WM-Frust: Deutschlands Jamal Musiala (18) und sein DFB-Kollegen schossen beim 1:2 gegen Japan so häufig wie kein anderes Team am ersten Spieltag aufs Tor.
WM-Frust: Deutschlands Jamal Musiala (18) und sein DFB-Kollegen schossen beim 1:2 gegen Japan so häufig wie kein anderes Team am ersten Spieltag aufs Tor. IMAGO/Laci Perenyi

Der erste Spieltag bei der Fußball-WM in Katar ist absolviert. Höchste Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Was hat sich im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland verändert? Fallen mehr Tore, gibt es mehr Unentschieden? Welche Teams beweisen ihre Klasse, welche Nationen haben noch Ladehemmung. Der KURIER hat zusammen mit dem Potsdamer Institut für Spielanalyse kuriose WM-Fakten gesammelt. Dabei kam heraus: Kein Team war so harmlos wie Deutschland!

WM in Katar: Mehr Tore aus dem Spiel

Mehr Tore, weniger Siege: In den 16 Partien sind insgesamt 41 Tore gefallen. Das sind drei Treffer mehr als bei der letzten Weltmeisterschaft 2018. Gab es in Russland am ersten Spieltag 13 Siege und drei Remis zu bestaunen, stehen 2022 elf Sieger-Mannschaften und fünf Punkte-Teilungen in der Bilanz.

Nullnummern: Darunter sind auch vier torlose Spiele in der ersten WM-Woche – das gab es noch nie. Zum Vergleich: 2018 in Russland gab es im gesamten Turnier nur eine Nullnummer.

Kurios: Saudi-Arabien foulte beim 2:1-Coup gegen Argentinien nur siebenmal, kassierte dafür aber sechs Gelbe Karten. 
IMAGO / Newspix
Kurios: Saudi-Arabien foulte beim 2:1-Coup gegen Argentinien nur siebenmal, kassierte dafür aber sechs Gelbe Karten. 

Mehr Tore aus dem Spiel: Klingelte es in Russland am ersten Spieltag bereits 22-mal nach Standardsituationen, fielen bei der WM in Katar nur neun Treffer nach einem ruhenden Ball. 19-mal klingelte es dafür aus dem Spiel heraus.

WM in Katar: Kein Team so harmlos wie Deutschland

Keiner so harmlos wie Deutschland: 26-mal schossen die Spieler von Bundestrainer Hansi Flick beim 1:2 auf das Tor der Japaner – kein anderes Team probierte es häufiger. Das Problem: Bekanntlich sprang nur ein Treffer heraus – vom Elfmeterpunkt durch Ilkay Gündogan. Abgezockter sind die Engländer und Spanier. Die Iberer benötigten 17 Versuche für sieben Tore, England genügten sogar nur 13  Schüsse für sechs (!) Tore. Der Turnierschnitt liegt bei knapp acht Schüssen bis ein Tor fällt.

Tor-Booster durch XXL-Nachspielzeit: Bei der WM 2018 fielen am ersten Spieltag acht Tore nach der 75. Minute, am Ende des Turniers waren es dann 37 Stück. Vier Jahre später sind es nun in Katar bereits zwölf Stück! Den Trend der langen Nachspielzeiten rundeten Portugal und Ghana ab, in dem man elf Minuten auf die reguläre Spielzeit drauf packte.

WM in Katar: Argentinien foult am meisten

Passmaschine Spanien: Der kommende Gegner der DFB-Elf präsentierte sich beim 7:0-Sieg gegen Costa Rica bärenstark, spielte mit 1091 Pässen mit Abstand die meisten Pässe. Auf Platz zwei folgt England (838) und knapp dahinter Deutschland (836). Die wenigsten Pässe des Turniers spielte bisher der Iran (248). Dass Pässe nicht alles sind, bewies Saudi-Arabien, die mit 293 Pässen den Sieg gegen Argentinien einfuhren. Zum Vergleich: Der 1. FC Union Berlin hat diese Saison nach 15 (!) Spieltagen insgesamt 5099 Pässe gespielt (Rang 14), Hertha BSC 4618 Pässe (Rang 17).

Aggro-Argentinier: Mit 21 Fouls stellen die Südamerikaner den Top-Wert des ersten Spieltags. Aber auch die Portugiesen bekamen von Ghana einiges zu spüren (19). Am fairsten waren die Australier (5). Japan folgt knapp dahinter mit sechs Fouls, Deutschland brachte es auf 14 Fouls. Beachtlich: Saudi-Arabien foulte lediglich siebenmal, kassierte aber für fast jedes davon eine Gelbe Karte (6). Top-Wert!

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