Sagt im Sommer Tschüss und will zum Abschied noch den EM-Titel: Bundestrainer Joachim Löw.  AFP

Joachim Löw macht gleich vier Rollen rückwärts. Mit Thomas Müller und Mats Hummels stehen zwei ausgemusterte Weltmeister von 2014 im 26-Spieler-Kader für die EM ab 11. Juni. Dass auch Kevin Volland (Monaco) und Christian Günter (Freiburg) wieder dabei sind, überrascht dann schon.

„Jetzt ist Turnier. Es steht über allem, ein erfolgreiches Turnier zu spielen. Beide haben eine sehr starke Saison gespielt. In puncto Führung können sie der Mannschaft einiges geben“, begründet Löw die Rückkehr von Dortmunds Abwehrchef Hummels (32) und Bayern-Angreifer Müller (31), die „zum jetzigen Zeitpunkt“ richtig sei.

Monacos Kevin Volland und Freiburgs Christian Günter dabei 

Gerade vom 70-maligen Nationalspieler Hummels verspricht sich der Bundestrainer mehr Stabilität in der wackligen Defensive. „Die müssen wir beim Turnier erreichen. Mats hat in der Abwehr als Spieler einen sehr guten Einfluss. Er hat viel Turniererfahrung“, sagte Löw.

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Auch bei seiner letzten Kader-Nominierung wartete der nach der EM ausscheidende DFB-Chefcoach mit einigen Überraschungen auf. Löw berief nach jahrelanger Abstinenz Stürmer Kevin Volland von AS Monaco und den Freiburger Verteidiger Christian Günter, der sein einziges Länderspiel im Mai 2014 bestritten hatte.

„Mit seiner starken Physis, seinem Durchsetzungsvermögen und seiner Torgefahr kann er uns bereichern“, sagte Löw zum 28-jährigen Volland. Dem gleichalten Günter bescheinigte der Bundestrainer „eine tolle Entwicklung“ in der jüngeren Vergangenheit: „Ihn zeichnet aus, dass er eine sehr gute Dynamik hat. Er bringt Energie ins Spiel.“

Julian Draxler, Julian Brandt, Jonathan Tah fehlen

Im Aufgebot fehlen dafür einige prominente Namen wie Julian Draxler, Julian Brandt, Jonathan Tah und Amin Younes. Dortmunds Kapitän Marco Reus (31) hatte zudem „nach einer komplizierten, kräftezehrenden Saison“ am Dienstagabend in Rücksprache mit Löw seinen Verzicht auf eine EM-Teilnahme erklärt, Keeper Marc-André ter Stegen wird am Knie operiert.

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Die meisten Spieler, nämlich acht, stellt der FC Bayern. Zum Münchner Block zählt auch der 18-jährige Jamal Musiala, der zugleich der jüngste Akteur im Kader ist. Der ebenfalls 18 Jahre alte Leverkusener Florian Wirtz wurde von Löw dagegen nicht berufen.

Der EM-Countdown beginnt mit einem Trainingslager vom 28. Mai bis 6. Juni in Seefeld in Tirol. Am 2. Juni wird in Innsbruck gegen Dänemark getestet, die EM-Generalprobe findet am 7. Juni in Düsseldorf gegen Lettland statt.

Bei der Endrunde trifft die DFB-Auswahl jeweils in München auf Weltmeister Frankreich (15. Juni), Titelverteidiger Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni).

Das Aufgebot: Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), Bernd Leno (FC Arsenal)

Abwehr: Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Mats Hummels (Dortmund), Matthias Ginter (Gladbach), Niklas Süle (Bayern München), Emre Can (Dortmund), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Robin Gosens (Atalanta Bergamo), Robin Koch (Leeds United), Christian Günter (Freiburg), Marcel Halstenberg (Leipzig)

Mittelfeld/Angriff: Joshua Kimmich (Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Serge Gnabry (Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea), Toni Kroos (Real Madrid), Leon Goretzka (Bayern München), Timo Werner (FC Chelsea), Thomas Müller (Bayern München), Leroy Sane (Bayern München), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Jamal Musiala (Bayern München), Florian Neuhaus (Borussia M’gladbach), Kevin Volland (AS Monaco)