Nach dem entscheidenden Elfmeter: Argentiniens Spieler verhöhnen ihre unterlegenen Gegner.
Nach dem entscheidenden Elfmeter: Argentiniens Spieler verhöhnen ihre unterlegenen Gegner. AP/Thanassis Stavrakis

Es ist das wohl unsportlichste Foto des Jahres. Mindestens aber dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Im Moment des Sieges verhöhnen sie ihre Gegner. Schon in de F-Jugend lernen Kinder, dass man sich so nicht benimmt. Bis zu den Profis aus Argentinien hat sich das offenbar nicht herumgesprochen. Peinlich!  

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Lionel Messi legt provozierend die Hände an die Ohren
Lionel Messi legt provozierend die Hände an die Ohren AP/Ariel Schalit

Im Triumph zeigt sich die wahre Größe eines Sportlers. Oder eben nicht. Nach Elfmeterschießen ist Argentinien mit 4:3 gegen die Niederlande ins Halbfinale der WM in Katar eingezogen. Dabei haben sich die Südamerikaner aber die Sympathien der Fans in aller Welt verscherzt. Allen voran: Superstar Lionel Messi (35). 

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Der sorgte schon während des Spiels immer wieder für richtig Zoff. Er motzte, er pöbelte, er provozierte, kassierte Gelb wegen Meckerns...  Der erste negative Höhepunkt: Nach seinem Elfmeter-Tor zum 2:0 stellte sich Messi breitbeinig vor die Bank der Holländer. Die Hände legte er hinter die Ohren. Sein Körpersprache brüllte geradezu vor Provokation: „Jetzt sagt ihr nichts mehr.“ Fair und sportlich geht anders. 

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Gehässig in Richtung Louis van Gaal: Lionel Messi nach seinem Tor zum 2:0.
Gehässig in Richtung Louis van Gaal: Lionel Messi nach seinem Tor zum 2:0. IMAGO/Moritz Mueller

Messi: Er motzte, er pöbelte, er provozierte!

Als das Spiel später entschieden war, kam es zu den unsportlichen Jubelszenen. Und man sollte doch glauben, dass ein Superstar wie Messi sich wieder einkriegt. Aber weit gefehlt. Er beschimpfte das holländische Trainer-Team, ging wütend auf Louis van Gaal und Co-Trainer Edgar Davids los. Kollegen mussten ihn zurückhalten, damit er nicht völlig ausrastet. 

Offenbar hatte es von Seiten der Holländer ein paar Sprüche gegeben. Wie anders ist zu erklären, dass Messi so sauer wird. Er hat sich null im Griff. Später kommt es bei einem TV-Interview in den Katakomben des Stadions zum nächsten Eklat.

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Lionel Messi gerät nach dem Spiel mit Co-Trainer Edgar Davids aneinander.
Lionel Messi gerät nach dem Spiel mit Co-Trainer Edgar Davids aneinander. dpa/Peter Byrne

Messi: „Was guckst du so, Du Idiot?“

Als der zweifache Torschütze Wout Weghorst hinter der Kamera vorbeiläuft, bricht Messi sein Interview ab. Statt zu antworten, beschimpft er lieber lauthals den Holländer: „Was guckst du so, Du Idiot?“.

Der Ausraster ist in Argentinien im Fernsehen zu sehen. Die heimischen Fans feiern Messi auch noch für das Gepöbel. Über Nacht sollen sogar Shirts gedruckt worden sein. Auf der Brust Messis Beleidigungen: „Qué mira, Bobo?“. Jeder neutrale Fans schüttelt den Kopf.

Schon während der regulären Spielzeit waren Argentiniens Spieler und auch das Trainer-Team immer wieder durch Provokationen aufgefallen. Sie schauspielerten, sie verzögerten, sie meckerten ohne Pause. 

Wout Weghorst: In Tränen aufgelöst und anschließend von Messi beschimpft.
Wout Weghorst: In Tränen aufgelöst und anschließend von Messi beschimpft. IMAGO/ANP

Tumult vor der holländischen Ersatzbank

Negativer Höhepunkt dieser dreckigen Spielweise: Kurz vor Ende der Partie foult Argentiniens Leandro Paredes seinen Gegenspieler erst brutal und wuchtet den Ball dann aus kurzer Entfernung und mit voller Absicht in Richtung Holland-Ersatzbank.

Getroffen wird nur ein leerer Sitz, trotzdem springen alle Ersatzspieler auf, es kommt zum Tumult. Dabei sieht auch Argentinien-Trainer Lionel Scaloni die Gelbe Karte. 16 weitere Verwarnungen gibt es an diesem Abend! Ein kleines Wunder, dass niemand vom Platz gestellt wird. 

„Zweimal habe ich euch gef***t!“

Das waren aber noch immer nicht alle peinlichen Ausraster. Auch Argentiniens Torwart Emiliano Martinez schafft es nicht, sich wortlos über seine gehaltenen Elfmeter zu freuen. Laut Ohrenzeugen ruft er in Richtung der unterlegenen Holländer: „Zweimal habe ich euch gef***t!“

Auch vor den TV-Mikros pöbelt er weiter, vor allem gegen Louis van Gaal: „Er soll einfach die Klappe halten!“

Das stolze Argentinien steht also im Halbfinale am Dienstag gegen Kroatien. Vielleicht lernen sie ja bis dahin, sich auch wie ein potenzieller Weltmeister zu benehmen.