RB-Trainer Julian Nagelsmann (M.) lässt sich nach dem Bayern-Wechsel von Dayot Upamecano (3. v. r) und vor dem Liverpool-Spiel nicht aus der Ruhe bringen. Foto: Imago

Mächtig Ärger vor dem Spiel des Jahres: Die Freude über den 2:1-Sieg gegen den FC Augsburg hielt bei RB Leipzig jedenfalls nicht lang. Denn der Bayern-Wechsel von Abwehrchef Dayot Upamecano (22) stürzt die Sachsen zur Unzeit in eine Sinnkrise. Ausgerechnet vor dem Champions-League-Duell gegen Jürgen Klopps FC Liverpool (Dienstag, 21 Uhr). 

„Grundsätzlich stört mich das nicht, weil es zum Fußball dazugehört“, sagt RB-Coach Julian Nagelsmann zum Sommer-Transfer von Upamecano. Der Franzose wechselt dank einer Ausstiegsklausel zum Rekordmeister. RB kassiert 42,5 Millionen Euro, verliert aber nach Naby Keita (Liverpool) und Timo Werner (Chelsea) den nächsten Schlüsselspieler. „Das war schon immer so und wird wohl noch einige Jahre so bleiben“, ergänzt der Coach.

Nagelsmann weiß: Seine Spieler sind heiß begehrt, andere könnten es Upamecano gleichtun. Das Gerangel um seine Hochbegabten ist auf jeden Fall voll im Gange. Der Berater von Dani Olmo sprach bereits offen über einen Wechsel zu Real Madrid und kündigte einen neuen Leipziger Rekordtransfer an. Abwehrmann Ibrahima Konate und Kapitän Marcel Sabitzer werden seit Wochen bei englischen Top-Klubs gehandelt.

Für Ärger dürfte auch gesorgt haben, dass Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic Upamecanos Wechsel während der Augsburg-Partie bestätigte. „Wir wussten, dass wir sehr starke Konkurrenz hatten“, sagte Salihamidzic. 

Die Kollegen und auch Nagelsmann erwischte er damit auf dem falschen Fuß. „Wir haben nix bestätigt, ich habe mich mit der Mannschaft auf das Spiel konzentriert“, sagte der Coach über den Transfer. Wegen Upamecanos Ausstiegsklausel sei es aber nun mal so, „dass der Ball nicht bei uns liegt, sondern beim Spieler“.

Klar ist: Bei RB herrscht mächtig Unruhe vor dem Abflug nach Budapest, wo das Liverpool-Heimspiel wegen der Corona-Einreisebestimmungen stattfinden wird. „Wir versuchen, das beste Spiel in Budapest zu machen, wollen alles rausholen, das ist unser Heimspiel“, betont Nagelsmann, der sich und Klopp nicht im Mittelpunkt sieht. „Wir freuen uns auf das Duell mit Liverpool. Da ist Jürgen Klopp Trainer, klar. Aber es ist kein Trainerduell“, erklärt Nagelsmann, der gegen die Reds sicher wieder auf Upamecano setzen wird – solange er es noch kann.