Dreht in Frankreich mehr und mehr auf: Ex-Leverkusen-Angreifer Kevin Volland.  Foto: Imago Images

Zwei Tore und den entscheidenden Elfmeter rausgeholt: Kevin Volland (28) brachte seinen Berliner Trainer Niko Kovac mit seiner Gala beim 3:2-(0:2)-Sieg über Meister Paris St. Germain zum Strahlen – und PSG-Coach Thomas Tuchel mal wieder in die Schusslinie.

Trotz seiner Superstars (Neymar wurde nach 60 Minuten eingewechselt) und einer 2:0-Führung durch Weltmeister Kylian Mbappé (25./37., Elfmeter), gab Tuchels Star-Ensemble den Sieg leichtfertig aus der Hand. „Es ist immer möglich, ein Spiel zu verlieren. Aber so? Das ist seltsam“, sagte Tuchel, der vor der Champions-League-Spiel gegen RB Leipzig (Dienstag, 21 Uhr) mal wieder um seinen Job beim Scheich-Klub bangen muss.

Dabei hatte Tuchel mit Ausnahme des angeschlagenen Italieners Marco Verratti sowie des verletzten deutschen Duos Julian Draxler und Thilo Kehrer sein komplettes Starensemble beisammen, selbst Neymar konnte nach längerer Zwangspause eine halbe Stunde mitwirken. Auf den Brasilianer setzt Tuchel auch am Dienstag (21 Uhr/Sky) – nach nur drei Punkten aus den ersten drei Königsklassenspielen, darunter das 1:2 in Leipzig, ist ein Sieg gegen die Sachsen (6 Punkte) Pflicht.

Siegen oder fliegen?

„Das Spiel gegen Leipzig wird sehr schwierig“, sagte Tuchel, „das wäre es aber auch bei einem Sieg gegen Monaco geworden.“ Der Coach weiß: Für nationale Trophäen kann er sich wenig kaufen, nach der Final-Niederlage gegen den FC Bayern im August muss nach dem Gusto der katarischen Besitzer der Champions-League-Titel her – ein Gruppenphasen-Aus könnte Tuchel den Job kosten.

Von derartigem Druck ist Volland weit entfernt. Seit ihn Kovac neuerdings ins Sturmzentrum beordert hat, hat der gebürtige Allgäuer eine neue Leichtigkeit entdeckt. „Das macht vieles einfacher für mich“, sagte er nach seinem zweiten Doppelpack in den jüngsten drei Spielen.

Der 28-Jährige, im September ins Fürstentum umgezogen, kann und will sich ganz auf seinen neuen Klub konzentrieren. Die Nationalelf, auf die Volland nach beständig starken Leistungen in Leverkusen immer wieder geschielt hat, ist kein Thema mehr. „Ich bin dankbar für die zehn Länderspiele“, sagte er dem kicker, „aber nach vier Jahren macht man sich keine allzu großen Hoffnungen mehr.“