Das Wort von Uli Hoeneß hat immer noch Gewicht. Foto: Sven Hoppe/dpa

München - Sein Wort hat in Fußball-Deutschland immer noch Gewicht. Auch wenn er kein offizielles Amt mehr beim FC Bayern bekleidet. Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des Rekordmeisters, ruft von seinem Haus am Tegernsee dazu auf, Ruhe zu bewahren und träumt von einer schönen neuen Fußballwelt.

Uli Hoeneß hat in der Coronavirus-Krise an die Vernunft der Menschen appelliert. Man müsse die „ganze Kraft des Fußballs einsetzen, um die Leute aufzufordern, dass sie sich diszipliniert verhalten, damit die aktive Ansteckung zurückgeht“, so der 68 -Jährige im „Kicker“. „Es geht nicht darum, dass die Leute im Englischen Garten in München eine Zigarette rauchen, sondern dass deren 80-jährige Vater oder Großvater am Leben bleibt“, so Hoeneß eindringlich.

Jede Initiative zu Hilfe sei wertvoll. „Jetzt muss Solidarität gelebt, nicht nur erzählt werden“ so sein Appell. Hoeneß bezeichnete die aktuelle Situation als „eine Gefahr“, sieht in ihr aber auch die Chance, „dass die Koordinaten etwas verändert werden können. Es wird eine neue Fußballwelt geben“, so Hoeneß weiter.

Uli Hoeneß appelliert an die Vernunft

Die großer Vier der Liga setzen gerade ein Zeichen, für diese „neue Fußball-Welt“, über die Uli Hoeneß sinniert: Solidarität statt Egoismus. Starke, die auch mal zurückstecken und den Schwachen helfen. Ein Hoffnungsschimmer in kritischen Zeiten ist die selbstlose Spende von Bayern München und Co. allemal. Gemeinsam mit Dortmund, Leipzig und Leverkusen wird der Liga-Krösus immerhin 20 Millionen Euro in den Topf einzahlen, der in Corona-Not geratene Vereine helfen soll. 12,5 Millionen Euro sind DFL-Rücklagen aus TV-Erlösen, die den vier Klubs zustehen. Die restliche Summe steuern sie aus eigenen Mitteln bei.

Ein edler Tropfen auf den heißen Stein. Hoeneß verkennt den Ernst der Lage nicht. „Wenn wir allerdings bis Weihnachten nicht mehr spielen können – wie ganz schlimme Prognosen sagen – ist die Existenzgrundlage der ganzen Liga bedroht.“

Doch Hoeneß, Optimist der er ist, hofft auf eine bessere Zukunft. Eine ohne irrwitzige Gehälter und dreistellige Millionenbeträge für Transfers! „Das kann ich mir in der nächsten Zeit nicht vorstellen“, so der Weltmeister von 1974. „Die Transfersummen werden fallen, die Beträge werden sich in den kommenden Jahren nicht mehr auf dem bisherigen Niveau bewegen können. Es sind ja alle Länder betroffen.“ Und damit tatsächlich die Chancen gegeben, eine neue Fußball-Welt zu erschaffen.