Jürgen Grabowski bei der WM 1974 für Deutschland am Ball Imago/Werek

Trauer um einen echten, deutschen Fußball-Helden. Jürgen Grabowski ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Der offensive Mittelfeldspieler, der mit Eintracht Frankfurt und der deutschen Nationalmannschaft zahlreiche Titel holte, starb am Donnerstagabend in einem Frankfurter Krankenhaus. Sein ehemaliger Klub und der DFB kondolierten der Familie und würdigten einen ganz großen Fußballer.

Jürgen Grabowski wurde an seinem Geburtstag Weltmeister

Seinen größten Erfolg feierte Jürgen Grabowski an seinem 30. Geburtstag. Im WM-Finale 74 gegen die Niederlande leitete er den Siegtreffer durch Gerd Müller ein – 2:1. Deutschland wurde zum zweiten Mal Weltmeister! Es war Grabowskis letztes von 40 Länderspielen für Deutschland, in denen er 1972 auch den Europameistertitel holte.

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Im Verein blieb „Grabi“ seiner Eintracht stets treu. 441-mal lief der Spielmacher, der nur in der Nationalmannschaft auf den rechten Flügel auswich, zwischen 1965 und 1980 für die Frankfurter in der Bundesliga auf dem Platz. Die Meisterschaft konnte er dabei zwar nie gewinnen, dafür 1974 und 1975 den DFB-Pokal sowie 1980 den Uefa-Cup. Auch hier war es das Jahr seines Karriereendes.

Jürgen Grabowskis Karriereende kam nicht freiwillig

Und das kam trotz des stolzen Fußball-Alters von 36 Jahren nicht sonderlich freiwillig. Nach einer Grätsche beim klaren 5:2-Liga-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach durch den damals jungen Lothar Matthäus verletzte sich Grabowski so schwer am Fuß, dass er seine Karriere nicht fortsetzen konnte.

In den Uefa-Cup-Final-Spielen, in denen es einige Wochen später ausgerechnet gegen Matthäus’ Gladbacher ging, konnte sich Grabowski nur noch als Zuschauer über den Titel freuen. Weltmeister-Kollege Bernd Hölzenbein hatte den Uefa-Cup seinem verletzten Freund Grabowski als Erstem überreicht.

Jürgen Grabowski spielte seine gesamte Profi-Karriere bei Eintracht Frankfurt. Imago/Jan Huebner

Jürgen Grabowski war der größte Künstler der Eintracht

Eintracht Frankfurts Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel nannte Grabowski einmal einen „der größten Künstler, den wir bei der Eintracht hatten – wenn nicht sogar der größte“. Die Eintracht selbst twitterte am Freitag: „Ein trauriger Tag für Eintracht Frankfurt. Ein ganz Großer verlässt die Bühne. Eine Legende geht von uns.“ Es ist davon auszugehen, dass der Verein vor dem Spiel am Samstag gegen den VfL Bochum der Vereinslegende gedenken wird.

Und auch der DFB sandte einen Trauer-Tweet in die Welt. „Der DFB trauert um Jürgen Grabowski. Er wurde 1974 Weltmeister und 1972 Europameister. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen“, hieß es dort mit einem Bild, das Grabowski 1974 mit dem Weltmeister-Pokal zeigt.

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