Brutale und verstörende Szenen spielten sich in Mexiko beim Spiel des FC Querétaro und Atlas Guadalajara auf den Tribünen und auf dem Spielfeld ab. AFP

Vier Jahre vor der WM-Endrunde 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zieht ein Gewaltausbruch in dem mittelamerikanischen Land immer weitere Kreise. Noch ist die Gefahr nicht gebannt, dass Menschen an den Folgen der brutalen Exzesse in Querétaro sterben. Achtung: In diesem Artikel sind Videos verlinkt, in denen die erschreckenden Gewaltszenen zu sehen sind.

Zwei Fans schweben in Lebensgefahr

Mexiko befindet sich weiter unter Schock. Auch zwei Tage nach dem Gewaltausbruch in einem Fußballstadion im mexikanischen Querétaro ist die Gefahr von Todesopfern noch nicht gebannt. Zwei Menschen, die während der Ligapartie am Samstag zwischen dem FC Querétaro und Atlas Guadalajara schwer verletzt wurden, befinden sich immer noch in einem kritischen Zustand.

Mitgefühl mit den Betroffenen der gewalttätigen Exzesse im Stadion La Corregidora, in dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM-Endrunde 1986 gegen Uruguay, Schottland und Dänemark ihre Vorrundenspiele austrug, zeigte Mexikos Nationalmannschafts-Rekordtorschütze Chicharito.

Ex-Bundesliga-Star Chicharito besorgt

„Gewalt ist kein Weg, um einer Mannschaft Zuneigung zu zeigen. Hoffentlich werden nun alle Menschen darauf aufmerksam, damit so etwas nie wieder passierte“, verbreitete der 33-Jährige, der von 2015 bis 2017 das Trikot von Bayer Leverkusen trug, in den sozialen Netzwerken.

Nach dem „schwärzesten Tag in der Geschichte des mexikanischen Fußballs“, wie die Tageszeitung El Universal formulierte, wurden erste Konsequenzen gezogen. Die Partien in der mexikanischen Topliga werden auf vorerst unbestimmte Zeit ohne Publikum ausgetragen. Darüber hinaus wurden fünf Polizisten vorläufig vom Dienst suspendiert – und man kündigte den Vertrag mit dem privaten Sicherheitsdienst im Stadion mit sofortiger Wirkung.

Fifa vergab WM an Mexiko und USA

In den kommenden Tagen will die Liga weitere Hintergründe der Krawalle ans Licht bringen. „Diejenigen, die die Verantwortung für die fehlende Sicherheit im Stadion tragen, müssen bestraft werden. Sicherheit hat die oberste Priorität“, erklärte Liga-Präsident Mikel Arriola.

Der Fußball-Weltverband Fifa kündigte seine Unterstützung an. Man sei „geschockt von diesem tragischen Vorfall“, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Wie brutal die Fans aufeinander einschlugen, konnte man in den sozialen Netzwerken sehen. Der KURIER zeigt diese Videos nicht.

Die Fifa ist vor allem deshalb alarmiert, weil Mexiko zusammen mit den USA und Kanada Co-Gastgeber der WM-Endrunde 2026 ist. Querétaro ist allerdings nicht als Austragungsort vorgesehen, gespielt werden soll in Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey. Dennoch wurden erste Forderungen erhoben, Mexiko die Gastgeberrolle wieder zu entziehen.

Aufklärung wird in Mexiko Monate dauern

Harte Sanktionen bis hin zum Ausschluss des FC Querétaro aus der Liga sind denkbar. In mexikanischen Medien wurde allerdings darauf hingewiesen, dass der Entscheidungsprozess bis zu einem endgültigen Beschluss mehrere Monate dauern könnte.

Völlig unerwartet kamen die schweren Krawalle in dem mittelamerikanischen Land nicht. Schon seit 2007 sind die Fans beider Klubs miteinander verfeindet. Trotzdem entzündeten auch Anhänger von Atlas Guadalajara im heimischen Jalisco-Stadion Kerzen, um damit ihr Mitgefühl auszudrücken.

Die Partie zwischen den beiden Klubs war in der 62. Minute beim Stande von 0:1 zunächst unterbrochen und dann abgebrochen worden. Die rivalisierenden Hooligans waren auf der Tribüne und später dann auch auf dem Spielfeld mit Eisenstangen, Absperrgittern und Sitzschalen bewaffnet aufeinander losgegangen. Die Spieler flüchteten daraufhin in die Kabinen.

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