Ultras des 1. FC Union danken allen, die in der Coronakrise die Fahnen hoch halten. Matthias Koch

Mehr Lohn für Pflegekräfte, Spenden und Unterstützung für die Ärmsten oder  aufmunternde  Spruchbänder: Vor allem die zuletzt  so geschmähten Fan-Ultras zeigen sich in der Corona-Krise solidarisch.

„Vor eurem Einsatz, eurem Mut zieht ganz Berlin den Hut!“ oder „Krankenhaus, Pflegeheim, Supermarkt. Bleibt alle gesund, eisern und stark!“ Kurze Botschaften wie diese hängen in Köpenick und überall in der Bundesrepublik  an Brücken und vor Krankenhäusern.

Besonders aktiv bei der Unterstützung der vielen Menschen, die unser System derzeit am Laufen halten, sind die Ultras. Jene Fangruppen also, die noch vor wenigen Wochen  wegen der Auseinandersetzung mit Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp im Mittelpunkt einer hitzigen Diskussion standen, die gefühlt längst eine Ewigkeit her ist.
Die Ultras des FC St. Pauli forderten dabei mehr Lohn für Pflegekräfte. Die Eintracht-Ultras unterstützen die Frankfurter Tafel.

Auch Hertha hat eine  Facebook-Gruppe erstellt, wo Blau-Weiße ihre Hilfe für Risikopersonen anbieten (Foto). Fast 1000 Menschen sind bereits dabei.

Sig Zelt von der Organisation ProFans ist guter Dinge, dass die Aktionen das Image der Fans verändern. „Ich hoffe, dass das auch den Ruf der Ultras etwas verbessert“, erklärt der Union-Anhänger. Für Zelt  kommt das Engagement nicht überraschend: „Das entspricht dem Selbstverständnis vieler Ultras, dass sie der Gesellschaft etwas Gutes tun wollen.“