Will zum Abschied noch einmal Küsschen verteilen: Sturm-Legende Claudio Pizarro (41). Foto: dpa

Es wird das letzte Spiel für einen der größten Spieler aller Zeiten! Keine Frage, Claudio Pizarro (41), Bundesliga-Rekordstürmer (197 Tore in 490 Liga-Spielen), hätte einen anderen Rahmen als die Geisterkulisse bei Werders Schicksalsspiel in der Relegation in Heidenheim (Montag, 20.30 Uhr) verdient. Vorhang auf für Pizarros letzte Patrone.

„Es gäbe nichts Schöneres zur Abrundung seiner Karriere, als wenn Claudio für uns das entscheidende Tor zur Relegation schießen würde“, wünschte sich Bremens Trainer Florian Kohfeldt bereits vor dem Abstiegskrimi gegen Köln.

Gegen den Effzeh am letzten Spieltag erledigten Pizarros Kollegen den Job, retteten Werder mit dem 6:1-Sieg und dank der Schützenhilfe des 1. FC Union noch in die Relegation. Nach dem enttäuschenden 0:0 im Hinspiel gegen Heidenheim droht Werder aber weiter der erste Abstieg seit 1980.

Es wäre der Super-GAU für das Gründungsmitglied der Liga – und für Pizarro der Horror-Abschied nach 21 (!) Jahren im Profi-Fußball. 1999 von seinem peruanischen Heimatklub Alianza Lima kommend, verzauberte der fantastische Fußballer die Fans weltweit.

Nicht nur auf dem Platz ist Pizarro ein Phänomen. Ein echter Sympathieträger, der „überall gerne gesehen wird“, wie Bayern-Star Thomas Müller erklärt. Das liegt vor allem an seiner ehrlichen Art. „Ein absoluter Menschenfänger. Ein ganz positiver, freundlicher und herzlicher Mensch“, lobt Ex-Trainer Thomas Schaaf.

In Bremen wird er deswegen vergöttert. Selbst dubiose Finanz-Deals und zwei Wechsel zum FC Bayern (2001-2007 und 2012-2015), mit dem er seine größten Erfolge (fünfmal Pokalsieger, sechsmal Meister sowie Champions-League-Sieger 2013) feierte, änderten daran nichts. „Ich war immer ein Schlawiner. Aber ich habe gelernt. Ich weiß genau, wann ich was machen muss“, verriet er jüngst in der NDR-Dokumentation „Claudio Pizarro – Alles außer gewöhnlich“.

Nun endet seine schillernde Karriere auf der Schwäbischen Alb. „Natürlich hätte Claudio etwas anderes verdient“, erklärt Kohfeldt. Ob Rettung oder Abstieg, „Claudio wird im Herzen der Werder-Fans auf ewig seinen Platz haben“, sagt Bremen-Boss Marco Bode.

Zuletzt brachte Kohfeldt Pizarro immer in der heißen Schlussphase. Sollte der fast 42 Jahre alte Stürmer noch eine letzte Patrone im Lauf haben, werden sie ihm im Werder-Museum – dem Wuseum – ein Denkmal bauen.