Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann kann auch laut an der Linie sein. Er will aber im Viertelfinale gegen Ateltico zurückhalten, denn dort steht mit Diego Semione ein Vulkan an der Seitenlinie. Foto: imago images/firo

Das wird für Julian Nagelsmann (32) sein bisher größtes Spiel in seiner jungen Trainerkarriere. RB Leipzig am Donnerstag (21 Uhr) im Viertelfinale der Champions League gegen Atletico Madrid beim Blitzturnier in Lissabon. Es wird auch die härteste Partie auf der Bank. Denn nur ein paar weiter neben ihm steht der Gaucho-Vulkan Diego Semione. Wer brüllt am lautesten?

Semione ist ein Einpeitscher an der Linie – mit wilden Gesten, lauten Rufen und permanenten Diskussionen. Nagelsmann kann diese Rolle auch spielen und mag diese Art des Coachens. Doch ein Lautsprecherduell wird es nicht geben. „Ich will mich nicht so sehr in seinen Bann ziehen lassen, sondern auf die Inhalte konzentrieren, auf die Mannschaft. Da ist man besser dran, als wenn man in den Infight geht“, hat sich Nagelsmann vorgenommen. Ob es gelingt?

Denn selbstverständlich wird auch dieses Viertelfinale ein Geisterspiel sein. Im Stadion Jose Alvalade wird Semione noch deutlicher, noch wortgewaltiger sein. „Jetzt ohne Zuschauer hört man das noch mehr, dass er immer am Erzählen ist, viel mit dem Schiedsrichter diskutiert, viele Karten fordert“, so Nagelsmann und nimmt den Argentinier schon vorab in Schutz: „Er macht das nicht mit böser Absicht, sondern mit Kalkül.  Er möchte erfolgreich sein. Das zeichnet ihn aus. Er rennt draußen rum wie Dynamit und kommt trotzdem super an bei seinen Spielern.“

Nicht nur die Fans am TV-Bildschirm können es kaum abwarten, ob Nagelsmann nicht doch irgendwann laut wird. Selbst RB-Profis wollen sehen, wir ihr Trainer reagiert. „Ich bin gespannt, wie das mit Julian und Diego Simeone klappt. Schließlich sind beide sehr emotionale Typen“, sagt Leipzigs Nationalspieler Marcel Halstenberg.