Real Madrid mit Federico Valverde und der FC Liverpool mit Thiago wollen in der Super League antreten. Foto: AP/Jon Super

Dieses Erdbeben bringt das europäische Fußball-Haus so richtig zum Wackeln. Zwölf Vereine, darunter der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin wollen künftig nicht mehr in der Champions League antreten, sondern in einer sogenannten Super League unter sich bleiben. Deutsche Teams bleiben außen vor.

Klar, dass die wütenden Reaktionen nicht lange auf sich warten ließen. Gary Neville, früherer englischer Nationalspieler wütete: „Das ist ein krimineller Akt gegen die Fans. Das ist eine Schande. Das ist reine Geldgier. Das sind Hochstapler.“ Rudi Völler, Geschäftsführer Sport bei Bayer Leverkusen, legte wenig später nach: „Wer ins dieser Liga mitspielen will, muss aus allen nationalen Ligen aussortiert werden. Mit allen Mannschaften. Die Jugend, die Frauen – alle müssen dann raus."

Uefa plant Reform der Champions League

Und natürlich konnte auch die Uefa diese Watschn nicht kalt lassen. Präsident Aleksander Ceferin sagte nach der Sitzung des Exekutivkomitees in Montreux. „Die Spieler, die in diesen Teams spielen, die vielleicht in einer geschlossenen Liga spielen, werden von der Weltmeisterschaft und Europameisterschaft ausgeschlossen.“ Was im schlimmsten Fall bedeuten könnte, dass Bundestrainer Jogi Löw auf Toni Kroos, Ilkay Gündogan oder Timo Werner verzichten müsste.

Die Uefa reagierte auf den Super-League-Verstoß zudem mit dem Vorhaben, die Champions League zu reformieren. Ab der Saison 2024/25 sollen 36 statt bislang 32 Teams an der Gruppenphase teilnehmen, zudem wird es insgesamt 100 weitere Spiele geben.

Für viele Fußballfans ist auch dieses Vorhaben ein Unding, aber schlimmer als eine Super League geht es nicht mehr.