Deutschland braucht Tore: Auf Niclas Füllkrug (M.) und Leroy Sané (r.) wird es beim dritten WM-Spiel gegen Costa Rica ankommen.
Deutschland braucht Tore: Auf Niclas Füllkrug (M.) und Leroy Sané (r.) wird es beim dritten WM-Spiel gegen Costa Rica ankommen. Imago/Ulmer/Teamfoto

Es ist angerichtet! Für Deutschland heißt es bei der WM in Katar am Donnerstag: Alles oder nichts! Das Team von Bundestrainer Hansi Flick muss gegen Costa Rica gewinnen (20 Uhr, ARD und MagentaTV) – am besten sogar 8:0. Frauen-Power, Füllkrug-Falle, Keeper-Schwäche: So heiß wird Deutschlands WM-Tanz gegen Costa Rica!

Historisch wird das Duell, ganz egal wie es ausgeht: Stéphanie Frappart (38) wird die erste Frau, die ein WM-Spiel der Männer pfeift. Die Französin, bereits mehrfach tadellos in der Champions League im Einsatz, ist eine von drei Schiedsrichterinnen in Katar und die erste, die nun endlich zur Pfeife greifen darf. Höchste Zeit!

Deutschland braucht gegen Costa Rica Tore

Historisch wäre auch das zweite Vorrunden-Aus einer deutschen Mannschaft bei einer WM in Folge. Um ein WM-Debakel wie in Russland 2018 zu vermeiden, muss die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick das Spiel gewinnen. Am besten hoch (8:0), damit das DFB-Team nicht auf die Schützenhilfe Spaniens angewiesen ist.

Das Problem: Costa Rica reicht bei einem Spanien-Sieg gegen Japan bereits ein Remis gegen Deutschland. Die Ticos werden also ultradefensiv erwartet, womit Deutschland seit Jahren nicht klarkommt. Selbst wenn die DFB-Stars ihre Gegner wie im Eishockey im Powerplay einschnüren, Tore springen dabei höchst selten heraus.

Hansi Flick steckt in der Füllkrug-Falle

Was es neben viel Offensivpower braucht, ist also Durchschlagskraft. Ob Flick dabei wie Millionen Deutsche an Niclas Füllkrug denkt, verrät er nicht. Ganz egal wie er sich entscheidet, der Bundestrainer steckt in der Füllkrug-Falle. Lässt er Füllkrug von Beginn an ran und trifft der Bremer Stürmer nicht, hat Flick keinen weiteren echten Mittelstürmer mehr in der Hinterhand. Rettet Füllkrug Deutschland erneut als Joker, werden Flick alle Fragen, warum er den Torschützen des 1:1 gegen Spanien wieder erst als Einwechselspieler gebracht hat.

Costa Rica kündigt derweil einen heißen WM-Tanz an. „Wir werden uns teuer verkaufen und wir werden wie die Stiere kämpfen, um unserem Land viel Glück und Freude zu bereiten“, erklärt Torwart-Ikone Keylor Navas von Paris Saint-Germain.

Links unten: So überwindet die DFB-Elf Keylor Navas

Japan verzweifelte beim 0:1 an Costa Ricas Keeper Keylor Navas (35). Der KURIER weiß: Deutschland muss es aus dem Strafraum heraus und links unten probieren. 
Imago/Agencia MexSport
Japan verzweifelte beim 0:1 an Costa Ricas Keeper Keylor Navas (35). Der KURIER weiß: Deutschland muss es aus dem Strafraum heraus und links unten probieren. 

Apropos Navas: Der KURIER hat mit dem Potsdamer Institut für Spielanalyse die Daten des langjährigen Stammkeepers von Real Madrid ausgewertet. Navas kassierte seit dem 1. WM-Quali-Spiel gegen Panama in 17 Spielen nur 13 Gegentore. Meistens zappelte der Ball dabei links unten im Netz. Der Auftrag ist also klar: Mindestens 19 Mal sollte die DFB-Elf aufs Tor von Costa Rica schießen – vornehmlich flach ins linke Eck.

Gegen Costa Rica: Thomas Müller will es allen zeigen

Und: Zwölf von den 13 Toren erzielten Costa Ricas Gegner gegen Navas aus dem Strafraum. Heißt, Deutschland muss vor allem in die gefährliche Zone kommen. Neben Füllkrug scheint dafür auch Leroy Sané der Richtige zu sein, der den formschwachen Serge Gnabry verdrängen könnte. Damit auch genügend Bälle im Strafraum landen, sollte Flick auch den offensiveren Jonas Hofmann für Thilo Kehrer auf der Rechtsverteidigerposition bringen.

Das Gute: Der DFB scheint seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Thomas Müller weiß auf jeden Fall Bescheid: „Wir müssen die Box besetzen. Da wird nicht nur ein Mann gefragt sein.“ Der Bayern-Star will in die K.-o.-Runde und von Druck nichts wissen. Müller: „Was uns ein Lächeln auf die Lippen zaubert, ist, dass wir Chancen haben, ins Achtelfinale zu kommen und der Fußballwelt dann zu zeigen, was in uns steckt.“

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