Mit diesem Kick vor zehn Jahren begründete der BFC den Pokalfluch für seine Gegner aus dem Profilager. imago/Eibner

Aufatmen im Schwabenland. Endlich, endlich muss der VfB Stuttgart in der ersten Runde des Pokals (6. bis 8. August) mal nicht nach Rostock fahren. Bei Hansa gastierte der deutsche Meister von 2007 zuletzt dreimal in Folge in Runde eins. Richtung Norden müssen die Schwaben dennoch, aber eben nur bis nach Berlin. 

Doch das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo sollte nicht zu sehr frohlocken. Zum einen waren die letzten beiden Trips in den Ostteil der Bundeshauptstadt keineswegs von Erfolg gekrönt. In der Liga setzte es ein 1:2 im Stadion An der Alten Försterei. An gleicher Stelle besiegelte der 1. FC Union 2019 den Bundesliga-Abstieg der Schwaben.  

Stuttgart mit unschönen Erinnerung an den Osten der Stadt

„Wenn ich ihre letzten Trips nach Ost-Berlin so anschaue, da bin ich mir sicher, dass sie diesmal in einem anderen Hotel absteigen werden“, scherzte BFC-Coach Christian Benbennek. Doch das ist nur Nebengeplänkel. Denn der eigentliche Fluch droht vom BFC selber. Wer immer in den letzten zehn Jahren auf die Weinrot-Weißen im Cup traf, hatte danach in der Liga nichts zu lachen! 

2011 gewann Kaiserslautern mit 3:0 und wurde am Ende Letzter in der Liga. 2013 konnte sich der VfB zwar eines 2:0 im Jahnsportpark gegen Dynamo erfreuen. Doch erst am 33. Spieltag stand fest, dass Stuttgart nicht in die Relegation musste. Der seinerzeitige Zweitligist FSV Frankfurt erlag dem Fluch in der Spielzeit 15/16. Als Vorletzter mussten sie das Bundesliga-Unterhaus verlassen und kehrten nicht mehr zurück auf die große Bühne des Fußballs. 

Gut, keine Regel ohne Ausnahme. Schalke wurde in der Spielzeit 17/18 sogar Vizemeister. Doch wie die vergangene Spielzeit gelehrt hat,  kann so ein Fluch auch einmal mit zeitlicher Verzögerung eintreffen. Klarer Fall von links antäuschen und rechts vorbeigehen. 

Also hat eigentlich nur Köln dem bösen Omen getrotzt. Die Geißböcke sicherten sich 2018/19 die Radkappe in der Zweiten Liga und stiegen direkt wieder auf. Wahrscheinlich war der Fluch ein klein wenig beeindruckt von der klaren 1:9-Pleite der Dynamos im Olympiastadion. Die war zwar stimmungstechnisch ein Fest und brachte mit Patrik Twardzik den einzigen DFB-Pokaltorschützen in der Geschichte des BFC Dynamo hervor, sportlich aber war sie arg einseitig. Da kann man sich auch als Fluch mal kurz in sein Schneckenhaus verkriechen ... 

Doch jetzt meldet er sich voller Zuversicht zurück zum Dienst in weinrot-weißer Sache und möchte dem VfB das Leben schwer machen.