Da ist der Derbystar des heutigen Duells: Der Spielball beim Kick zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union trägt seinen Namen völlig zu Recht.  Foto: City-Press

Die Uhr tickt, die Sekunden verrinnen. Alles fiebert auf 20.30 Uhr hin, wenn im Olympiastadion der heutige Ligagipfel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union angepfiffen wird. Ja, richtig gelesen. Ligagipfel. Was ist schon Bayern gegen Leipzig im Vergleich zu diesem Duell? Erstens steigt dieses Spiel erst am Sonnabend. Und zweitens skandieren die Berliner ja nicht umsonst gern und lautstark „Wir sind eure Hauptstadt, ihr Bauern!“ Lesen Sie hier, was Sie alles noch schnell erledigen müssen, bis Dr. Felix Brych erstmals in die Pfeife bläst!

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Warnen Sie Ihre Nachbarn

Ja, wir sind alle nicht im Stadion. Auch die Kneipen haben geschlossen. Man muss diesen Schlager in den eigenen vier Wänden verfolgen. Darum klingeln Sie bei all Ihren Nachbarn – vor allem den Nicht-Fußballaffinen – und warnen Sie sie vor: Es könnte durchaus etwas lauter werden. Rücksichtnahme ist halt die Mutter der guten Nachbarschaft. Und danach singen, fluchen oder jubeln Sie, wie Ihnen gerade danach ist. Das Runde muss ins Eckige. Es ist Derby! Da kann man auch mal fünfe gerade sein lassen. Lassen Sie es krachen. Singen Sie so laut, dass die Jungs im Olympiastadion es trotzdem hören werden.

Probemonat abschließen

Wenn Sie noch kein DAZN-Abo haben, fix eins abschließen. Nur der Streamingdienst überträgt die Stadtmeisterschaft live und in Farbe. Und direkt nach der Registrierung eine Kündigung vorbereiten und am Sonnabend, nachdem man aus dem Kater oder Rausch – je nach Spielausgang – erwacht ist, sofort abschicken. Dann erleben Sie das Derby sogar umsonst. Denn der Probemonat bei DAZN kostet Sie gar nichts.

Falls Sie dann aber bei DAZN mal wieder zwischenzeitlich nur in die Röhre glotzen können, weil es Netzausfälle gibt – so wie zuletzt bei Hertha gegen Dortmund –, nicht weiter groß grämen. Erst mal dran bleiben. Die beheben das oft ziemlich schnell. Und für all das, was Sie womöglich versäumt haben, einfach am Sonnabendmorgen beim Schrippenkauf den KURIER mit dazu packen. Da steht dann alles drin, was Sie womöglich verpasst haben.

Bier warmstellen

Was wäre Fußball ohne Gerstenkaltschalen. Ein kühles Blondes ist unabdingbar. Deshalb ganz wichtig: Sollten sich Ihre Einkäufe noch im Kofferraum ihres Wagens oder gar auf ihrem Balkon befinden, schnell in die Wohnung damit und das Bier in den Kühlschrank zum Aufwärmen stellen. Die Partie wird  heiß genug, da braucht es nicht noch Eisgetränke.

Und da Ihre große Liebe heute in der Stadt Hof hält, ziehen Sie sich was Hübsches an. Je nach Neigung sollen blau oder rot heute ziemlich en vogue sein. Gelb oder gar Weinrot scheiden hingegen völlig aus. Auch alles, was an Veilchen erinnert.

Support your local dealer

Falls Sie sich nicht bevoratet haben, nun aber hurtig. Doch auch da gilt es ein paar Regeln zu beachten. Support your local dealer! Also bitte kein Bit! Krombacher ist eh eine Laune der Natur und Becks löscht ohnehin nur Pennerdurst. Greifen Sie zu Getränken lokaler Provenienz. Schulli oder Berliner Pilsner wären da eine Idee. Heißt ja nicht umsonst: Berlin, du bist so wunderbar. Spart zudem Transportwege. Ihre Ökobilanz wird es Ihnen danken.

Und ganz wichtig: Begeben Sie sich direkt zum Ihrem Getränkelieferanten, gehen Sie nicht über Los oder gar auf dem Weg in den Laden zu einem Glühweinanbieter in der Nachbarschaft. Erstens dürften Sie mit zu viel Promille im Blut ihre frisch erworbenen Erfrischungs-Schätze nicht mehr im Auto nach Hause transportieren. Zweitens könnten Sie von den Ordnungsämtern weggefangen werden. Denn nicht nur in Pankow wurde den sogenannten Glühwein-Pulks behördlicherseits der Kampf angesagt.

Zeichen gegen Kommerz setzen!

Nutzen Sie die Partie als Zeichen Ihres geharnischten Protestes gegen Kommerzialisierung und die totale Werbung. Bratwurst geht ja mangels Stadionbesuch nicht. Aber Chips gehen immer. Und hier nun können Sie eine Duftmarke setzen. Kaufen Sie nicht die so groß von Schweinsteiger (Chio) oder Messi und Pogba (Lay’s) & Co. beworbenen Produkte, vertrauen Sie auf die No-Name-Produkte beim Discounter Ihres Vertrauens. Dann können Sie sich seelenruhig zurücklehnen, lecker spachteln in dem Wissen, dass Sie es all den Kommerzbrüdern, die es nur auf unsere Kohle abgesehen haben, mal so richtig gezeigt haben. 

Auch nicht nebensächlich: Sollten sich bei Ihnen zu Hause, in dem sich selbstverständlich nur Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen werden, Menschen geben, die so gar nicht auf Fußball können, hier ein kleiner Tipp: Kleine Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft. Wie wäre es mit einer von diesen beiden wunderschönen Badezimmerenten?

In den Farben getrennt, bei der Sehnsucht nach Badewasser vereint! Foto: imago images / Jan Huebner

Corona-Regeln nutzen!

Falls Sie jetzt schon zu aufgeregt sind oder womöglich das Spiel ihres Teams nicht ertragen sollten – soll ja schon mal vorgekommen sein, dass manch einer der Protagonisten so völlig neben den Schuhen stand –, da helfen die aktuellen Corona-Vorschriften. Nehmen Sie ihre Mund-Nasen-Bedeckung und ziehen Sie sie auch über die Augen. Dann bleiben Sie vor weiterem Elend verschont. Wichtig auch: Abstand halten von Ihren Mitbürgern in anderen Farben. Die haben womöglich mit Trauerarbeit genug zu tun, sodass Sie auf hämische Bemerkungen der Kollegen oder ihrer vermeintlichen Kumpels verzichten können.

Daumen drücken 

Ja, ein Derby ohne Fans ist nichts. Zumindest nicht so, wie es sein sollte. Aber wir können es ja nicht ändern. Darum heißt es für alle Beteiligten heute: In der Farbe getrennt, in der Sache vereint. Es heißt kräftig Daumen drücken für das Rückspiel. Dass bis Anfang April der Impfstoff gegen das Coronavirus so weit in der Bevölkerung angekommen ist, dass wenigstens das zweite Derby der Spielzeit vor der Kulisse stattfindet, die ihm eigentlich gebührt.