Im Iran und in vielen anderen Ländern wird gegen das Gewalt-Regime der Mullahs demonstriert.
Im Iran und in vielen anderen Ländern wird gegen das Gewalt-Regime der Mullahs demonstriert. imago images/Pacific Press Agency

Wie entmenschlicht ist eigentlich das Mullah-Regime in Teheran? Nach dem 0:1 gegen die USA war der Iran am Dienstag bei der WM ausgeschieden. Das freute den Iraner Mehran Samak (27), weil er wie viele in seinem Land die Nationalelf als indirekte Unterstützer der Regierung sieht, die seit Wochen wegen Massenprotesten unter Druck steht. Mit seinem Auto fuhr er hupend durch die Stadt Bandar Ansali am Kaspischen Meer. Daraufhin wurde er von Polizisten in den Kopf geschossen und starb. Unfassbar! Mittlerweile äußerte sich auch ein Nationalspieler, der offenbar mit dem ermordeten Samak gut befreundet war. 

Dieses abscheuliche Verbrechen gab Mittwoch die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights bekannt und schrieb: „Mehran Samak ist von Sicherheitskräften in den Kopf geschossen worden.“ Der Hintergrund: Viele Iraner weigerten sich wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die seit zwei Monaten andauernden Proteste im Land, ihr Nationalteam zu unterstützen, obwohl die Spieler bei der WM sich geweigert hatten die Nationalhymne zu singen..

Iran: „Tod dem Diktator“ auf Beerdigung gerufen

Es wurde am Mittwoch ein Video von Samaks Beerdigung veröffentlicht. Darauf sind Trauernde zu hören, die „Tod dem Diktator“ riefen. Der Slogan richtet sich gegen das geistliche Oberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, und ist bei den landesweiten Protesten häufig zu hören.

Samak war offenbar ein guter Freund von Irans Nationalspieler Saeid Ezatolahi, der sich auf Instagram nun äußerte: „Nach dem bitteren Verlust von gestern Abend hat die Nachricht von deinem Tod mein Herz in Flammen gesetzt.“ Ezatolahi und Samak stammen beide aus Bandar Anzali und kannten sich offenbar seit Kindheitstagen.

Irans Nationalspieler Ezatolahi: „Eines Tages werden die Masken fallen“

Zu den Todesumständen äusserte sich Ezatolahi, der selbst zurzeit in der zweiten dänischen Liga unter Vertrag steht, nicht, meinte aber: „Eines Tages werden die Masken fallen und die Wahrheit ans Licht kommen. Das ist nicht das, was unsere Jugend verdient hat. Das ist nicht das, was unsere Nation verdient.“

Der Iran wird seit Mitte September von einer landesweiten Protestwelle erschüttert. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini im Polizeigewahrsam - sie war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll.

Die Behörden gehen mit zunehmender Härte gegen die Demonstrierenden vor. Laut IHR wurden mindestens 448 Menschen durch Sicherheitskräfte getötet, sogar das Militär des Regimes selbst spricht von mehr als 300 Todesopfern.

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