Jordan Pickford kann in der 17. Minute den Ball nicht erreichen.
Jordan Pickford kann in der 17. Minute den Ball nicht erreichen. AP/Pavel Golovkin

Es ging im katarischen Al-Chaur um die Wurst, und das sah man dem Spiel im WM-Stadion Al-Bait auch an, wo beide Mannschaften alles in die Waagschale warfen, was sie an Fußball-Kunst und -Kampf drauf haben. England schien nach seinem Ausgleich zum 1:1 dichter an der Führung zu sein als Frankreich. Am Ende hatte Frankreich am Sonnabend das längere Ende der Wurst und gewann nach fast 100 Minuten mit 2:1. Les Bleus stehen damit im Halbfinale. Die Three Lions müssen nach Hause fahren, deren Stürmer-Star Harry Kane einen Elfmeter verschoss.

Der Weltmeister war in der 17.  Minute durch Aurélien Tchouaméni in Führung gegangen, der Ball ging flach links ins Tor, da konnte sich Jordan Pickford im Tor des Vize-Europameisters strecken, wie er wollte. Wenige Minuten später große Aufregung, als Englands  Stürmerstar Harry Kane am Strafraumrand zu Fall gebracht worden war und der Video-Schiedsrichter entschied: Kein Elfmeter.

Den ersten Elfer haute Englands Harry Kane ins Netz hinter Frankreichs Hugo Lloris.
Den ersten Elfer haute Englands Harry Kane ins Netz hinter Frankreichs Hugo Lloris. dpa/Robert Michael

Elfmeter Nummer 1 hämmerte Harry Kane ins Netz

Der Elfer kam dann in der zweiten Halbzeit, als der Torschütze Tchouaméni den englischen Spieler Bukayo Saka von den Füßen geholt hatte: Harry Kane verwandelte in der 54. Minute gegen Hugo Lloris, seinen Vereinskameraden von den Tottenham Hotspurs, der sich danach noch mehrmals strecken musste.

England drängte, Frankreich geriet unter Druck, von seinem Star Kylian Mbappé war wenig zu sehen.  Der konnte dann aber in der 78. Minute Olivier Giroud heftig die Wange tätscheln: Der hatte gerade per Kopf den Ball ins Tor gedonnert.

Der zweite Elfmeter hätte England retten können. Hätte, Harry ...

Ganz kurz danach gab es den nächsten Elfmeter für England, weil Théo Hernandez den aufs Tor zustürmenden Mason Mount heftig in den Rücken gerempelt und zu Fall gebracht hatte. Diesmal hatte sich der brasilianische Schiedsrichter Wilton Sampaio die Szene selber auf dem Bildschirm angesehen.

Harry Kane kann es nicht fassen: Er hat einen Elfmeter verschossen und den Ausgleich verpasst.
Harry Kane kann es nicht fassen: Er hat einen Elfmeter verschossen und den Ausgleich verpasst. imago/Shutterstock/Kieran McManus

Wieder lief Harry Kane zum Punkt – und semmelte den Ball in der 84. Minute übers Tor. Es wurde dann zwar eine achtminütige Nachspielzeit angezeigt, die England aber nicht nutzen konnte. Unmittelbar vor dem Abpfiff jubelten die englischen Fans zwar noch ganz kurz, der Freistoß von Marcus Rashford landete auf dem Tornetz. 

Wie Cristiano Ronaldo konnte Kane zwar einen Rekord einstellen: Wie Wayne Rooney hat er 53 Länderspieltore erzielt, aber was kann er sich dafür kaufen?

Frankreich trifft jetzt am Mittwoch im Halbfinale auf Marokko, das am Sonnabendnachmittag Portugal mit 1:0 besiegt hatte. Das zweite Halbfinale tragen bereits am Dienstag Kroatien und Argentinien, die wegen ihrer Ausraster beim Spiel gegen die Niederlande viele Sympathien verspielt hatten und gegen die die Fifa-Disziplinar-Kommission ermittelt.