So eine Pfeife soll einen Tinnitus bei einem Kreisliga-Spieler ausgelöst haben. Imago Images

Ein Pfiff, ein Ohrenpfeifen und seit dreieinhalb Jahren Gerichtszoff. Wirklich kein Witz! Ein Kreisliga-Schiedsrichter aus Hessen soll 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil er zu laut gepfiffen hat und ein Spieler seitdem an Tinnitus leidet. So etwas gab es noch nie in Deutschland!

Der Anpfiff zum grotesken Streit war am 21. Oktober 2018. Schiedsrichter Pierre Hackler (41) leitete in Wiesbaden das Kreisliga-Spiel zwischen SpVgg Sonnenberg und dem SC Klarenthal. Nach einem Foul kam es zur Rudelbildung, der Schiri schritt ein und pfiff in der Menge, um alle zu beruhigen. Das Problem: Er pfiff sehr laut und nur 30 Zentimeter entfernt vom Ohr eines Spielers.

Schiri bekam schon 80 Sozialstunden aufgebrummt

Der hat seitdem einen Tinnitus, ein ewiges Pfeifen in den Gehörgängen. Er verklagte deswegen den Unparteiischen wegen Körperverletzung. Ein Strafgericht stellte das Verfahren zwar ein, verdonnerte den Pfeifenmann trotzdem im Juni 2020 zu 80 Sozialstunden.

Das reichte dem Spieler aber noch immer nicht. Er zog jetzt auch noch vor das Zivilgericht und fordert 5000 Euro Schmerzensgeld wegen seines Gehörschadens. Der Prozess soll jetzt im April stattfinden. Der klagende Spieler argumentiert so: „So einen lauten Pfiff hatte ich noch nie gehört. Ich habe den Schiedsrichter angeschrien und mehrmals gefragt, was das soll.“

Der Schiri versteht die Welt schon lange nicht mehr. Seine 80 Sozialstunden hat er schon längst abgearbeitet. Doch er fragt sich seitdem, ob es überhaupt noch Sinn macht, als Hobby-Pfeifenmann am Wochenende unterwegs zu sein. Hackler: „Das ist ein Präzedenzfall in Deutschland. Das ist Problem ist ja, dass jeder Schiedsrichter, der einen Pfiff auslöst während des Spiels, angezeigt werden kann.“

Der DFB sollte sich dringend um diesen Fall kümmern. Der Verband beklagt schon seit Jahren einen Nachwuchsmangel gerade in den unteren Ligen, weil die Angst der Pfeifenmännern vor Gewalt immer größer geworden ist. Jetzt werden sie auch noch zu Tätern gemacht.

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