Hält nicht viel von der Nations League: Bundestrainer Jogi Löw.  Foto: Christian Charisius/dpa

Die Nations League. Umstritten. Ungeliebt. Und doch in aller Munde. Für die deutsche Nationalelf geht es am Sonntag im St. Jakob-Park (20.45 Uhr/ZDF), im Baseler Volksmund „Joggeli“ genannt, darum, endlich einmal ein Spiel dieses Wettbewerbs zu gewinnen. 

In der Schweiz hatte der Bundestrainer Anfang der 1990er-Jahre seine Karriere als Spieler beim unterklassigen FC Frauenfeld ausklingen lassen – und sich anschließend mit dem Verkauf von Krawatten etwas dazuverdient. „Ich habe noch immer ein paar davon und ziehe die manchmal auch an“, sagte Löw dem Schweizer „Blick“ über das gemeinsame Geschäft mit seinem Schaffhauser Teamkollegen Axel Thoma. Man habe sich „viel Mühe gegeben und viel Zeit investiert“, so Löw, „aber Erfolg haben wir keinen gehabt“.

Das gleiche Fazit lässt sich auch aus dem bisherigen Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft in der Nations League ziehen. Nach insgesamt nun schon fünf misslungenen Versuchen, einen Dreier zu landen, soll es nun endlich „sexy“ werden. Löw weiß trotz aller notwendigen Rücksicht um die Belastungen für sein Personal: „Auf der anderen Seite brauchen wir gegen die Schweiz jetzt auch ein gutes Ergebnis und ein gutes Spiel.“

Der Bundestrainer steht vor einem schwierigen Spagat. Einerseits ist auch er von kurzfristigen Ergebnissen abhängig, zumal jene in der Nationenliga maßgeblichen Einfluss auf die Setzliste bei der WM-Qualifikation haben. Andererseits will und muss der 60-Jährige rotieren, um die Belastung möglichst ausgewogen zu steuern.

Löw-Team fehlt der Killerinstinkt

Er werde die Zeit bis zum Anpfiff nutzen, „um zu sehen, wie die Spieler regenerieren“, sagte Löw. Direkt nach dem Auftaktspiel gegen Spanien (1:1) hätten einige „relativ ausgelaugt“ gewirkt, weil sie „wirklich absolut übers Limit gegangen waren“.

Entscheidender wird im St. Jakob-Park ohnehin die Einstellung sein. Und diesbezüglich hatte Löw beim Spiel gegen Spanien wenig zu meckern. Es habe lediglich der „Killerinstinkt“ gefehlt, eine eingespieltere oder routiniertere Mannschaft hätte das 2:0 gemacht, kritisierte Löw, „und dann ist der Gegner auch tot“.