Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (l.) und Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi trafen sich im März in Doha zu einem Gas-Gespräch.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (l.) und Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi trafen sich im März in Doha zu einem Gas-Gespräch. dpa/Bernd von Jutrczenka

Der katarische Energieminister Saad Scherida Al-Kaabi (55) richtet scharfe Worte an Deutschland nach dem Katars Gas-Deal mit der Bundesregierung öffentlich wurde. Änderungen in der Zukunft im Umgang mit der LGBTQ-Bewegung in seinem Land erteilt er eine klare Absage. Noch schlimmer: Gastgeber Katar verteidigt Todesstrafe für Homosexuelle!

„Als Muslime glauben wir daran, dass LGBTQ nicht akzeptabel ist in unserer Religion“, sagte Al-Kaabi im Interview mit der Bild. „Das islamische Gesetz akzeptiert LGBTQ nicht.“ Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Katar: Homosexualität ist eine Sünde

Brutal: Der Minister verteidigt sogar die Todesstrafe für Homosexuelle. Es gebe „Gründe“, warum solche Gesetze beschlossen werden, sagt er. Die Gesetze und die Verfassung Katars würden auf der Religion basieren, betont er. „Darauf sind wir stolz.“

Al-Kaabi wird deutlich:  „Ob Töten, Stehlen oder was auch immer es für eine Sünde ist, ich bin nicht derjenige, der da Fragen stellen darf, was richtig oder falsch ist.“ 

Katar-Kritik an Wirtschaftsminister Robert Habeck 

Die scharfe Kritik Deutschlands an Katars Haltung weißt er rigoros zurück: „Der Westen will uns das diktieren, was er will“, sagt Al-Kaabi und erklärt Katars Sicht der Dinge: „Wo ist mein Menschenrecht, das zu wählen, was ich für meine Religion, mein Land, meine Kinder und meine Familie will? Es wird verlangt, dass wir als Katarer uns verändern müssen. Dass wir unsere Religion, unseren Glauben ändern müssen. Das ist nicht akzeptabel.“

Wirtschaftsminister Robert Habeck (53, Grüne) wirft Katars Energieminister vor, das Thema Menschenrechte bei seinem Besuch im März nicht erwähnt zu haben: „Als er hier in Katar war, war das einzige, worüber er gesprochen hat, ob wir mehr Gas liefern können.“ Eine Sprecherin des Ministers dementiert. Habeck habe in Katar „auch die Frage von Menschenrechten und gesellschaftlichen Werten thematisiert“, heißt es.

Katar fordert mehr Respekt von Deutschland

Doch Al-Kaabi geht sogar noch weiter. Habecks Äußerung, die WM sei nur durch Korruption an Katar vergeben worden, macht Katars Energieminister wütend. Deutschlands Wirtschaftsminister solle „mehr Respekt vor Katar haben“. Al-Kaabi: „Wenn man jemanden der Korruption beschuldigt, muss man Beweise vorzeigen. Man ist juristisch haftbar, wenn man sagt, dass jemand korrupt ist.“

Dennoch habe man ein gutes Verhältnis zur deutschen Regierung. Wie gut, war am Dienstag bekanntgeworden: Ab 2026 wird Katar Deutschland pro Jahr zwei Millionen Tonnen LNG-Flüssiggas liefern ... 

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