei niemals vom OK gesponsert worden, sagte Ali. Der Vorwurf, die Parade der deutschen Fans sei inszeniert worden, trifft ihn persönlich: „Solche Gerüchte sind eine Beleidigung für uns.“

Dusso ist nach eigenen Angaben auch eine „Schnittstelle“ zwischen Deutschlandfans in Katar und Anhängern aus Deutschland, die auf Einladung des Organisationskomitees nach Katar reisen. Eine Gruppe von 39 Fans werde zwei Wochen lang in Katar bleiben, sagte Dusso. Die meisten von ihnen kämen aus der Stadt Nabburg in der Oberpfalz. Das OK bezahle Flug, die Unterkunft und das Ticket für das Eröffnungsspiel. Lebenshaltungskosten trügen die Teilnehmer selbst. Sie hätten sich auf einer Online-Plattform bewerben können.

Von wegen Pressefreiheit: Katars Sicherheitskräfte bedrohen TV-Team

Während einer Live-Reportage des Journalisten Rasmus Tantholdt tauchten Sicherheitskräfte auf und versuchten, den Dreh zu behindern, obwohl das Team gültige Akkreditierungen und eine Genehmigung hatte. In dem Video hört man den Journalisten sagen: „Sie haben die ganze Welt eingeladen, hierher zu kommen, warum können wir hier nicht filmen? Es ist ein öffentlicher Platz.“ Weiter sagte Tantholdt: „Du kannst die Kamera kaputt machen, willst du sie kaputt machen? Sie drohen uns, indem Sie die Kamera zerschlagen?“

Rasmus Tantholdt (l.) vom dänischen Sender TV2 wurde während einer Berichterstattung in Katar von Sicherheitskräften bedroht. 
Rasmus Tantholdt (l.) vom dänischen Sender TV2 wurde während einer Berichterstattung in Katar von Sicherheitskräften bedroht.  Screenshot TV2

Die WM-Organisatoren bestätigten den Vorfall. In einer Stellungnahme hieß es: „Den Turnierorganisatoren ist ein Vorfall bekannt, bei dem ein dänisches Sendeteam während einer Live-Übertragung in einem der Touristenziele von Katar versehentlich unterbrochen wurde. Nach Einsicht in die gültige Turnierakkreditierung und Drehgenehmigung der Crew erfolgte eine Entschuldigung durch den Sicherheitsdienst.“ Zu sehen gibt es das Video hier

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