Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff vor dem DFB-Bus in Katar. Vorzeitige Abreise vom Turnier - zum dritten Mal in Folge.
Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff vor dem DFB-Bus in Katar. Vorzeitige Abreise vom Turnier - zum dritten Mal in Folge. dpa/Gambarini

DFB-Präsident Bernd Neuendorf muss in den nächsten Tagen viel nachdenken. Wie kann die deutsche Nationalelf wieder erfolgreich werden? Es liegen jetzt vier finstere Jahre zurück, so etwas gab es noch nie für den deutschen Fußball. Nicht mal 2004 nach dem EM-Aus sah es so schlimm aus.

Damals wagte der DFB den großen Schnitt und installierte zum ersten Mal neben dem Bundestrainer Jürgen Klinsmann noch einen Teammanager mit Oliver Bierhoff. Moderner sollte es sein, war es auch und es war auch erfolgreich – bis 2018. Danach ging es steil bergab. Niemand war beim DFB in der Lage, die Notbremse zu ziehen, weil Realitäten und natürliche Gesetzmäßigkeiten ignoriert wurden.

Gehen wir die Bundestrainer durch: Sepp Herberger ging nach einem WM-Viertelfinal-K.o. 1962 mit einem Jahr Verspätung. Helmut Schön trat nach einem WM-Zwischenrunden-Aus 1978 zurück. Jupp Derwall gab nach dem EM-Vorrunden-Aus 1984 auf. Franz Beckenbauer ging auf dem Höhepunkt als Weltmeister 1990, Berti Vogts war dem WM-Viertelfinal-Aus 1998 entnervt. Erich Ribbeck ging sofort nach dem EM-Vorrunden-Aus 2000. Rudi Völler gab nach dem EM-Vorrunden-Aus 2004 auf.  Jürgen Klinsmann ging 2006 als WM-Dritter wieder. Jogi Löw durfte nach dem historischen WM-Vorrunden-Aus 2018 auch noch die EM 2021 in den Sand setzen.

Hier liegt der Fehler, möglich wurde er nur, weil sich die DFB-Präsidenten in der Zwischenzeit die Klinke in die Hand gaben und Oliver Bierhoff schalten und walten konnte, wie er wollte. Aus den 2004 noch modernen Gebilde wurde ein beispielloser Niedergang. Der DFB hat wieder ein Strukturproblem – mit dem Namen Oliver Bierhoff.

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