Tausende Israelis reisten trotz großer Sorgen nach Katar, obwohl ihr Land bei der WM nicht dabei ist. Nun häufen sich antisemitische Meldungen aus Doha (Symbolbild).
Tausende Israelis reisten trotz großer Sorgen nach Katar, obwohl ihr Land bei der WM nicht dabei ist. Nun häufen sich antisemitische Meldungen aus Doha (Symbolbild). Imago/Eibner

Es wurde mit Spannung erwartet, vor allem aber mit großer Sorge: Die Reise Tausender Israelis zur WM nach Katar. In ein Land, dass Israels Feinde hofiert und sogar gemeinsame Sache mit Islamisten macht. Nach nicht mal einer Woche häufen sich nun die antisemitischen Berichte über Anfeindungen gegen israelische Sportjournalisten. Doch es gibt auch andere Stimmen. Freundlich oder feindselig? Wirbel um Israel-Hass bei der WM in Katar.

„Wir spüren Hass, sind von Feindseligkeit umgeben und nicht erwünscht“, schrieben zwei Reporter der israelischen Zeitung Jediot Achronot am Sonntag und erklärten weiter: „Auf den Straßen folgten uns Palästinenser, Iraner, Katarer, Marokkaner, Jordanier, Syrier, Ägypter und Libanesen, die uns hasserfüllt anstarrten.“

Katar unterstützt Israel-Hasser wie al-Qaida

Die beiden israelische Journalisten sind nicht die einzigen, die von antisemitischen Anfeindungen bei der Fußball-WM in Katar schildern. Auch in den sozialen Medien berichten andere von ähnlichen Erfahrungen. In einem Video ist etwa zu sehen, wie Moav Vardi vom Kan-Sender von einem wütenden Fan angeschrien wird, der sagt: „Es gibt kein Israel, sondern Palästina. Sie sind hier nicht willkommen, dies ist Katar, das ist unser Land.“

Doch es gibt auch andere Bilder. Ein positiveres Video hatte zuletzt einen israelischen TV-Reporter gezeigt, der von feiernden iranischen Fans umringt war. Auch israelische Fans, die zu Tausenden zur Wüsten-WM pilgerten, obwohl ihr Team nicht dabei ist, berichteten von einer freundlichen Aufnahme in Katar.

Trotz Angst: Tausende Israelis reisen zur WM in Katar

Das ist insofern bemerkenswert, da Katar und Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Im Gegenteil: Das Emirat unterstützt auch islamistische Gruppen die mit Israel verfeindet sind - allen voran al-Qaida. Umso bemerkenswerter, dass zur WM der erste direkte Charterflug von Israel in das Emirat abhob. 

Dass der Isrel-Hass in der arabischen Welt weiter stark verbreitet ist, berichtet auch der Journalist Ohad Chemo vom israelischen Channel 12. Zwar habe Israel habe in den letzten Jahren zwar Vereinbarungen mit vier arabischen Staaten - den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan - geschlossen. Von vielen Menschen auf der Straße werde dies jedoch nicht unterstützt. Chemo: „Und vielen von ihnen gefällt unsere Anwesenheit hier nicht“.

Lesen Sie hier mehr über die WM in Katar >>